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Zur Kooperation mit UdSSR- Spezialisten
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Einleitende Bemerkungen
Kurzer Abriss der politischen
Etappen in der Zeit der ESER- der Kooperation
Historischer Hintergrund zu Beginn der Kooperation UdSSR-DDR
Resümee
Russland 2009-
Schlußgedanken
1. Einleitende Bemerkungen
Der Autor dieser Zeilen hat die UdSSR bzw. Russland und
wichtige GUS- Staaten im Zeitraum
1961 bis 2007 sehr intensiv selbst erlebt und studierte
bzw. arbeitete ca. 14 Jahre in Russland. Das veranlasst besonders
immer wiederkehrendes Nachdenken und Analysen - aus aktueller Sicht- über die
Widersprüche zwischen höchst anerkennenswerten, ja bewunderungswürdigen
Leistung der Menschen in der UdSSR in vielen Bereichen, der
Schaffung extrem leistungsfähiger Industriekomplexe und Produkte in Wissenschaft
und Technik, der Effektivität des Managements außerordentlich
komplexer Projekte der Schwerindustrie, der Raumfahrt,
verschiedenster Waffensysteme, des hohen Niveaus der Kultur
und Bildung einerseits und dem
"demokratischen Klima" des öffentlichen und kulturellen Lebens- und Arbeitsumfeld im heute allgemein als
sowjetisches Sozialismus- Modell bezeichneten System
andererseits.
Dieser Artikel wurde ursprünglich mit dem Ziel erarbeitet, Erinnerungen
zur Zusammenarbeit
mit unseren sowjetischen Kollegen und Arbeits-Partnern, den persönlichen Beziehungen zwischen russischen (d.h. sowjetischen) und deutschen ( d.h. DDR)- Spezialisten
in der ESER- Zeit (ab 1968)
darzustellen, sowie deren Wandel bis 1990 und später zu
verfolgen, basierend auf persönlichen Erinnerungen und denen von Freunden.
Solche Betrachtungen sind jedoch zwangsläufig nicht zu trennen von
Analysen, die sich aus den tiefen Abhängigkeiten der Entwicklung
des Gesellschaftssystems der DDR vom sowjetischen Sozialismus-
Grundmodell ergaben, deren Wechselbeziehungen auf die
langjährige Arbeit des ESER- Teams der DDR mit sowjetischen
Organisationen, Persönlichkeiten und einfach Fach- Kollegen.
Es war dem Autor dabei auch wichtig, diese Darstellungen in einen
Zusammenhang mit dem geschichtlichen Fakt zu stellen, dass
viele unserer sowjetischen Kollegen direkt oder indirekt viele Jahre unter den
Bedingungen der
Sicherheitsdoktrin der UdSSR, meist an sensibler Stelle, lebten und
meist "dual" sowohl an zivilen, als auch nicht-zivilen Projekten arbeiteten.
Das immer wiederkehrende Nachdenken nach den
Wurzeln des Kollaps dies sowjetischen Sozialismusmodells, welches ja in
allen europäischen RGW- Staaten vergleichbar war, bietet vor allem im 20.Jahr des Zusammenbruchs der DDR immer neue
Anstöße. Viele Medien- Auftritte
(staatlich gesteuerte oder geförderte?) mit oftmals
antikommunistischem Tenor zur DDR- Geschichte, aber sehr selten mit
echten Analysen der Beziehungen zwischen UdSSR
und DDR, rufen oft nur Widerspruch und
Kopfschütteln hervor. Aber ein wiederholtes Nachdenken ist dennoch sinnvoll,
um mehr persönliche Antworten auf viele Fragen zum "Warum" zu finden.
Die DDR ist im Ergebnis des Sieges der Sowjetarmee über
Hitlerdeutschland entstanden und die Schaffung eines europäischen
sozialistischen Staatenbundes war ein konsequentes Ergebnis und
historische Chance sowohl für die Führung der UdSSR als auch der
demokratischen Kräfte der Staaten, ein sozialistisches
Gesellschaftskonzept in diesen Ländern aufzubauen. Unter Anleitung und
mit Unterstützung der UdSSR- Organe wurden in der späteren
DDR die antifaschistisch- demokratischen Kräfte befähigt, dieses Ziel
umzusetzen. Es gab dabei - an der Nahtstelle der gegenüberstehenden
Machtsysteme- sowohl in der Startphase, als auch später keine wirklichen
Alternativen zu einem engen politischen und wirtschaftlichen Bündnis mit
der UdSSR und zum in der UdSSR praktizierten Sozialismus- Modell.
Ohne die UdSSR war insbesondere die DDR als eigenständiger
deutscher Staat nicht
lebensfähig. Auch wesentliche
Veränderungen und insbesondere ökonomische Reformen waren nur im Verbund der europäischen
sozialistischen Staaten möglich.
Heute ist besonders deutlich, dass
insbesondere die wirtschaftliche Leistungskraft des Sozialismus zu
dessen tiefer Krise führte. Welche tiefgreifenden Abweichungen
von den ökonomischen Lehren des Marxismus [ z.B. das Unverständnis bzw.
die selbstherrliche Ignoranz des gesetzmäßigen Wirkens des Wertgesetzes,
des Mehrwertgesetz-] und welche tiefen Verletzungen einer
humanistischen und demokratischen Grundordnung des Sozialismus zu
einer Entartung des sowjetischen Sozialismus- Modell führten [ z.B. die
schwerwiegenden Fehler in der Bündnispolitik mit der sozialen Schicht
der Mittelbauern und der paranoide Terror gegen jeden Andersdenkenden,
der dogmatische Machtanspruch der KPdSU anstelle der Ausgestaltung einer
demokratischen Macht des Volkes ],
ist z.B. im Buch
"In
Stalins langem Schatten" von Hans Kalt vor allem mit tiefgründigen ökonomischen
Analysen detailliert dargestellt.
Die Ursachen der Verwerfungen gehen mindestens bis in die
Zeit nach Lenins Tod zurück und wurden in der UdSSR nie wirklich
korrigiert. Auch die Perestroika
war zum Zeitpunkt ihres Starts nicht mit stabilem
Sozialismus- Kurs unterwegs und man muss heute daran zweifeln, ob ein wissenschaftliches und zielgerichtetes sozialistisches
Führungskonzept dieser Politik zugrunde lag. Der technologische kalte Krieg
hatte darüber hinaus bereits tiefe Erosionswirkungen der Gesellschaft hinterlassen. Deren Auswirkungen
wurden allerdings erst Mitte der 80er Jahre für Jedermann sichtbar, als
die technologische, und damit wirtschaftliche und ideologische
Erdrosselung des Sozialismus durch die USA und die westliche Welt
bereits eine tiefe Deformation und Widersprüche ausgelöst hatte.
