Prof. Dr. G. MerkelAuszüge aus dem „Betriebsblatt VEB Kombinat Robotron“ bzgl Vorgeschichte und Fakten zum ESERgekürzte Fassung ; Original siehe http://robotron.foerderverein-tsd.de/111/robotron111a.pdf |
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Der VEB Kombinat Robotron aus der Sicht von N. C. Davis (US CIA) und S. E. Goodman (Princeton University) in Computing Surveys, Vol.10, No. 2, June 1978, P 93-121: „…Der VEB Kombinat Robotron, der Hersteller der ES 1040, ist in den Augen westlicher Beobachter die beste Rechnerfirma im Ostblock. Die Forschungs-, Entwicklungs-, Produktions- und Ausbildungsstätten befinden sich in verschiedenen Gebieten der DDR, wobei der Hauptsitz in Dresden ist. Ein Großteil der Produktion der ES 1040 ist noch nicht automatisiert, jedoch ist die Ausführung der Arbeiten von hoher Qualität ... Das Leitungspersonal und die Ingenieure von Robotron sind sehr fähig, und Wartung, Service und Ausbildung finden nicht ihresgleichen im RGW. ...“(ins Deutsche übersetzt von Merkel, G.) Der VEB Kombinat Robotron nach Klaus Krakat in der „Schlussbilanz der elektronischen Datenverarbeitung in der früheren DDR“ von 1990 ([26], S. 35, S. 40):
„Robotron
repräsentierte rund 21 Jahre hindurch die EDV-Industrie der DDR.“
Das Kombinat
verfügte über das zentrale Forschungs- und Entwicklungszentrum der DDR
zur Rechentechnik, realisierte Entwicklung und Produktion in seinen
Betrieben. Das Kombinat war als Generalauftragnehmer kompletter
Rechenzentren einschließlich der erforderlichen Bau- und
Installationsleistungen tätig. Es hatte Schulungs- wie auch
Serviceleistungen für elektronische Rechentechnik und Büromaschinen zu
erbringen sowie in ausgewählten Anwendungsrichtungen Projektierungs- und
Realisierungsleistungen. Zum Leistungsumfang gehörten ferner die
Entwicklung und Produktion von Ausrüstungen für die Fertigung sowie
Prüfung elektronischer Baugruppen und Geräte, die Entwicklung und
Produktion von Befehlsgeräten und eines Sortiments elektronischer
Konsumgüter (Heimcomputer, u.a. ausgewählte Rundfunkgeräte und tragbare
Fernsehgeräte) sowie ab 1979 elektronische Messtechnik. 1. Kombinatsbildung und -struktur 1969 bis 1990 1.1. Die Rolle der Computertechnik im gesellschaftlichen System der DDR - Grundlage des Wirkens des VEB Kombinat RobotronDie Führungsspitze der SED unter Walter Ulbricht und die Regierung der DDR sahen im Zeitraum ab etwa 1956 und fortdauernd bis 1971, anders als die KPdSU-Parteiführung, die „elektronische Rechentechnik“ (auch als maschinelle Rechentechnik oder Elektronische Datenverarbeitung bezeichnet) als eine der maßgeblichen Triebkräfte für die gesellschaftliche Entwicklung. Folgerichtig erhielten W-Kämmerer und H. Kortum für ihre Leistungen bei der Entwicklung des ersten in der Industrie geschaffenen und insbesondere für die Berechnung optischer Systeme genutzten Computers „OPREMA“ 1955 den Nationalpreis für Wissenschaft und Technik erster Klasse. 1957 wurde der „Wissenschaftliche Industriebetrieb VEB Elektronische Rechenmaschinen“ in Karl-Marx-Stadt (jetzt Chemnitz) gegründet , 1961 in Dresden das Zentralinstitut für Automatisierung (hervorgegangen aus einer Verlagerung von Jena und mit Kapazitäten aus der Auflösung der Luftfahrtindustrie, 1964 umgestaltet zum Institut für Datenverarbeitung „idv“. 