70. Jahrestag der Befreiung und des Sieges über den Hitlerfaschismus
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Zum 70. Jahrestag der Befreiung und Tag des Sieges über den Hitlerfaschismus
Dieser Beitrag soll beginnen mit dem grenzenlosen Dank und der tiefen Verehrung an die Millionen sowjetischer Menschen, die durch ihren heldenhaften Kampf, durch unendliche Opfer und ihren Siegeswillen für ihr Vaterland dieses historische Datum für ewig in die Hirne und Herzen aller ehrlichen Menschen eingeprägt haben. Mit diesem Sieg begann eine neue Etappe des 20.Jahrhunderts. Die Memorials  des Sieges im ganzen Land zeigen Trauer und ehrendes Gedenken, aber auch den entschlossenen Willen , Feinde abzuwehren.
Dank gebührt auch den Völkern der USA und Großbritanniens, allen Widerstandskämpfern. Hunderttausende opferten ihr Leben für den Sieg über Hitlerdeutschland. Sie alle brachten für die Völker Europas und für das deutsche Volk die Freiheit von der barbarischen NS- Herrschaft, die Chance eines friedlichen und demokratischen Neubeginns. Mit dem Sieg über das faschistische Japan begann auch in Asien eine neue Ära der Geschichte.  Denkmal Wolgograd 

Bis 1989 feierte die übergroße Mehrheit der Bevölkerung der DDR am 08.Mai jeden Jahres den "Tag der Befreiung" vom Hitlerfaschismus. Am Ende dieses barbarischen Mordens durch die faschistischen Truppen stand, neben vielen anderen Opfern dieses Wahnsinns in Deutschland und Europa vor allem der Tod von über 25 Millionen UdSSR- Bürgern, unendliche Verwüstungen, unbeschreibliches menschliches Leid in diesen Regionen.
Die Völker der UdSSR, neben Russen vor allem viele Ukrainer, Weißrussen, Letten u.a. trugen neben dem Verlust vieler ihrer Soldaten und Partisanen vor allem unvorstellbare Verluste der Zivilbevölkerung. Die faschistischen Verbrecher hatten auch  fast die vollständige Vernichtung der jüdischen Bevölkerung zu verantworten! Die Deutschen ermordeten allein über 3,5 Millionen sowjetische Kriegsgefangene durch Hunger oder gezielter Tötung. 
(r.Memorial Mamajew-Hügel Wolgograd)
Nach der Kapitulation begann für Deutschland und Europa eine Zeit friedlichen Aufbaus und kurze Zeit danach die Ost- West-Konfrontation, mit ihrem europäischen Focus in Deutschland . Die Kriegsfolgen in der UdSSR waren unvorstellbar und sie prägten neben dem Friedenswillen des Volkes auch nachhaltig Misstrauen und Schutzbedürfnis gegenüber Feinden.