Im
Kontext des Komplexes der ESER- Geschichte
sollen daher hier Fragen nach dem "gespürtem" Klima der Zusammenarbeit, nach dem Einfluss der Einordnung der ESER - Arbeiten der UdSSR in den Komplex der Veteidigungsindustrie der UdSSR oder nach den Sicherheitsanforderungen (Sicherheitsdoktrin) an die Entwicklungsbereiche u.a.
zur Diskussion stehen, aber auch Fragen im
Zusammenhang mit dem Technologie- Dilemma, auf das die
sozialistischen Staaten hinsteuerten.
Ein derartiger Artikel im
Kontext der ESER-Seiten ? Unmittelbarer Anlass waren u.a. die
sich in letzter Zeit wieder häufenden Publikationen
zu erschütternden Fakten und Zusammenhängen um die Mechanismen und
Verbrechen der Diktatur der Führungsspitzen der KPdSU der
Sowjetunion, der "Führung" des Landes und eines bestimmten Anteiles
von willfährigen, oft extrem kriminellen Helfershelfer
innerhalb des KGB (UdSSR-Komitee für Staatssicherheit) bzw. von Organen des "Ministeriums des Inneren" mit ihren grausamen Praktiken, welche ( neben vielen weiteren Widersprüchen) vor allem im krassen Widerspruch zu den Leistungen der wissenschaftlichen (und künstlerischen ) Intelligenz der Sowjetunion und den äußerst talentierten russischen Menschen stehen.
Ja, eines bestimmten Anteiles dieser Mitarbeiter - weil es dort Abertausende von
ehrlichen und ethisch sauberen Mitarbeitern gab, auf die die Praxis
einer relativ kleinen Gruppe heute ihre Schatten wirft.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Die heute bekannten erschütternden Fakten der Repressionen der Stalin- Diktatur
stehen in einer ganzen Reihe massiver Verbrechen am Völkerrecht und den Menschenrechten aus dem letzten Jahrhundert. Die
Millionen Toten und massenhaften Grausamkeiten der Regime unter Hitler, Franko, Pinochet und die Verbrechen der Militär- Diktaturen Lateinamerikas unter Anleitung durch die M. Friedmann-Ideologen des sog. Neoliberalismus und deren "Chikago-Boys"
**)
verschiedener Spielart sind durchaus vergleichbar.
Auch der brutale Terror von Mao oder Pol-Pot sind zutiefst zu
verurteilen.
Aber
die sowjetische Gesellschafts-Ideologie und Praxis des Aufbaus des Sozialismus war als ideologische Alternative der "Geschichte" zum Kapitalismus das Symbol der Hoffnung auf eine
neue sozial gerechtere demokratische und humanistische Ordnung. Sie wurde als human
und menschenfreundlich propagiert und von Millionen so verstanden.
Weil sich die Ziele dieser Ideologie und die Praxis der Gesellschaftsprozesse zu grundsätzlich widersprachen, ist
aber das "Stalin-System"
- diese dogmatische Entartung der Ideologie und der absoluten Form
von Machtausübung und Terror unter der Flagge des Sozialismus - einer besonderen Betrachtung wert!
Die aktuellen Materialien
zum "Stalin-System" und viele andere aus jüngerer Vergangenheit, aufbauend auf authentischen Quellen und komplex zusammengestellt, stellen die
paranoiden
Mechanismen der skrupellosen Diktatur im Namen "des Aufbaus des Sozialismus und des Wohles des sozialistischen Vaterlandes" weit komplexer dar, als sie in der breiten Öffentlichkeit, darunter auch dem Autor etwa nach 1990 bekannt wurden.
Die Ermordung von insgesamt ca. 20 Millionen Menschen aller Altergruppen und Nationen
aus vorrangig "Gründen des Machtkalküls der Stalin- Führung" - erschossen, im Lager oder bei Deportationen verhungert oder erfroren; darunter ca. 2 Mio. Sowjetbürger ermordet zur Liquidierung vermeintlich ideologischer und politischer "Feinde des Volkes" - allein in den Jahren der größten Terrorwelle wurden 1937/38 ca. 700 000 Menschen hingerichtet *)
sind
erschütternde Fakten der Geschichte, die noch bis 1988 /90 offiziell tunlichst geheim gehalten wurden. Die "
Führungs- Nomenklatura " des Stalin- Regimes vernichtete jegliche potentiell für die eigene Macht gefährlichen Mitstreiter,
einen Großteil der
Elite aus Politik, der kulturellen "Intelligenzija"
und der Wirtschaft,
des Offizierskorps der Roten Armee, ja die eigenen Väter und Familienangehörigen. Wenn auch die "potentiellen Gefahren" für Stalins Clique weniger aus dem Bereich der Technik und Industrie kamen, so erfassten doch die Wellen des Terrors in unkontrollierbarer Form brutal und zynisch auch diese Personengruppen.
Der Autor bezieht sich hier u.a. auf die historischen Analysen
der Autoren
Alexander_N._Jakowlew ,
Nicolas_Werth ,
Karl_Schlögel,
die die massenhaften grauenvolle Verbrechen von 1917 bis etwa 1960
an den Völkern der UdSSR und vielen führenden Persönlichkeiten
darstellen , aber auch auf W. Mayers Aufsatz
"Mythen der Macht". Das
bemerkenswerte Buch von Naomi Klein "Die Schock- Strategie"
zeigt die Auswüchse des Friedmann- Neoliberalismus.
In gelegentlichen
Diskussionen zur DDR- Geschichte muss man der Amtszeit
Walter Ulbricht und ihm persönlich durchaus eine positive Rolle
zuerkennen, seinen Widerstand gegen die Übernahme von extremen
repressiven (KGB-) Methoden gegen politisch Andersdenkende, gegen die
physische Vernichtung von „Gegnern“. Auch die Einbeziehung großer
Gruppen von Experten (wie z.B. den Forschungsrat der DDR) in die
Perspektivplanung der Wirtschaft usw. war eine außerordentlich
weitsichtige Strategie. Das zeigt doch z.B., dass auch andere Ansätze
möglich waren!