1961 wurde auch die Arbeitsstelle für Molekularelektronik Dresden gebildet, 1976 gewandelt zum Institut für Mikroelektronik Dresden IMD, Vorläufer des 2005 noch bestehenden ZMD. Der Zeiss-Rechenautomat ZRA 1 ging 1961 in Serienfertigung, 32 Stück wurden produziert. Die unterschiedlichen Initiativen an Hochschulen und in der Wirtschaft bündelte eingesetzte eingesetzte DDR-Regierungskommission zu dem 1964 dann beschlossenen umfassenden ersten Datenverarbeitungsprogramm der DDR ([29]). Zentrale Aufgabe bis 1970 war es, Datenverarbeitungsanlagen der zweiten Generation unter dem Namen „Robotron 300“ zu produzieren und effektiv in Wissenschaft und Wirtschaft zu nutzen. Dazu wurden umfassende strukturpolitischen Maßnahmen in der Wirtschaft und in der Wissenschaft festgelegt. Es entstand die Basis für eine leistungsfähige Computerindustrie, gemessen im Maßstab des sozialistischen Wirtschaftsgebietes; und im Zeitraum 1960 bis 1971 gab es den stärksten Wirtschaftsaufschwung zu DDR-Zeiten, gekoppelt mit Experimenten in der sozialistischen Planung und in der Wirtschaftsführung … .
Unter dem
..SED-Chef und Staatsratsvorsitzenden W. Ulbricht kam es um 1970 immer
stärker zu Disproportionen in der Wirtschaft. Eine Energiekrise und
Missernten verschärften die Lage. Ideologische Unterstützung für die
Entwicklung der Computerindustrie und Mikroelektronik gab es aus Moskau
nicht; den Wünschen der DDR zur perspektivisch notwendigen direkten
Zusammenarbeit auf diesen Gebieten standen in der UdSSR
Geheimhaltungsvorbehalte entgegen. Offenbar gab es in der Führung der
UdSSR auch ein gewisses Unverständnis für die Bedeutung dieser Technik
über die Raumfahrt- und Kerntechnikbelange hinaus, obwohl Mitte der
sechziger Jahre die UdSSR Erfolge in der Computerentwicklung (BESM 6,
URAL-Serie, Minsk-Serie u.a.m.) als Ergebnisse einer von der Basis
getragenen Initiative nachweisen konnte.
- Eine Phase der spontanen Entwicklungen ab 1950, in der die Computerpioniere die Entwicklung im wesentlichen selbst bestimmten.
- Ein gleitender Übergang zu einer „Aufbruchsphase“ nach der 3. Parteikonferenz der SED 1956, auf der Ulbricht die Anwendung elektronischer Rechentechnik gefordert hatte. Initiativen zu Taten gingen in jener Zeit von Einzelpersonen aus und einzelne Vorhaben zur Rechentechnik/Elektronik wurden durch die Zentrale gefördert. Die systematische, konzentrierte Entwicklung der Rechentechnik setzte erst 1964 ein, gegründet auf das beschlossene DV-Programm und eine Entwicklungskonzeption zur Elektronik ([30]). Es begann die Kernzone der Aufbruchsphase. Die EDVA Robotron 300 (2. Computergeneration) ging 1968 in Serienfertigung, bis 1972 wurden davon 346 in der DDR installiert. Der Einstieg in die dritte Computergeneration in Kooperation mit anderen RGW-Staaten im Rahmen eines „Einheitlichen Systems elektronischer Rechentechnik (ESER)“ wurde 1968 vollzogen, die notwendigen Begleitmaßnahmen in der Wirtschaft und in der Bildung wurden zügig realisiert; Presse, Funk und Fernsehen begleiteten offensiv und konstruktiv die Aktivitäten. Die SED agierte in allen Ebenen. Mit dem Abgang Ulbrichts endete abrupt diese Entwicklung.