9.Mai 1945- ein Tag, dessen historische Bedeutung für die gesamte Welt wohl nicht besser, als mit dem Wort "Befreiung" ausgedrückt werden kann. Das tat dann auch Bundespräsident R. von Weizsäcker 40 Jahre(!) nach Kriegsende erstmals seitens der BRD- Politik. Seine Worte am 8. Mai 1985 vor dem Bundestag waren ein historischer Meilenstein der BRD-Ostpolitik. Eine vergleichbare Position der deutschen Regierung fehlt aktuell leider gänzlich, die Regierung der Bundesrepublik unter Frau Merkel brüskiert mit ihrer Nichtteilnahme an den offiziellen Feierlichkeiten am Tag des Sieges (9.Mai) alle Völker der UdSSR und zeigt sich als willfähriges Werkzeug in der NATO- EU-Allianz unter Führung der USA im neuen kalten Krieg gegen Russland. Und anlässlich des EU-Gipfels Mai 2015 beschwört sie als Star-Rednerin die Öffentlichkeit, ein Denken in Einfluss- Sphären nicht zuzulassen. Dabei tut die NATO mit ihrer Ostpolitik seit Jahren genau das. Offensichtlich ist man erbost, dass sich gegenüber der NATO ein mächtiger Gegenpool gebildet hat, als Ergebnis genau dieser Politik der neuen Konfrontation.
Der 70. Jahrestag wird überschattet durch das politische Kalkül der Konfrontation des Blockes der NATO und der Mehrzahl der EU- Staaten gegen Russland. Die Expansionsgelüste der EU nach Osten sind ein Teil der neuen Weltherrschaftspläne des Westens, die heute mit Cyberware, Internet- Spionage und anderen Aktionen der NSA und anderer Geheimdienste neben einem neuen Rüstungswettlauf  bei traditionellen Waffensystemen daherkommen.
Auf dem Roten Platz waren am Tag des Sieges viele Freunde Russlands anwesend , darunter das Staatsoberhaupt der VR China Xi Jinping. Die Welt polarisierte sich.
Frau Merkel, so berichten Moskauer Medien, wollte sich dagegen am 10.Mai neben einer Ehrung am Grabmal des unbekannten Soldaten an der Kremllauer mit russischen Oppositionsführen treffen, eine weitere total unpassende und überflüssige Aktion! Offensichtlich hat die Bundeskanzlerin heute erfolgreich verdrängt, was sie spätestens bei ihrem privilegiertem (Teil-)Studium in der UdSSR eigentlich verstanden haben sollte- in Russland leben sehr intelligente und strategisch denkende Menschen, die besser als alle US- Militärs oder NATO- "Sekretäre" ihr Land kennen! Sie sollte sich schämen, als Vertreter dieser aktuellen EU- Politik zum Jahrestag nach Moskau zu fahren!
Tag des SiegesFür mich persönlich war der 50 Jahrestag des Sieges 1995 in Moskau vor 20 Jahren
ein tief ergreifendes Erlebnis,  auf dem Roten Platz gemeinsam mit zehntausenden Kämpfern, ihren Freunden und Angehörigen zu feiern, deren Stolz und Trauer, Zusammengehörigkeitsgefühl und Lebenszuversicht zu spüren! Ein Feiertag, den die betagten Veteran in MoskauVeteranen des Krieges gemeinsam mit ihren Familien, Freunden und vielen jungen Menschen begingen und dessen Gewicht von Generation zu Generation weiter vermittelt wird! 20 Jahre danach werden nur noch wenige Veteranen dieses Ereignis begehen, aber das kollektive Gedächtnis eines Volkes lebt weiter.
Dazu gehört auch die aktuelle Warnung von Außenminister Lawrow an den Westen, keine Versuche zu unternehmen, die Ergebnisse des 2. Weltkrieges umschreiben zu wollen- was ja der Kern der gegenwärtigen Politik des Westens ist. Und auch die Äußerungen von Polens Präsident B. Komorowskij über die geplante Sieges -Parade in Moskau (
sie sei eine "Demonstration der Macht") wurde mit klaren Worten beantwortet: Polen möge nicht vergessen, dass dank der auf polnischer Erde gefallenen 500 000 sowjetischen Soldaten und dank russischer Panzer der Staat Polen heute überhaupt existiert.
Es ist mir auch sehr wichtig, hier Dank zu sagen im Namen der vielen Deutschen, die nach ihrer Befreiung aus Konzentrationslagern und Gefängnissen der Faschisten in einem neuem Leben ihre Ideale von einer neuen besseren Gesellschaft in Angriff nehmen konnten. Mein Onkel wurde 11 Jahre von den Faschisten gequält und gedemütigt, bis er 1945 aus dem KZ Mauthausen befreit wurde. Meine Eltern waren beide politische Häftlinge des Naziregimes. Auf Ehrenfriedhöfen wurden anlässlich dieses Tages auch viele deutsche Widerstandskämpfer geehrt, die das Grauen des Faschismus erleben mussten und nach ihrer Befreiung für ein besseres Deutschland wirkten .
Ist das Vermächtnis für ein friedliches und spannungsfreies Zusammenleben in Europa, 70 Jahre nach dem Ende des 2.Weltkrieges und nach einer Phase der friedlichen Annäherung der Völker heute vergessen? Heute scheint eine Neuauflage des unsäglichen kalten Krieges aufzuleben, der 40 Jahre das Handlungskalkül des Westens mit der NATO, sowie auch des Ostblockes bestimmte. Die NATO /EU betreibt heute eine schleichende Expansion des Einfluss-Bereiches westlicher Demokratie und der damit einhergehenden "Werte" der Herrschaft von Finanzkapital und westlichen Großkonzernen! Und die Politik in Westeuropa agiert einhellig mit dem Ruf "Haltet den Dieb" gegenüber Russland.