Es ist leider
Tatsache, dass in der Zeit bis 1990 ein Großteil der o.g. Informationen zum "Stalin-System" in der DDR oder in der UdSSR als konkrete Fakten und Zahlen offiziell nicht existierten. Das mag den Außenstehenden oder den jüngeren Leser verwundern. Aber auch die selbst unmittelbar an der Kooperation mit der UdSSR Beteiligten betrachten aus der Sicht heutigen Wissens und aktueller Wertungen diesen Abschnitt der Geschichte und eines Teiles ihres Arbeitslebens
oft noch einmal rückwirkend. Sie stellen sich dabei die Frage, wie die konkrete
, überwiegend positiv erlebte Praxis der Kooperation mit den UdSSR - Spezialisten im Zeitraum von ca. 1965 bis 1990 zusammenpasste mit dem Hintergrund des historischen und systembedingten Umfeldes unserer sowjetischen Partner, vieler Kollegen und Freunde,
wie diese mit dieser Vergangenheit ihrer Familien und ihres Umfeldes
umgehen konnten und welche Traumata und Lasten sie trugen.
In den persönlichen Erinnerungen des Autors an die Zeit der Arbeit in der UdSSR - beginnend 1961 und verstärkt ab ca. 1975- überwogen im persönlichen Kontakt mit sowjetischen Menschen ehrliche
persönliche, ja oft kameradschaftliche und herzliche Seiten. In der Wahrnehmung der öffentlichen Quellen zur Geschichte und zum aktuellen Leben der UdSSR - wie Bücher, Museen, Filme, vielerlei persönliche Kontakte- dominierte das
menschliche Antlitz des sowjetischen Menschen.
Das Gesamtbild der Gesellschaft aus unserem Erleben passt daher wenig mit dem erschütternden historischen Hintergrund zusammen, der uns heute bekannt ist,
es dominiert die positive Wahrnehmung der russischen Menschen, der
Ukrainer , Kasachen usw. . Sicher war das
Bewusstsein des Lebens der sowjetischen Bürger und auch der
Ausländer in der Macht eines mächtigen Staatsgebildes auch für uns eine allgemeine Begleiterscheinung. Das ideologisch manipulierte Umfeld sowohl in der UdSSR, als auch der DDR gab jedoch keine
greifbaren Quellen der Wahrnehmung von Terror oder persönlicher Bedrohung. Medien aus kapitalistischen Staaten oder dort verlegte Bücher vermittelten zwar Fakten, die aber
eher als ideologischen Diversion verstanden werden konnten und deren Verfügbarkeit in der DDR- bis zum Begin von "Glasnost" und "Perestroika" -
offiziell nicht existierte.
Heute kennen wir viele Fakten zu den unvorstellbaren Verbrechen durch die Machthaber im Kreml. Die "Führung" des Landes gemeinsam mit ihren willfährigen, oft kriminellen Helfershelfer in KGB und Organen des "Ministeriums des Inneren" schufen durch die paranoiden, grausamen Praktiken neben den furchtbaren menschlichen Tragödien in jeder Familie, in jedem Betrieb und Institut
auch ein tief in den Köpfen eingeprägtes Klima von Angst, Intrigen,
Verleumdungen, des blinden Gehorsams bei der Befolgung jeglicher
"sicherheitsrelevanter" Anordnungen. Die Bestrafung nicht genehmigter Kontakte mit Menschen aus dem "imperialistischen" Ausland und "undisziplinierten" Verhaltens-
war noch weit in den 60-er Jahren ein schwerwiegendes Vergehen. Und
dann internationale Kooperation und Zusammenarbeit, darunter mit
Deutschen!
Das Klima dieser extremen Zeit des Terrors
(****)
prägten zweifellos weit über den Tod Stalin ( 1953) bzw.
den
XX. Parteitag und Chruschtschows Rede (1956) und auch über
den Zeitpunkt des Beginnes der zweiseitigen Kooperation ca. 1965 das Verhalten der Menschen.
Erfahrungen , welche zu Beginn der ESER- Kooperation in der UdSSR
erst ca. 10 Jahre zurücklagen und deren Wunden in den Köpfen der
Menschen noch nicht verheilt waren.
Elemente der Vergangenheit waren aber auch weiterhin Teile des "staatlichen Sicherheitsdenkens". In diesem Klima arbeiteten auch die UdSSR-Vorgängereinheiten des ESER- Systems. Zumindest auch die Anfangsjahre des ESER waren
belastet von diesem historischen Erbe im Verhalten und Denken der Menschen.
Und sie wurden erstaunlich schnell überwunden und sicher haben
wir DDR- Bürger auch dabei geholfen, ein Stück neues Vertrauen
aufzubauen.
Wenn man unter diesem Aspekt der dominanten
Sicherheits- Paranoia noch einmal über die Geschichte der sowjetischen
Wissenschaft nachliest (Zu
Gesamt- Geschichte und Hauptrichtungen der Rechentechnik der UdSSR)
, wird die Bedeutung und das positive Gewicht der Arbeiten innerhalb der MRK am ESER für die UdSSR
selbst besonders deutlich, sie diente z.B. als Katalysator vieler
Integrationsprozesse.
2. Kurzer Abriss der politischen
Etappen in der Zeit der ESER- der Kooperation
Es ist sicher sinnvoll, die wirtschaftliche Basis und
deren Umfeld als Teil der historischen Analysen der Vergangenheit
und der Einflüsse der politischen Führung sowohl der UdSSR
, aber auch in der DDR, auf das Investitionsklima und Entwicklungs- Tempo im Bereich der ESER- Datenverarbeitung und IT- Technologie kurz zu
analysieren. Dabei soll nachfolgende schematische Darstellung helfen.
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Kommentare zu den Prozessen in der UdSSR :
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die Zeit der politischen Ignoranz der Bedeutung der "Kybernetik" für die Entwicklung der Volkswirtschaften war 1964/65 einem enormem politischen "Boom" zur schnellstmöglichen Verringerung des Technologie- und Anwendungs- Rückstandes der RT / DV gegenüber den USA und Westeuropa gewichen.