- Es folgte eine Phase der bewusst gebremsten Entwicklung und Anwendung der Rechentechnik ab 1971, deutlich sichtbar an der Reduzierung der an Themen der Rechentechnik im Kombinat Robotron tätigen Personen, an den Investitionen im Kombinat Robotron und am nahezu konstanten Bestand an EDVA ab 1972 (s.u.).
1983 setzte eine bis 1990 währende Phase ein, in der von der politischen Führung der Rechentechnik wieder Bedeutung beigemessen wurde, vom Wirtschaftssekretär des ZK der SED G. Mittag zur einer CAD/CAM-Euphorie gesteigert, 1986 ergänzt um ein „CIM“- Programm. Rechentechnik spielte damit indirekt, aus Sicht ihrer Nutzung vorrangig in der Industrie eine Rolle, jedoch fehlte die finanzielle und personelle Stützung durch den zentral vorgegebenen Plan, sowohl im VEB Kombinat Robotron wie bei den Anwendern. Die unter Staatssekretär K. Nendel gebildete „Staatliche Leitergruppe CAD/CAM“ wie auch die später unter Werkzeugmaschinenbau- Minister Dr. R. Georgi geschaffene „Staatliche Leitergruppe CIM-Vorhaben“ hatten keinen Einfluss auf Ressourcenplanungen, sie waren auf Verwaltung und Verteilung des Vorhandenen beschränkt *).
*) Anmerkung Dr. G. Jungnickel: Die genannten „Staatliche Leitergruppen CAD/CAM“ verfügten direkt oder indirekt über weitestgehenden Einfluss auf Pläne, gestalteten Bilanzen und waren Herren über die Verteilung zusätzlicher Valutamittel und Prämienfonds. Die Staatsplanauflagen, nach denen diese Gruppen handelten, waren zuvor von Führungsgruppen, Beiräten usw. , deren Mitglieder oft die gleichen Personen in anderer Funktion mit oft sehr subjektiver Interessenlage waren, den Partei- und Staatsorganen empfohlen worden und hatten nach Beschluss höchste Priorität im Staatsplan. Die o.g. CAD/CAM-Euphorie hatte speziell bezogen auf das ESER- Programm der DDR verheerende Wirkungen. In Blindheit und Ignoranz für Realitäten und wirtschaftliche Effektivität ( Ressourcen, Bauelemente-Basis, Valutaerlöse im UdSSR –Export usw.) wurde eine sog. 32 Bit Architektur [VAX] einschließlich wesentlicher Kapazitäten in der Halbleiterindustrie für die Entwicklung von firmeninternen Prozessor- SK mit höchster Priorität anfänglich "zusätzlich", später alternativ in die Bilanzen der beteiligten Betriebe gezwungen. Nur wenige Betriebe benötigten derartige Technik wirklich ( wie etwa der Schaltkreisentwurf), aber diese hatten ohnehin importierte Anlagen! Die erfolgreiche, massiv verbreitete und erfolgreich im Einsatz befindliche ESER- Architektur aber wurde auf niederes Prioritäts-Level degradiert.
Die Bildung des
Kombinates Robotron fällt noch in die Phase gezielter Förderung der
Rechentechnik. Die für das Potenzial des Kombinates entscheidenden
Ressourcen wurden im Zeitraum 1964 bis 1971 geschaffen ([1], [2], [3],
[4], [41]).
Anmerkung Dr. G. Jungnickel: die im Diagramm mit "EDVA Zentraleinheiten + Systemarbeit" angegebene Zahl zeigt nicht die am „ESER- Programm gesamt“ Beschäftigten, sondern betrifft den reinen Hardware -Entwicklungskomplex der Zentraleinheiten / BSP.
Bei der Wertung
des Wirtschaftsgeschehens sollte man davon ausgehen, dass die DDR in
besonderer Weise durch die Wirkungen des 2. Weltkrieges mit Demontagen
und Reparationsleistungen belastet war, auf sozialistische
Planwirtschaft umgestellt wurde und über ein Wirtschaftspotential
geringer als das des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen verfügte.
Mikroelektronik, Computertechnik und Kommunikationstechnik erforderten
in besonderer Weise Wirtschaftskraft und, bezogen auf kleinere Länder,
internationale Arbeitsteilung und Kooperation.
