Historischer Ueberblick zur

 Rechnerfamilie des ESER( ЕС ЭВМ)

V.V.Prschijalkovski(В. В. Пржиялковский)

Vorbemerkungen zur Übersetzung:

Der Autor war lange Jahre der Generalkonstrukteur des ESER und ist ein hochangesehener Fachmann innerhalb der Familie der IT- Wissenschaftler der 70- und 80er Jahre.  ( siehe Seite „NIZEWT.. „)

Der Übersetzer sieht diese Gesamtdarstellung der Geschichte des ESER, geschrieben mit der Hauptsicht auf die Ereignisse und Umständer in der UdSSR und zwischen den Teilnehmerländern (oft mehr aus Sicht des Generaldirektors , als des Generalkonstrukteurs) auch für den deutschen Leser als eine sehr wesentliche Ergänzung  der Informationen zum ESER, wie sie sicher niemand, der nicht das seit ca. 1993 (?) verfügbare  Dokument russisch lesen konnte, kennt. Die Offenheit, mit der er viele Dinge beschreibt, lassen uns auch hinter die Kulissen der 70er und 80er Jahre in der UdSSR blicken und erfahren Fakten, die unser Bild über die damalige Zeit, das (durchaus eingeschränkte) Potential eines der mächtigsten Industrie-Ministerien der UdSSR abrunden. Bemerkenswert sind  e.E. auch die umfangreichen Ausführungen zu Defekten der  „konstruktiv- technologischen und Mikroelektronik-Basis“ die sich wie ein rote Faden durch die Darlegungen zieht und die teilweise überraschende Parallelität der Positionen und Schlußfolgerunge in der UdSSR und in der Entwicklung der DDR-ESER- EDVA zeigen.

In der Übersetzung wurden nur die angemerkten Stellen inhaltlich ergänzt, sowie wenige Kommentare als Fussnote angefügt. Es gäbe dazu noch viel mehr anzumerken. G.J.

 

Gliederungsübersicht  :

 Historischer Ueberblick zur Rechnerfamilie des ESER( ЕС ЭВМ)

V.V.Prschijalkovski(В. В. Пржиялковский)

Startphase.

Vorprojekt und Entscheidung zur Architektur

Beginn der mehrseitigen Arbeiten.

ESER-Reihe 1.

Gegner der IBM-Architektur machen noch einmal mobil

Modelle des ESER- Reihe 1.

Gründe und Ergebnisse Modernisierung ESER-Reihe 1.

ESER-Reihe 2.

Modernisierung ESER-Reihe 2 und einige Aspekte.

ESER-Reihe 3.

ESER- Reihe 3/  1.Etappe.

ESER-Reihe 3- Probleme der 2.Etappe. PAGEREF _Toc160717666 \h 17

ESER- Reihe 4.

Das ESER-4- Programm der UdSSR.

Zusatzprogramm ESER-PC.

Beginn von Zerfall und Niederang.

EC 1130- einzige Serienmaschine des ESER-Reihe 4.

EC 1181 wurde  1995 geprüft

Gesamtübersicht der ESER- Produktion der UdSSR.

Schlussbemerkungen.

Die Schaffung einer Familie kompatibler universeller EDVA der dritten Generation begann in der UdSSR praktisch im Jahre 1968, obwohl Vorarbeiten, die Erörterungen der Grundkonzeption und die Erarbeitung des  Vorprojektes bereits in den Jahren 1966 und 1967 mit wachsendem Tempo anliefen. Zu dieser Zeit-Periode konnte man in der UdSSR ein sehr  deutliches Anwachsen der Produktion von EDVA der zweiten Generation beobachten. In dem entstehenden Wirtschaftsfeld der Mittel der Rechentechnik (RT) waren mit der Entwicklung von EDVA, ihrer Bauelemente , externer Speicher, E/A- Geräten vollständig oder anteilig 26 Forschungs- und Entwicklungsinstitute (NII) und Spezialkonstruktionsbüros (SKB) beteiligt, die Produktion von Mitteln der RT erfolgte in mehr als 30 Werken. Der Hauptteil dieser Betriebe war in der Hauptverwaltung Rechentechnik des Ministeriums für Radioindustrie (MRP) der UdSSR konzentriert, die von M.K. Sulim, später von N.V.Gorschkow geleitet wurde. 