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Automatik und Rechnersysteme entwickelten sich in der UdSSR-
Landschaft im Verteidigungssektor in den 50-ger und 60-ger
Jahren schnell ( siehe z.B. UdSSR- Computer Geschichte (1948-2000) ). In der UdSSR waren verschiedenste Architektur- Schulen und Entwicklungs- Institute, die vorrangig für unterschiedliche strategische Bereiche der Landesverteidigung tätig waren, in einen höchst uneffektiven Parallelismus verfangen
(Geschichte der Anwendung universeller EDVA in den Atom- und
Kosmosprogrammen der UdSSR).
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in der UdSSR wurde intensiv nach einer Lösung zur maximalen Vereinheitlichung der DV- Architektur und der Effektivität deren Anwendung gesucht. Die Auswahl des ESER- Vorbildsystems IBM (in der UdSSR 1968) erwies sich als strategisch wertvolle Entscheidung .
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das Klima in Wissenschaft und Technik änderte sich, das Trauma der Folgen des Stalinismus vernarbte Anfang der 60-er langsam , an der Basis der modernen Bereiche der IT-Technik trat verstärkt eine neue Generation Spezialisten an. Das Führungs-Management und die Führungskultur,
inklusive der Sicherheitsdoktrin , änderten sich aber nur sehr schleppend.
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sowohl die Amtszeit Chruschtschows, als auch von W. Ulbrichts (1971), waren geprägt von einem steilen Anstieg der Investitionen und der Unterstützung durch die Staats-/ Parteiführungen.
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nach Ablösung Chruschtschows wurde
Breschnew KPdSU- Generalsekretär und der erfahrene Ökonom
Kossygin
UdSSR- Regierungschef. Mit seinem
Namen verbindet sich der Versuch der bedeutendsten
Wirtschaftsreform dieser Zeit. Das vorgelegte "Starttempo" der ESER- Periode vermittelte bis ca. Anfang der 80-ger Jahre ausreichend starke Impulse für eine gute bis zufriedenstellende Unterstützung im Technologie- und Investitionsbereich.
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( Bild
: UdSSR
Ministerpräsident A.
Kossygin besucht den Robotron- Stand der ESER-
Ausstellung 1979 in Moskau ) |
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ab ca. 1983/84 verstärkten sich die materiellen Schwierigkeiten der UdSSR infolge der Auswirkungen verfehlter Wirtschaftspolitik und der enormen Belastungen aus dem Wettrüsten massiv! Obwohl die ESER- Industrie der UdSSR im Ministerium für Radioindustrie- einem Teil des Militär- Industriekomplex- einen Teil des Verteidigungshaushaltes der UdSSR nutzte( der insgesamt bis zu 70% des Staatshaushaltes ausmachte !! ), waren das gesamte wirtschaftliche Umfeld und die politische Führung nicht mehr in der Lage, die nötige Unterstützung im Technologie- und Investitionsbereich zum Erhalt eines minimalen Tempos zu leisten.
In der UdSSR drängten sich Diskussionen über neuartige Super-
Architekturen in den Vordergrund, ein Indiz für den IT- Hunger
vorrangig im strategischen Rüstungssektor!
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die Stagnation des politischen Lebens und Denkens unter " Führung" einer überalterten inkompetenten und ignoranten Riege von Altfunktionären, sowohl in der UdSSR , wie auch in der DDR verhinderte effektive Wirtschaftsreformen und die Mobilisierung moderner Kräfte der Gesellschaft.
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die Effekte des technologischen Fortschrittes ( Mikroelektronik, Mechatronik und Präzisionsgeräte, neue Materialien,..... ) waren trotz intensivster Anstrengungen vieler theoretisch leistungsfähiger Teams unzureichend, die Isolation des RGW vom Weltmarkt, Embargo, sinnlose ideologische Kampagnen, Korruption und Misswirtschaft waren stärker...
Zu den Prozessen in der DDR :
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viele Prozesse in der DDR verliefen infolge der starken politischen Kopplung und Einflussnahmen der sowjetischen Militäradministration oder später verschiedener Berater
( auf Basis der Bündnisverträgen UdSSR-DDR) sehr stark parallel zu denen in der UdSSR. Trotzdem erlangte die Rechentechnik und Informatik für die Entwicklung der Volkswirtschaften in den sechziger Jahren einem enormem wissenschaftlich- technischen und volkswirtschaftlichen "Boom". Sie entwickelte sich in dieser Phase vor allem unter dem Einfluss führender Wissenschaftler des Akademie- und Hochschulwesens weitgehend unabhängig und mit hohem wissenschaftlichem Niveau .
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ab ca. 1965 verstärkten sich zweiseitige wirtschaftlich- technische Kontakte und Arbeitsformen, die auch zunehmend von der Erfordernissen der wirtschaftlichen Integration mit der UdSSR geprägt waren.
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unter W. Ulbricht erfolgte eine starke politische Unterstützung der Vorschläge von führenden DDR- Wissenschaftlern zum Aufbau der DDR durch Profilierung auf zukunftsträchtige Wirtschaftszweige. Das betrifft auch entsprechende Impulse für die außerordentlich starke Förderung von Rechentechnik/ Datenverarbeitung, wie in mehreren anderen Materialien dieser WEB- Site deutlich wird.
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mit dem Amtswechsel zu E. Hocker wurde die DDR-Wirtschaftspolitik deutlich verändert. Rechentechnik/ Datenverarbeitung verloren ihr
strategisch gefördertes politisches Gewicht, konnten aber in den 80-ger Jahren neben dem "Startimpuls" aus der vorangegangenen Periode weitgehend die Ergebnisse des Mikroelektronik- Programms nutzen.
Diese Tendenzen waren auch in anderen Industriezweigen deutlich.
Die "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" - die
zu unvertretbar hohen Subventionen in das Lebensniveau der
Menschen führte- - die
ideologische Leitthese der Honecker- Zeit, verschärfte
wirtschaftliche Disproportionen und beschleunigte den
Ruin der DDR Industrie!
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in der zweiten Hälfte der 80ger Jahre führten
neben den extremen wirtschaftlichen Schwierigkeiten die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Reform- Plänen(?)
Gorbatschows und der neuen UdSSR- Führung und dem Konservatismus der DDR- Oberen zum Verlust von Möglichkeiten stärkerer wissenschaftlich- technischer Integration,
die sozialistischen Arbeitsteilung im RGW konnte sich nicht
weiterentwickeln , die Abhängigkeit vom Technologieimport aus
dem Westen stieg steil an!