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1.2. Die Bildung des VEB Kombinat Robotron, seine Wurzeln und seine Einbindung in die Volkswirtschaft der DDR
Zur Vorgeschichte:
1958 wurden die
Vereinigungen volkseigener Betriebe (VVB) geschaffen, die etwa in Form
einer Holding die Betriebe, Institute und Wissenschaftlich-technischen
Zentren der jeweiligen Branche vereinten. Für die Branche
Büromaschinen war dies die VVB Büromaschinen (Hauptdirektor W.
Lungershausen), Sitz Erfurt. Die Organisationsform VVB existierte in
der DDR von 1958 bis in den Zeitraum 1968...1978, je nach Branche. |
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Zeitraum |
Übergeordnetes zentrales staatliches Organ |
Leitungsorganisation In der Branche |
Betriebe, Institute, sonstige Einrichtungen |
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1961-1964 |
Volkswirtschaftsrat der DDR (VWR) |
VVB
Sitz Erfurt VVB-Hauptdirektor W. Lungershausen |
VEB Elektronische Rechenmaschinen Karl-Marx-Stadt (ELREMA), Wissenschaftlicher Industriebetrieb VEB Büromaschinenwerk Sömmerda VEB Optima Büromaschinen Erfurt VEB Büromaschinen Karl-Marx-Stadt VEB Secura-Werke Berlin VEB Schreibmaschinenwerke Dresden VEB Mess- und Zeichengeräte Liebenwerda VEB Bürotechnik Berlin WTZ Büromaschinen Karl-Marx-Stadt Zugeordnet: Mercedes-Büromaschinenwergke AG Zella-Mehlis i.V. |
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1964- 31.03.1969 |
Volkswirtschaftrat
der DDR (VWR) Ab 1.01. 1966 Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik (MEE) |
VVB Datenverarbeitungs- und Büromaschinen (VVB DuB)
Sitz Erfurt
Generaldirektor: |
VEB Elektronische Rechenmaschinen Karl-Marx-Stadtbetrieb (ELREMA) Institut für Datenverarbeitung Dresden (idv), ab 1964 Institut für Elektronik Dresden (ied), ab 1964 Institut für Maschinelle Rechentechnik Dresden (IMR) ab 1967 VEB RAFENA-Werke Radeberg, ab 1966 VEB Kohleanlagen Leipzig ab 1969
VEB
Rechenelektronik Meiningen-Zella-Mehlis ab 1969, vormals VEB Büromaschinenwerk Sömmerda VEB Optima Büromaschinen Erfurt VEB Büromaschinen Karl-Marx-Stadt VEB Secura-Werke Berlin VEB Schreibmaschinenwerke Dresden VEB Mess- und Zeichengeräte Liebenwerda VEB Bürotechnik Berlin WTZ Büromaschinen Karl-Marx-Stadt Ingenieurbüro Erfurt |
Tabelle: Zur VVB Büromaschinen bzw. VVB Datenverarbeitungs- und Büromaschinen gehörige Betriebe und Institute 1958 – 1969
…
| Mit Wirkung
vom 1.1.1966 wurde der Volkwirtschaftsrat aufgelöst, es wurden wieder
Industrieministerien gebildet; die Minister gehörten der Regierung der
DDR an. Die VVB der elektronischen Industrie, des Geräte- und des
Elektromaschinenbaues wurden zum Industriebereich Elektrotechnik und
Elektronik, geleitet vom Minister für Elektrotechnik und Elektronik
(1966-1982 O. Steger, 1982-1989 F. Meier), zusammengefasst. Die
Ministerien existierten dauerhaft bis zur Auflösung der volkseigenen
Wirtschaft 1990.