Es wurden produziert oder befanden sich in der Überleitung die Rechner  BESM 6 (БЭСМ-6), Vesna ("Весна"), BESM 3 (БЭСМ-3),BESM 4 ( БЭСМ-4) , М-220, Ural 11(Урал-11) , Ural 14 (Урал-14),Minsk-22 (Минск-22), Minsk-23 (Минск-23),Minsk-32 (Минск-32), Rasdan-2 (Раздан-2), Nairi (Наири) und Dnepr (Днепр). Die bestehende Inkompatilität der EDVA, ihrer unterschiedlichen Speichertypen, E/A- Geräte, die in verschiedenen betrieben gefertigt wurden, erschwerte die Entstehung von automatisierten Informationsverarbeitungssystemen verschiedener Größe außerordentlich. Zu dieser Zeit analysierte das Staatliche Komitee für Wissenschaft und Technik (GKNT) die Möglichkeiten der Schaffung eines Gesamtstaatlichen Netzes von Rechenzentren (EGSVZ). Akademiemitglied A.P. Jerschow legte das Projekt AIST(АИСТ) zur Schaffung eines Netzes automatisierter Informationsstationen vor.  Es begann die zeit der Projektierung und Einführung von Automatisierten Steuerungssystemen (ASU) für Großbetriebe und von ganzen Branchen- Informationssystemen. Unter diesen Bedingungen wuchs die Notwendigkeit einer seriösen Standardisierung von Mitteln der RT, der Software- Ausstattung (PO), von Codes, Protokollen, Interfaces.

Die Ankündigung des Systems IBM/360 im Jahre 1964 und der Lieferbeginn der ersten Rechner 1965, die eine einheitliche Architektur und abgestufte Performance hatten, zeigte augenscheinlich, dass die Schaffung eines total kompatiblen Systems von EDVA mit einem breiten Leistungsspektrum möglich ist.  In der UdSSR gab es einen einzigen Versuch, eine Reihe von Maschinen abgestufter Leistung und annähernd gleicher ( wenn auch nicht gleicher) Architektur und konstruktiv- technologischer Basis zu produzieren - das war die Serie Ural („Урал"–11, 14,16). Aber sie hatte ernsthafte Einschränkungen sowohl bzgl. Leistung der großen Modelle (100Top/s.), als auch bzgl. der Kompatibilität. Es war eine Neuentwicklung auf Basis von Mikroelektronik erforderlich.

1966  erschien eine Aufgabenstellung des MRP, ein Vorprojekt „F/E- Arbeiten REIHE (Ряд)“ zu erarbeiten. Die Aufgabenstellung wurde vom Chef der Hauptverwaltung RT des MRP , M. K. Sulim formuliert und beauftragte im Laufe 1966/1967 die Erarbeitung und Vorlage eines Vorprojektes „Komplex von typisierten, hochzuverlässigen EDVA mit einem Leistungsspektrum von 10 Top/s bis zu 1 Mio Op/s. auf Basis einer einheitlichen Struktur und Mikroelektronik- Bauelementebasis, sowie kompatibler Programmiersysteme zur Schaffung von automatisierten Informationsverarbeitungssystemen“.  

Anfänglich war die Erarbeitung des Vorprojektes für eine „Reihe kompatibler EDVA “ dem Institut für Präzisionsmechanik und Rechentechnik (ITM&VT) übertragen worden. Das Material, welches vom Institut Mitte 1966 vorgelegt wurde, war dem Ministerium unzulänglich, weil es deutlich das Desinteresse der Autoren an der Schaffung einer solchen Rechnerfamilie in der UdSSR zeigte. Das ITM&VT, wie auch das Institut für Mathematische Maschinen (IMM-P) in Pensa, waren damals mit eigenen Problemen befasst, womit sich ihre inaktive Position bei der Beratung der Weiterentwicklungspläne der RT im Lande erklärt, da sie damals ihre Zukunft bei der Fortführung der Arbeiten sahen, mit denen sie  bislang beschäftigt  waren.

Das größte Interesse bei der Behandlung des Problems kompatibler Rechner zeigte das Institut für Angewandte Mathematik (IPM) der AdW der UdSSR, das Konstruktionsbüro für  Industrieautomatik (KBPA), das Forschungsinstitut für Rechenmaschinen (NIISCЁTMASCH) und das Konstruktionsbüro des Minsker Werkes Ordshonikidse. Im Ergebnis beauftrage das MRI (MRP)   mit Auftrags- Schreiben vom 22.02.1967 die Leitung des KBPA, welches bekannt war durch die Entwicklung der Hochleistungsrechner „Vesna (Весна)“  und "Sneg (Снег)". Die Aufgabe als Leitorganisation für Softwarefragen der Entwicklung „Reihe“ oblag dem IPM der AdW der UdSSR (M.P. Schura-Bura, V.S. Starkmann).