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das wirtschaftliche Gewicht
der ESER- RT in den UdSSR- DDR-Beziehungen blieb jedoch auf hohem Niveau.
Das war vorrangig Ausdruck des hohen Beharrungsvermögens
und der Rolle der "Linie ESER- EDVA" im
Wirtschaftssystem der UdSSR und des Rufes der DDR- Technik als exzellente
Qualitätserzeugnisse. .
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Von der UdSSR gingen vermehrt Signale der wirtschaftlichen Stagnation und Orientierungslosigkeit aus.
3.
Historischer Hintergrund zu Beginn der Kooperation UdSSR-DDR
Zunächst sei hier auf
viele Fakten und Hintergründe der Startperiode der Kooperation
UdSSR-DDR verwiesen , die ausführlich im Artikel
Start der ESER- Arbeiten vor 40
Jahren nachzulesen sind.
Die Gründungsjahre der neuen wissenschaftlich- technischen Organisationen, die sich im Ministerium für Radioindustrie (MRI) der UdSSR (u.a. als Vorläufer des ESER) mit Arbeiten auf dem Gebiet der Automatisierung und Informationsverarbeitung befassten, fallen etwa mit der Zeit zusammen, in der 1956 auf dem XX. Parteitag der KPdSU erstmals öffentlich durch die UdSSR- Führung in einer Geheimrede durch Chruschtschow der allgemein bekannte, wenn auch äußerst inkonsequente und einseitige Versuch der Abrechnung mit diesen Verbrechen erfolgte (die in der DDR erst 1990 öffentlich zugängig wurde). Das
MRI war ein Teil des militärisch - industriellen Komplexes der UdSSR und in der Phase des kalten Krieges und des Wettrüstens war hier ein hoher Prozentsatz des Wissenschafts- , Ingenieur- und Produktionspotentials auf Aufgaben der Landesverteidigung gerichtet. Es bestand
eine klare Trennung der Leitungsverantwortungen, aber viele Entwicklungsprojekte wurden organisationsübergreifend von Generalkonstrukteuren
und seinem Fachdirektoren in Personalunion geführt.
Unser
Partnerinstitut "NIZEWT" war das Leitinstitut für die Mittel der
Rechentechnik innerhalb des MRI. Derartige Organisationen
bestanden als geschlossene Einrichtungen und wurden von der
Öffentlichkeit weitgehend abgeschottet. Innerhalb der Organisationen , aber auch zwischen verschiedenen geheimen Bereichen galten harte Regelungen des Geheimnisschutzes und der Abgrenzung voneinander. Daher passten sich Denken und Verhalten vieler Menschen in diesem Sektor der Gesellschaft auch in der Zeit des "Tauwetters" der Chruschtschow-Zeit
und danach nur langsam den neuen offeneren gesellschaftlichen Bedingungen an.
Es waren also Mitarbeiter genau dieser hochsensibler Einrichtungen und mit diesem jahrzehntelang in allen sowjetischen Familien gewachsenen Verhaltensweisen der Angst, der Zurückgezogenheit und des Misstrauens, mit denen die Arbeiten zur Zusammenarbeit an einem Einheitssystem
ESER begannen. Natürlich war auch der Abstand von 20 Jahren nach Ende des faschistischen Krieges
für die Kriegsteilnehmer im UdSSR- Management nicht unbedingt sehr
vertrauensfördernd, was allerdings für die neue Generation der Spezialisten wenig spürbar war. Erst langsam verbesserten sich im Allgemeinen die Zustände und die Arbeitskultur der sowjetischen Gesellschaft wieder schrittweise und stark differenziert.
Auf diesem historischen Hintergrund beobachteten alle unmittelbar an Kontakten mit sowjetischen Spezialisten Beteiligten eine kontinuierliche sehr
wohltuende Lockerung der Verhaltensmuster der Menschen und der offiziellen Bedingungen der Zusammenarbeit, obwohl das UdSSR- Leitinstitut NIZEWT und andere Einrichtungen des MRI immer "geschlossene Betriebe" waren.
Im Verlaufe der gesamten Arbeiten bis 1990 verlief innerhalb
des NIZEWT eine unsichtbare Grenze zwischen der Arbeiten zum ESER im internationalen Rahmen einerseits, sowie den Arbeiten im Bereich der Aufgaben des NIZEWT zur Landesverteidigung. Getragen oftmals von den gleichen Personen stellte das sicher mehr als eine Gratwanderung dar, war aber für unsere Kooperation nicht störend. Wohl aber beeinflusste das Faktengemisch aus dem besonderen historischen "Erbe" im Umgang mit Staatsgeheimnissen einerseits und den Erfordernissen einer angestrebten multivalenten Nutzung der wissenschaftlich- technischen Arbeitsinhalte ( Basiskonstruktion, Betriebssysteme, anteilig auch die Bauelementebasis u.a. ) das Arbeitsklima. Einen wesentlichen Einblick in die tatsächlichen Verhältnisse des Anteiles an geheimen Arbeiten kann man erst heute
deutsch nachlesen -siehe
NIZEWT 2003. Die unmittelbar beteiligten DDR-Spezialisten finden diese Informationen
noch heute sehr
aufschlussreich.
Es war, besonders im Lichte des kurz Dargestellten, für die große Mehrheit aller unmittelbar beteiligten DDR- Spezialisten eine besondere Erfahrung, wie sich im Verlauf der ca. 20 Jahren bis 1990 die menschlichen Kontakte und Arbeitsbeziehungen schrittweise positiv entwickelten und oft sehr herzliche, freundschaftliche Formen annahmen.
Aus wirtschaftlicher Sicht war ein Teil des
Exporterfolges der EDVA der DDR dem Umstand zu danken, dass über das
MRI der Zugang in alle geschlossenen Bereiche der UdSSR erfolgte und
viele DDR- EDVA dort zum Einsatz kamen.