Die Bildung des VEB Kombinat Robotron per 01.04.1969 Die Entwicklung und Produktion elektronischer Datenverarbeitungsanlagen unter Regie der VVB DuB im Zeitraum 1965 bis 1969 setzte die Zusammenarbeit zahlreicher Betriebe, zum Teil unterschiedlichen VVB unterstellt, voraus:
Die Koordinierung aller Leistungen zu Datenverarbeitungsanlagen gründete sich im Zeitraum 1965 bis 1969 auf Kooperationsverträge zwischen den beteiligten Institutionen. Unter den Bedingungen sozialistischer Planwirtschaft mit den Elementen Plan, Bilanz und Vertrag als Handlungsgrundlage war die operative Arbeit sehr kompliziert, im Falle der Zusammenarbeit an der Realisierung der Datenverarbeitungsanlage Robotron 300 (1965 bis 1971) gelang dies mittels Unterstützung der zentralen staatlichen Leitung (Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik, Regierungskommission Maschinelle Datenverarbeitung) und insbesondere auf der Grundlage guten Willens der Beteiligten.
Um die erwarteten Vorteile sozialistischen Wirtschaftens bei der Organisation des Einsatzes von Datenverarbeitungsanlagen zu nutzen, wurde 1967 beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR ein „Staatssekretär für Datenverarbeitung“ (G. Kleiber, Kandidat des Politbüros beim ZK der SED) berufen, der die dem Ministerrat obliegenden Koordinierungsfragen bei der Schaffung und dem Einsatz von Rechentechnik wahrzunehmen hatte und konkret die EDVA- Einsatzvorbereitungen in allen Bereichen der DDR koordinierte. .. Diese Rolle wurde von Honecker 1972 im Zuge seiner neuen Linie wieder abgeschafft.
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[Zur internationalen Zusammenarbeit der
sozialistischen Staaten ]
Am 13.08.1968 vereinbarten im Auftrage ihrer Organisationen Spezialisten aus der UdSSR, VR Bulgarien, der CSSR, VR Polen und der DDR die technischen Grundsätze für ein Computersystem der 3. Generation (vergleichbar mit dem System IBM 360) mit der Absicht, dieses arbeitsteilig zu realisieren. Am 20.12.1968 *) schlossen die Regierungen dieser Länder ein Regierungsabkommen zur Schaffung des „Einheitlichen Systems Elektronischer Rechentechnik (ESER, russisch EC ЭВМ), DDR- seitig im Auftrag der Regierung unterzeichnet vom Staatssekretär für Datenverarbeitung G. Kleiber. Vertreten in der MRK RT waren die am Abkommen beteiligten Länder mit ihren „Nationalen Teilen“, deren Leiter in der Regel Ministerrang hatten (DDR aufeinanderfolgend Staatssekretär Kleiber, Minister Steger, Minister Meier) sowie die Leiter der von der MRK RT berufenen Organe. Der Leiter des UdSSR-Teiles der MRK hatte abweichend von RGW-Regelungen laut Regierungsabkommen in der MRK ständig den Vorsitz. Als Organe der MRK RT fungierten für die Arbeit notwendige Arbeitsgremien, so das „Koordinierungszentrums“ mit Sitz in Moskau, der „Rat der Chefkonstrukteure des ESER“ mit einem Generalkonstrukteur aus der UdSSR (aufeinanderfolgend Krutovskich, Larionov, Prshijalkowski) als Leiter, der „Ökonomische Rat“ und andere ([5],[11]).
Die Planung und Leitung solch komplexer Vorhaben wie die Schaffung von EDV-Systemen mit ihren vielfältigen Hard- und Softwarekomponenten innerhalb der DDR und gar über Ländergrenzen hinweg mit Beteiligung einer Vielzahl juristisch selbständiger Institute und Betriebe war ersichtlich schwer beherrschbar und erforderte folglich eine neue Organisationsform für die Leitung der Wirtschaft. Analoge Probleme traten in anderen Branchen auf, woraus sich für die DDR ein allgemeines Erfordernis ableitete.
