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Die
Entwicklung der Rechentechnik/ Informationstechnologie in der UdSSR war
besonders in ihrem Start-Zeitraum absolut dominiert durch das Wettrüsten , in dessen Kern das Atomprogramm und die Rüstungsprogramme der
strategischen Teilstreitkräfte
standen. Das Land mobilisierte unter Verantwortung zentraler Planungs- und
Leitungsgremien, die den militärisch- industriellen Komplex
koordinierten,
riesige Kräfte aus Wissenschaft und der Wirtschaft. Wissenschaftliche Berechnungen zu physikalischen Grundlagen der
Kernenergetik, der Aerodynamik und analoge Aufgabenstellungen, aber auch
Aufgaben zum strategischen Monitoring ( wie etwa Raketenfrühwarnsysteme,
Anforderungen an Echtzeitrechner für Steuerungen usw.) stellten in
enormer Breite und Spezifik höchste Anforderungen sowohl an die
numerische Mathematik und die Software, als auch an die Leistung der
Rechentechnik.
Unter höchster Geheimhaltung und Isolation untereinander
und vom zivilen Bereich wurden verschiedene Entwicklungsrichtungen und Architekturen
betrieben. Dieser Hintergrund führte auch zu Architekturentwicklungen
für verschiedene strategische Projekten, die
vorrangig in Akademie- Instituten auf einer eigenen Rechner- und Programm- Basis
liefen und von hervorragenden Wissenschaftlern und Technikern geleitet
wurden. Dabei leistete die sowjetische Wissenschaft Beachtenswertes,
bestimmte Ergebnisse waren führend in der Welt. Das war aber auch mit Vielschichtigkeit und Zersplitterung
der Kräfte verbunden. Elemente der Konkurrenz der einzelnen wissenschaftlichen Schulen und regionalen Zentren untereinander
begünstigten diese Erscheinungen.
Die wissenschaftlichen Wurzeln und das Image dieser Schulen
wirkten auch in der ESER- Zeit und sind auch heute ein wichtiger Motor der
Entwicklung in Russland.
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Der deutschsprachige Artikel
Geschichte der Anwendung universeller
Digitalrechner in den Atom- und Kosmosprogrammen der UdSSR
von E. N. Filinow
bietet einen weitgespannten Einblick in die
Geschichte der Entwicklung dieser strategischen Bereiche in der
UdSSR und der Rolle der sowjetischen Rechentechnik und
numerischen Mathematik. Es wird u.a. deutlich, dass Computerarchitekturen, Verfahren der angewandten Mathematik und
weitere Hochtechnologien tiefe historische Wurzeln
im Bereich der AdW UdSSR/RAN hatten und haben. Die Spezifik des
innovativen Zuganges zu neuen Architekturen im High-end-Bereich bestand darin, dass Wissenschaftler mit dem Blick
auf bestimmte Klassen von numerisch- algorithmischen Forderungen
eine bestmögliche Architektur suchten. Das gelang in einigen
sowjetischen Akademieinstituten - weit vor Start des ESER-
Programms- auf hervorragende Weise. Die Komplexität von Aufgabe ,
numerischen Verfahren und Architektur in einer Einheit schufen
dafür ein besonders produktives Klima.
Dr
Artikel hilft auch, den Platz des ESER in der RT/IT- Landschaft der UdSSR
besser einzuordnen und scheinbaren Parallelismus in der UdSSR
zu verstehen. |
Die Orientierungen und Entwicklungen auf Höchstleistungen
und spezifische Parallelalgorithmen waren jedoch keine Basis, eine moderne IT- Technologie in
Großstückzahlen aufzubauen,
die Technik war in der Regel für Superleistungen am Rande des Machbaren
konzipiert, eine Massenfertigung war technisch und wirtschaftlich
unmöglich. Die dringend erforderlichen Arbeiten an modernster
Peripherie ( wie etwa Plattenspeicher) wurden in Akademiekreisen zudem
vernachlässigt. Der "Akademie- Ansatz" war aber auch organisatorisch
wenig geeignet, Industrie- Technologie für Großserien zu entwickeln.
Mitte der 60-ger Jahre wurde für die verantwortlichen Strategen
und Fachleuten der UdSSR die Notwendigkeit immer klarer, durch breite Anwendungen
der RT / Datenverarbeitung für die Bearbeitung großer-
gesamtwirtschaftlicher- Aufgaben in der Volkswirtschaft
( wie etwa Automatisierungssysteme für Lenkung und
Leitung ) aber auch durch Optimierung komplexer technologischer
Objekte ( wie etwa Automatisierungssysteme für
technologische Prozesse ) die Volkswirtschaft effektiv und
schnell zu entwickeln. Es entstand mit kräftiger Unterstützung durch
Partei- und Staatsführung ein zweiter
Schwerpunkt der Planung und Ressourcen-Entwicklung.
Parallel zum Schwerpunkt der Entwicklungen für den Verteidigungskomplex
hatte sich , oftmals parallel , bereits eine Vielzahl von Rechner-
Linien entwickelt , allerdings meist mit wirtschaftlich unbedeutenden
Volumina !
Ein
neuer Ansatz
für die breite Anwendung in der Volkswirtschaft
war notwendig . Das betraf zunächst
die universelle Datenverarbeitung( ESER) , später auch die
Entwicklung von Steuerrechnern für Echtzeit- orientierte Aufgaben( SKR)
.
Zusammenfassend
zum Thema ESER soll Generalkonstrukteur
des ESER V. V. Prschijalkowskij zitiert werden:
Die Entscheidung der Regierung der UdSSR aus dem Jahre 1968 zur Schaffung eines Einheitssystems der universellen Rechentechnik mit einer international führenden Architektur und die dazu getroffenen mehrseitigen Vereinbarungen waren daher
ein
Meilenstein von enormer Tragweite zum Aufbau und
der Konzentration von Ressourcen der UdSSR (und später weiterer Ressourcen um die UdSSR)
für die Entwicklung und Anwendung von EDVA in der Breite der
Volkswirtschaft. .
Ungeachtet dessen bestanden bis Ende der UdSSR
mehrere andere wesentliche Architekturen.
Schwerpunkte waren Superrechner ( siehe
"Chronologie der
Hauptereignisse der Entwicklung der Rechentechnik und der
Informationstechnologien 1946- 2000 [der UdSSR]
und die Schaffung von Minirechnern. |