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Organisation der Zusammenarbeit
Die Form eines Regierungsabkommens und der Status des Ministeriums für Radioindustrie (MRI)
als Teil des Militär- Industriekomplexes der UdSSR - Wirtschaft , hoben den Status der ESER- Arbeit für die Zeit Anfang der 70-ger Jahre auf ein außerordentlich hohes "Protokoll- Niveau". Dem NIZEWT als ESER- Trägereinrichtung wurden in Moskau wertvolle materielle Ressourcen zugeordnet, wie z.B. die Übergabe eines neuerbauten großen Wohnhochhauses mit ca. 80 Wohnungen für die Nutzung als Spezialisten- Hotel, die Übergabe einer separat gelegenen Kindergarten- Kombination als Tagungs- und Organisationskomplex, der Zugriff zum Fahrdienst des Ministerrates für den Personentransport der ausländischen Spezialisten u.a.. Gleichzeitig war damit sichergestellt, dass alle Arbeits-Beratungen und mehrseitigen Treffen außerhalb der eigentlichen Arbeitsgebäude des NIZEWT oder anderer Institute erfolgten. Dieser "Kindergarten" - das sogenannte "Objekt 7" war jahrelang - bis ca. 1985-1986 - der einzige Ort, an dem die ausländischen Spezialisten mit ihren sowjetischen Kollegen arbeiteten und wo alle Voraussetzungen der technischen Betreuung größerer Arbeitstreffen ( Protokolle , Fachbibliothek, Essenversorgung u.a ) gegeben waren.
Während im Rahmen der
mehrseitigen Arbeiten des RCK ESER jährlich zusätzliche Arbeitstreffen in den Teilnehmerländern stattfanden, die in den Betrieben und Instituten der ESER- Mitwirkenden stattfanden und den Teilnehmern Einblicke in den Arbeitsstand des jeweiligen Landes vermittelten, wurden derartige Treffen in der UdSSR ausschließlich bilateral und auf hohem Protokoll- Niveau organisiert. Die Teilnehmer der Delegationen solcher Treffen waren der UdSSR- Seite genau bekannt.
Die
langjährige Kooperation bei der Entwicklung der ESER- Betriebssysteme ( siehe dazu detailliert die zugehörige Seite
DDR- Betriebssysteme des ESER und den Artikel
Betriebssysteme des ESER-UdSSR
) war eine Besonderheit in der grenzüberschreitenden Kooperation von zwei Arbeitskollektiven, wie sie in dieser Tiefe, Kontinuität und Stabilität wohl im gesamten RGW
extrem selten war. Im ESER- Rahmen existierten wohl nur noch zwischen
bestimmten Bereichen der sowjetischen ESER- EDVA- Entwickler (
Minsk) und ihren bulgarischen Fertigungs- Partnern analoge
Beziehungen. Im Verlaufe der gesamten Dauer der Arbeit der DDR in der MRK (1969- 1989) waren jährlich große
Software- Entwicklungskollektive auf vertraglicher Basis mit der arbeitsteilig abgestimmten Entwicklung verschiedener ESER- Betriebssysteme beschäftigt, insgesamt wurden dabei ca.
6.000 Mannjahre Leistungen verrechnet und ca. 6 Mio "lines of code (ESER- Befehle)" incl. Dokumentation erarbeitet.
Die Tätigkeit dieser Kollektive berührte - vor allem in bestimmten Phasen der Arbeit am
rein sowjetischen Betriebssystem "BPS (БОС)"- sehr "sensible Einsatzgebiete" auf UdSSR- Seite. Den beteiligten DDR-Spezialisten war meist klar, warum spezifische Aufgabenstellungen durch die UdSSR- Seite mit Nachdruck vertreten wurden. Allen Beteiligten war auch bewusst, dass russische "Sicherheits-Beauftragte" die Arbeiten begleiteten. Trotzdem gelang es den UdSSR- Spezialisten, die teilweise hohe Vertraulichkeit ihrer Arbeiten formal aus der zweiseitigen Arbeit auszuklammern und der DDR- Seite keinen konkreten Einblick in den Hintergrund ihrer Arbeit zu geben. Im Verlaufe der ca. 15 Jahre währenden zweiseitigen Kooperation wurde uns dabei
in der UdSSR auch kein Fall von personellen "disziplinarischen" Konsequenzen gegen eigene Mitarbeiter bekannt. Das war sicher ein
Ergebnis der langjährigen UdSSR- Schule zur unbedingten Einhaltung höchster Disziplin und Wahrung von Vertraulichkeit, aber auch Ausdruck eines neuen Sicherheitsdenkens.
Im Verlaufe der Jahre entwickelte sich eine ausgefeilte Technologie der Kooperation und ein enges Zusammenwirken der Beteiligten, welches mindestens vergleichbar war mit der Kooperationskultur von zwei sowjetischen Institutionen, aber von der Effektivität sicher wesentlich höher lag. Diese Technologie umfasste auch die sehr häufige Arbeit von DDR- Spezialisten im vertraulichen
NIZEWT- Rechenzentrum, wo die Software- Arbeiten erfolgten.
Persönliche Freundschaften und ein offener kameradschaftlicher Umgang waren eine weitere wohltuende Seite der Arbeiten.
Solche Faktoren wie
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Schlüsselrolle des Arbeitsgegenstandes für das Gesamtprojekt "ESER" und des Wirtschaftserfolges beider Seiten
-
höchste Qualität und Verlässlichkeit der Leistungen
-
umfassende Unterstützung durch das Management ( Ministeriumsebene, staatliche Stellen ) bei allen Erfordernissen der materiellen Sicherung der Arbeiten ;
-
relative Eigenständigkeit der Wirtschaftsbereiche der UdSSR (darunter MRI) von der politischen Führung des Landes bei strategischen technischen Entscheidungen
-
exzellente materielle Voraussetzungen bei Entwicklungsgrundlagen und Entwicklungstechnologie beider Seiten
-
führendes Management durch eine junge ( poststalinistische ) Generation von Führungskräften auf UdSSR- Seite
-
sehr offener und herzlicher Charakter des
russischen Volkes im Umgang mit echten Freunden (ein Verhältnis, was man nicht leicht gewinnt und schnell verlieren kann und das bis ca. 2000 noch allerorts in Russland zu spüren war )
-
wirtschaftliche und politische Notwendigkeit einer fruchtbaren Kooperation mit der UdSSR als Grundlage der Existenz der ESER- EDVA- Linie der DDR
-
deutliche persönliche materielle Anreize für gute Vertragserfüllung ( Lizenzprämien) aller Entwickler
waren die Grundlage einer neuen Form der Kooperation, was aus dem historischen Umfeld der Vergangenheit noch vor einer Generation undenkbar war. Allerdings bleib das Projekt ESER- Betriebssysteme
das
einzige
Arbeitsfeld, wo derartige enge Arbeitskontakte bestanden. In den Bereichen der Hardwareentwicklung und anderen Systemarbeiten blieben die Arbeiten streng auf nationale Teams begrenzt, am Ende der Entwicklung erfolgten lediglich gemeinsame Prüfungen.