Auf Beschluss der
SED-Parteiführung und der Regierung wurden daher schrittweise
Volkseigene Kombinate gebildet, ausgerüstet mit mehr Kompetenzen als die
bestehenden VVB im Verhältnis zu nachgeordneten Betrieben. Die in der
Branche tätigen, ihr zugeordneten Potenziale wurden durch die
Kombinatsleitungen neu geordnet und zusammengefasst, teils unter
Auflösung der bis dahin bestehenden Rechtsform als juristisch und
ökonomisch selbstverantwortlichen Institution (Betrieb, Institut). Für das Gebiet der elektronischen Rechentechnik wurde mit Wirkung vom 1.04.1969 der VEB Kombinat Robotron aus Einrichtungen der VVB DuB geschaffen, für die Arbeitsrichtungen Büromaschinen, Datenerfassung und „mittlere Datentechnik“ der VEB Kombinat Zentronik, Sitz Sömmerda (Generaldirektor M. Vogelsang). Die VVB Datenverarbeitungs- und Büromaschinen wurde aufgelöst.
gewählt. Die zum Kombinat gehörigen Betriebe erhielten später alle den Vorsatz „Robotron“ zu ihrem Namen.
Aus dem Statut des VEB Kombinat Robotron vom 31.03.1969 [5]:
Der Grundaufbau des Kombinates ([40]) folgte der Auffassung, dass sowohl die Forschung und Entwicklung für komplexe Systeme als auch der Vertrieb durch stark zentralisierte, leistungsstarke Formationen erbracht werden müssten: In Anlehnung an in Europa allgemein anzutreffende und von der SED-Führung übernommene Tendenzen in jener Zeit wurde daher ein Großforschungszentrum (GFZ Robotron) mit dem Sitz in Dresden aus den selbständigen FuE-Zentren der VVB DuB gebildet *) mit einem Aufgabenprofil, welches vergleichsweise in der BRD dem der Großforschungseinrichtung „Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD)" ergänzt um Frauenhofereinrichtungen, entsprach, jedoch auch den Bereich betrieblicher Entwicklungsstellen überdeckte.
Die Vertriebs-, Techniker-, Schulungs- und Anlagenbaueinrichtungen für den Gesamtkomplex der Rechen-, Büro- und Organisationstechnik wurden in einem Zentralvertrieb genannten Komplex territorial verteilter Einrichtungen mit dem Leitungssitz in Dresden zusammengefasst. Die Potenziale des Zentralvertriebs waren basisnah tätig; in Leipzig befand sich mit dem im Zentrum der Stadt neu errichteten Schulungszentrum, dem zentralen Ersatzteillager und dem Anlagenbaubetrieb ein Hauptteil dieser Kräfte, in Berlin und in Dresden war traditionell bedingt eine weitere Konzentration von Vertriebs- und Servicekräften vorhanden.
Gemäß Thema gekürzte Fassung ;
Konsultativ haben
an dieser Ausarbeitung mitgewirkt: § Dr. Heinz Speidel, Leiter des Büros des Generaldirektors, Direktor für Koordinierung im VEB Kombinat Robotron § Dr. Rolf Kilian, Direktor für Organisation und Datenverarbeitung, Direktor für Absatz- und Außenwirtschaft im VEB Kombinat Robotron § S. Junge, Bereichs- und Fachgebietsdirektor im VEB Robotron ZFT § Dr. Dieter Walter, Leiter der TKO, Produktionsdirektor, Betriebsdirektor des VEB Robotron-Elektronik Dresden, Direktor für Forschung und Entwicklung im VEB Kombinat Robotron, 1 Stellvertreter des Generaldirektors. § Dr. M. Günther, Chefkonstrukteur ESER, Sektorenleiter im Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik § H. Börner, Direktor des Schulungszentrums im VEB Kombinat Robotron § M. Ehring, Vorsitzender der Zentralen Betriebsgewerkschaftsleitung im VEB Kombinat Robotron § D. Noack, Mitarbeiter in Stabsorganen des VEB Kombinat Robotron § O. Neels, Leitender Mitarbeiter in Vertriebsorganen des VEB Kombinat Robotron § Dr. H. Ziegengeist, Mitarbeiter in Stabsorganen des VEB Kombinat Robotron
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