Muss man nicht angesichts der schwerwiegenden Geschichte gleichberechtigt die Interessen aller Beteiligten, darunter vor allem auch der Haupt-Siegermacht Russlands respektieren? Russland hat in der Jelzin- Ära mit der Grunddoktrin westlicher, neoliberaler Demokratie nach 1990 extrem schlechte Erfahrungen gemacht, verbunden mit dem Niedergang der meisten sozialen und kulturellen Werte der Gesellschaft und des Wirtschaftspotentials des Landes! Die nationale Elite steuert heute einen Weg, der  nationale Würde und Eigenverständnis einschließt, eine eigenständige Perspektive ohne eine Rolle auf dem Niveau eines Entwicklungslandes. Das Konzept bietet eine Chance zu einer dynamischen Entwicklung unter Beachtung der gewaltigen Geschichte und Kultur dieses riesigen Landes. Russland fordert aber auch Sicherheit an seiner Westgrenze und Achtung und Bewahrung des Vermächtnisses der Millionen Toten des Hitlerkrieges. Die klare Forderung an den Westen, die NATO nicht bis an die Westgrenze Russlands zu erweitern, keine militärischen Provokationen oder Radarstationen, die das Gebiet bis hinter den Ural überwachen können, ist wohl sehr verständlich ! 
Wir sollten auch nicht vergessen, dass die Politik , die gesamte Welt mit alleinigen Machtansprüchen dominieren zu wollen, spätestens seit der schmählichen Niederlage der USA in Vietnam, Irak, Afghanistan u.a. nicht mehr funktioniert. Der Weltpolizist USA hat historisch seine Machtansprüche für immer verloren. Und noch so groß mundige und hohle Beteuerungen einer Bundeskanzlerin können das nicht ändern.
Die Tage um den 9.Mai sind besonders eingebrannt in das Gedächtnis Russlands und die mediale Präsenz dieses Datums ist keine Propaganda- Kampagne, sie ist ein Ausdruck des Gefühls und des Stolzes der russischen Menschen.
Man darf auch nicht übersehen:  Nach dem Wegfall der noch bis in letzte Zeit im Osten der Ukraine bestehenden großen Betriebe mit moderner strategischer Militärproduktion wurden derartige Kapazitäten schnellstmöglich in Russland jetzt neu errichtet oder erweitert . Eine neue Generation Bewaffnung wurde entwickelt bzw. eingeführt (z.B. Armata). Die Militärparade zum 70. Jahrestag des Sieges mit fast 200 Einheiten moderner Technik zeigte, dass der Versuch der Einordnung der Ukraine in eine inoffizielle  NATO- Dominanz dazu geführt hat, Russlands Wissenschaftler und Ingenieure anzuregen, eine Antwort zu geben, wie auf dem traditionsreichen Roten Platz sichtbar war (Parade ). Viele Beobachter bewerten diese Technik mit höchstem Respekt, die Militärindustrie der RF wird halt nicht von privaten Konzernen und Geldgier dominiert, und sie funktioniert! Daher ist das Geschrei westlicher Diplomaten besonders verständlich. Russland wehrt sich im Ringen der Machtblöcke gegen eine neue Art der Aggression! Und an der Siegesparade nahmen symbolisch auch Einheiten der Volksbefreiungsarmee Chinas neben Einheiten andere befreundeter Staaten teil.
Anstatt den Menschen in der ehemaligen UdSSR am 09.Mai mit Freude und Dank für diesen historischen Sieg zu begegnen, glauben "Politiker" sich anmaßen zu dürfen, traditionelle Feierlichkeiten in allen Regionen Russlands als Provokationen zu bezeichnen. Leider ist darunter auch die "pro- EU-Regierung" in Kiew und die Brüsseler "Elite".
Aber nur gemeinsam mit Russland ist heute eine stabile friedliche Entwicklung möglich.

Wäre es nicht würdig und für eine so notwendige Entspannung zielführend, diese Tage der Befreiung und des Sieges zu einem gemeinsamen vertrauensvollen Vorgehen zu nutzen- ohne Waffendrohung und ohne das Gespenst einer vermeintlichen militärischen Invasion!

Ich denke an diesen Tagen auch wiederholt an den Heldenfriedhof in Leningrad leningrad Heldenfriedhofmit seinen ca. 500 000 Toten der faschistischen Blockade, an Stalingrad, Odessa ,Kiew, Minsk   . Der Text des bekannten Liedes von Evtuschenko/Kolmanowskij könnte gestern geschrieben sein.". meinst du, die Russen wollen Krieg.?"
Nicht nur fürs eig’ne Vaterland fiel der Soldat im Weltenbrand.- Nein, dass auf Erden jedermann in Ruhe schlafen gehen kann.
Holt euch bei jenem Kämpfer Rat, der siegend an die Elbe trat, was tief in unsren Herzen blieb: Meinst du, die Russen woll’n Krieg...

Ruhm und Ehre den Völkern der Sowjetunion für ihren Sieg über den Faschismus!
© Dr.Jungnickel