Die letzten Ausführungen mögen allerdings nicht bedeuten, dass aus Sicht des Autors das Chruschtschow- Tauwetter und Gorbatschows
Glasnost bis Ende der Sowjetunion alle Formen übertriebenen Sicherheitsdenkens und daraus folgende Einschränkungen der persönlichen Freiheit der Menschen überwunden hatten. Viele Aspekte verschwanden auch in den demokratischsten Zeiten der
Glasnost und nach 1990 unter Jelzin nie. Sie verstärkten sich mit dem Machtwechsel Jelzin- Putin wieder. Heute sind besonders Methoden der ideologischen Manipulation und Demagogie früherer Jahre
in neuem Gewand wieder staatliche Praxis... Gelernt ist gelernt!
Die Wirtschaft Russlands entwickelt sich trotzdem stark und schnell !
4. Resümee
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Es bleibt ein Phänomen, wie es über mehrere Jahrzehnte trotz allgemeiner Missstände in der politisch- ideologischen Führung und im Wirtschafts- und Kultur- Klima gelingen konnte, gewaltige Großprojekte zu planen, straff zu führen und die Planungen auch zu realisieren. Die sowjetischen Methoden des
"Großprojekt- Managements" waren nur durch hohe Intelligenz und Kompetenz der Leitung möglich
und nutzten neben den reichen Ressourcen des Landes vor allem
auch den Enthusiasmus seiner Menschen. Die Aufbauleistungen wurden zwar ergänzt durch massiven Druck und ein permanentes Angstpotential, aber keineswegs dadurch
ermöglicht! Fakt bleibt, dass diese Gesellschaft bis ca. 1985 in der Lage war, gewaltige
Leistungen, wie Großbetriebe der Energie- und Grundstoffindustrie, Flugzeug- und Raketenprojekte, die Weltraumfahrt, Projekte der Atomenergie,
der Aufbau des Grundstoffkomplexes "Norilsk- Nickel" oder der "Baikal- Amur- Magistrale"u.a. zu
erbringen.
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Es ist höchst beeindruckend, dass das Potential Russlands
und dessen geistige Elite trotz des verheerenden Terrors der
Stalinzeit durch hohe Intelligenzleistungen und straffe
Organisationsformen in der Lage war, höchste Ergebnisse bei der
Entwicklung großer neuer Produktions- und Erzeugniskomplexe zu
erbringen. Die gewaltige Aufbauarbeit und Wiederherstellung der
Wirtschaft nach dem Kriege wurde trotz der gewaltigen Verluste
im Krieg gegen Hitlerdeutschland erfolgreich und mit hohem Tempo
geleistet
-
Das sowjetische Hochschul- und Akademiesystem hat sich neben hohem akademischen Niveau hier bzgl. seiner Effektivität bei der Ausbildung bewährt. Bedeutender Faktor für hohe Intelligenzleistungen war und ist der außerordentliche Stellenwert, den
Wissenschaftler im gesellschaftlichen Leben einnehmen. Ein
erfolgreiches Studium für einen jungen Menschen war und ist auch in der aktuellen Zeit
in Russland ein hohes Ziel. Der Faktor Bildung besaß und besitzt einen hohen gesellschaftlichen Wert, er motiviert enorm und ist ein Eckstein für die Zukunftsplanung der jungen Menschen!
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Der Sieg über den
Hitlerfaschismus, dessen Hauptlast und Hauptopfer bei der
Sowjetunion lagen, zeigt die gewaltigen Möglichkeiten eines
sozialistischen Gesellschaftsmodells. Es kann aber, trotz aller
Widersprüchlichkeit hierzu, keine Rechtfertigung oder Relativierung der Verbrechen, des Terrors
und der Entartung des Sozialismus geben.
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Es wäre historisch unsinnig, in die Vergangenheit gerichtete
Gedankenexperimente mit der Suche humanerer, demokratischerer Alternativ- Wege zu betreiben ("was wäre , wenn.... ") . Es war die große Chance Russlands nach 1917 , solche humaneren Wege im geschichtlichen Kontext zu gehen. Es bleibt aber
die Überzeugung, dass solche großartigen Leistungen, z.B. der sowjetischen Großprojekte, nicht wegen des Terrors und Druckes des Regimes erfolgreich waren,
sondern wegen der innewohnenden Kraft des
gesellschaftlichen Eigentums an den Produktionsmitteln,
trotz vieler Widersprüche !
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Nach allem, was wir
heute wissen, muss man zur Überlegung kommen, dass diese Möglichkeit eines
"erfolgreichen besseren Weges" bestand. Die zutiefst menschlichen Tragödien der Geschichte seit Beginn der
menschlichen Zivilisation, dass Machtgier, Brutalität und Intrigen mehr
Herrschern "genutzt" haben und ihre Völker in Katastrophen und Tragödien führten, als dass es klugen und charakterlich-ethisch menschlichen Politikern, Fürsten, Politbüro-Mitgliedern oder wem auch immer oft mit Erfolg gelungen wäre, ihre Visionen zur Realität zu machen.
Die Zeit nach dem XX. Parteitag der KPdSU bot offenbar eine
Phase historischer Chancen , das Sozialismusmodell den modernen
Erfordernissen der Welt nach dem 2.Weltkrieg anzupassen. ( Dazu
ist ausführlicher im Artikel
zu lesen.)
5. Russland 2009-
Schlußgedanken
Im aktuellen Russland ist nunmehr
eine junge Generation auf der oberen
Ebene politischer und wirtschaftlicher Macht.
Leider kann man nicht sagen, dass der humanistische Gehalt der russischen Kultur und die Visionen der demokratischen russischen Intelligenz zu Führungsmaximen der heutigen Politik geworden sind, als eine Lehre aus der Geschichte... .
Das war weder unter Jelzin so, noch war Herr Putin dafür angetreten.
Russland nach dem Niedergang der Ära Jelzin wieder zu einer
"Weltmacht" erstarken zu lassen, bedurfte neben einigen neuen
demokratischen Gremien vor allem gekannter russischer
"Machtinstrumente", wie sie die Zaren schon nutzten und deren
Zentrum der Kreml mit seiner Administration ist. Die Stärken
Russlands - reiche Bodenschätze und hochentwickelte
Rüstungsindustrie- wurden wieder zum Kern der Wirtschaftspolitik!
Eine große Stärke der UdSSR, die
hochentwickelte Wissenschaft, vor allem aus dem Bereich der Akademie
der Wissenschaften und deren Forschungslabors als einen gewaltigen
Wirtschaftsfaktor und großes Wachstumspotential des Landes zu
nutzen, ist mit Teilung der UdSSR und der Privatisierungswelle des
Reichtums des Landes weitgehend verloren gegangen, viele
Bereiche der Wissenschaft müssen heute, trotz weiterhin existenter
Leistungsfähigkeit, um ihre Existenz kämpfen. Gemäß Einschätzung des
anerkannten Physikers und Nobelpreisträgers , AM. Prof. Alfjorow ,hat
Russland im Bereich der
Hochtechnologie- Industrie den Zeitraum von ca. 20 Jahren
verloren (siehe Vortrag AM Sch.I.Alfjorow
Слово
Ж.И.Алфёрова
....
russisch)
. Entsprechend ist auch das Niveau der Anforderungen an
wissenschaftliche Höchstleistungen durch die Wirtschaft
zurückgeblieben und wissenschaftliche Spitzenergebnisse können infolge hoher
Investitionserfordernisse für ihre industrielle und marktgerechte
Verwertung auch nur mit extremen Anstrengungen genutzt werden. Hieraus
folgen die Abwanderung der leistungsfähigsten jungen
Wissenschaftler, der weitergehende Niedergang der
Wissenschafts-Institutionen des Landes usw. Andererseits ist
für Russland kein anderer Weg denkbar, als durch führende
Intelligenz- Leistungen eine Position im Vorderfeld der
Industrienationen wiederzugewinnen.
Man kann
auch zu der Meinung gelangen, dass eine neue Welle nationalistischer und großmachtchauvinistischer Tendenzen zum Aufbau eines "starken Russland" mit Mitteln und von Personen geführt und unterstützt wird, deren Lehrer, Väter oder Großväter Mittäter des Terrors oder später Handlager ideologischer Manipulation der Gesellschaft waren, und dass
Machtgier, Brutalität, Intrigen,
gezielte ideologische Manipulation u.a. den heutigen Mächtigen weiterhin nutzen und von ihnen
durch die "Privatisierung" der Reichtümer Russlands für kurzfristige
subjektive Ziele genutzt werden.
Die
wirtschaftliche Macht eines
"Petrostaates" mit hochentwickelter Rüstungsindustrie und
weiterhin sehr leistungsfähiger technischer Intelligenz
ergibt heute ein neues Verhältnis
des Westens zum modernen Russland. Die Tendenzen des Ausbaus einer
autoritären Präsidial- "Demokratie", wurden in den Monaten um den Machtwechsel Putin-
Medwedjew (Wahlen 02.03.2008) sehr umfassend deutlich. Ebenso zeigte die Rolle, die das Netz der vom ( bisherigen ) Präsidenten Putin gesteuerten Geheimdienste (deren Zahl in letzter Zeit noch deutlich erweitert wurde) bei der politischen und wirtschaftlichen "Verwaltung" des Landes spielen, äußerst beunruhigende Parallelen zu Praktiken vergangener Jahre, indem der Machtapparat letztlich zur Durchsetzung der persönlichen Interessen einer kleinen Gruppe von "Eliten"
missbraucht wird.
Der Mechanismus einer leistungsfähigen
Demokratie kann sich- weltweit- nur dadurch bewähren, dass er klugen und charakterlich-ethisch sauberen Politikern ein mehrheitliches Votum zur Macht erteilt! Ohne diese Bedingung ist auch eine
parlamentarische Demokratie letztlich ein stark subjektiver Machtmechanismus
der "Eliten" einer Gesellschaft ...
.
Deutliche
Versuche von Präsident
Medwedjew, Russland in eine stärker liberal- demokratisch geprägte
Staatskultur zu lenken und Hemmnisse der Entwicklung zu überwinden,
sind derzeit Erklärungen. Senkung der Überzentralisierung des
Staatswesens, demokratische Ausgestaltung des Gewichtes des Staates
in der Wirtschaft (weniger Macht einzelner Personen aus dem
Staatsapparat), Aufbau dezentraler Wirtschafts- und Organisations-
Zentren für dieses riesige und von vielen Interessengruppen
beeinflusste Land, stärkere Entwicklung von Hoch- Technologien, Verbesserung
des Bildungssystems, Entwicklung von Schulen , Hochschulen und
Förderung der Rolle von Lehrern und Hochschulprofessoren,
Stabilisierung des Gesundheitswesens sind nur einige Themen seines
Aktionsprogramms.
Insider beobachten mit
Interesse und Skepsis, inwieweit ein Gleichklang der Interessen und
des Programms des Präsidenten Medwedjew mit den Machtinteressen und
Ambitionen von Ex- Präsident Putin erreicht werden wird.
Der Wahlkampf zur
nächsten Präsidentenwahl könnte das beantworten.
In Russland wird der Übergang zu einer
parlamentarischen Demokratie-
auch mit neuen Köpfen- noch viel Zeit brauchen, eine Demokratie nach
westlichem Muster wird es aber nicht sein!
( Dresden, Februar 2008 , überarbeitet Januar 2010
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Hans
Kalt "In Stalins langem
Schatten" ( Zur Geschichte der Sowjetunion und zum Scheitern des
sowjetischen Modells) 2. Auflage 2010; ©PapyRossa VerlagsGmbH & Co. KG; ISBN
978-3-89438-434-0 ;
-
Alexander N. Jakowlew "Ein Jahrhundert der Gewalt in
Sowjetrussland"; ISBN-13: 978-3-8333-0389-0
-
Nicolas Werth; "Ein Staat gegen sein
Volk"
-
Karl Schlögel; "Die
Stalinmaschine " in Lettre International 76
- "Experiment
Kommunismus"; Spiegel Special Nr. 4/2007
- Naomi Klein;
"Die Schock- Strategie"
;
S.Fischer Verlag, ISBN 978-3-10-039611-2
- "Mythen der Macht"
; W. Mayer; in Spiegel Special 4/2007
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