Das Material zu den E/A- Geräten und externen Speichern, das vom NIISCЁTMASCH und dem Pensaer  NIIVT  für das Material des ITM & VT stammte , wurde praktisch kaum diskutiert. So wurden die logische Struktur der Zentralprozessoren, die Codes, Befehlsliste, E/A- Interface, d. h. alles das was nach der Ankündigung der IBM/ 360 als „Architektur“ GeJu1 einer EDVA bezeichnet wird, sehr gründlich diskutiert.  Insgesamt neigte sich die öffentliche Meinung, darunter des Chefentwicklers dahin, dass als Grundlage des Projektes die Architektur /360 anzuwenden ist.

Die  Architektur einer EDVA ist nicht patentfähig, patentierbar sind nur ihre konkrete Realisierung und die Neuheiten der IBM/360-Architektur waren nicht neu, sondern den einheimischen Entwicklern geläufig und wurden in bestimmtem Umfange in einheimischen Rechnern genutzt, mit Ausnahme des 8-bit Bytes.

Das 8-bit Byte war der Hauptunterschied der IBM/360 Architektur und keine einzige einheimische EDVA konnte effektiv damit arbeiten. Die 8-bit aber nicht zu realisieren bedeutete  die Informationskompatibilität mit westlichen EDVA extrem zu erschweren, was sogar unter den Bedingungen des „Eisernen Vorhanges“ als nicht sinnvoll betrachtet wurde.

Die Verwendung von 8-Bit nach 7-Bit ("Минск-32") und 6-Bit (BESM-6, "VESNA ", М-220 u.a. ) war perspektivisch günstig, dahinter stand aber die Verarbeitungsbreite von 8-16-32-64 Bit anstelle der üblichen Verarbeitungsbreite von 36 oder 48 bit. Die unabdingbare Vergrößerung der Gerätetechnik war kompensierbar durch eine neue Mikroelektronik-Basis  integrierter Schaltkreise. Wenn man also die von westlichen Firmen de facto als Weltstandard  eingesetzte 8-Bit Kodierung und die Befehlsliste ( mit 1- und 2 Adressbefehlen und 16 Universalregistern ) realisierte, konnte man die Aufgabe der vollständigen Programmkompatibilität mit IBM/360 lösen.

Untersuchungen am IPM AdW UdSSR zeigten darüber hinaus, dass Programme für die IBM/360 ca. 1,5- 3 mal weniger Speichervolumen benötigen , als für BESM-6, "VESNA ", М-20.

Die Diskussionen betrafen vorrangig die Frage der Realisierbarkeit der /360- Architektur unter den Bedingungen eines harten Embargo, denn wenn sie ohne Dokumentation und Muster nicht möglich wäre, sollte man besser keine Kraft auf eine genaue Kopie vergeuden und besser die Architektur „verbessern“. 

Das Ende dieser Diskussionen wurde am 27.Januar 1967 durch Entscheidung der Kommission für RT der AdW der UdSSR unter Vorsitz von A. A. Dorodnizyn gesetzt, welcher vorschlug, für das Projekt „Reihe“ die Architektur IBM/360 einzusetzen mit dem Ziel , dadurch „ möglichst den Softwarefond zu nutzen,  der offenbar für das System /360 existiert..“. Diese Entscheidung wurde prinzipiell von den anwesenden Vertretern der Organisationen mitgetragen, die das Projekt „Reihe“ zu realisieren hatten. Alternativvorschläge wurden in dieser Kommission nicht vorgelegt.

Vorprojekt und Entscheidung zur Architektur

Im 1. Halbjahr 1967 wurde durch ein Kollektiv des KBPA unter Leitung von V. K. Lewin das „Vorprojekt eines Komplexes typisierter Informationsverarbeitungsmaschinen ( F/E „Reihe“) vorgelegt. Darin wurde die Entwicklung von vier vollständig mit der Architektur/360 kompatiblen Modellen vorgeschlagen: R-20, R-100, R-500 и R-2000 mit Leistungen von  10–20, 100, 500 и 2000 Top/s. Dabei sollte die Leistungsmessung nach dem im Westen üblichen GIBSON 3 Mix erfolgen, nach dem die Leistung der R500- etwa der der BESM 6 entsprach.

Im Vorprojekt wurden ausreichend detailliert allgemeine Fragen der Entwicklung der logischen Struktur der Maschinen, der Bauelementebasis und Stromversorgung, des Hauptspeicher- Aufbaus, die Komplettierung mit Peripherie, Schaffung der Konstruktiven Basis und eines Systems zur  automatisierten Projektierung erörtert. 

Im 2. Halbjahr erfolgte unter Leitung des MRP (M. K. Sulim) die Beratung des Vorprojektes, die Festlegung der ausführenden Organisationen und die Vorbereitung eines Beschlusses des ZK der KPdSU und des Ministerrates zur Weiterentwicklung der Rechentechnik. Dieser Beschluss erschien am  30. Dezember 1967.  Er beauftragte das Projektbüro des Minsker Werkes Ordshonikidse mit der Entwicklung der P-20, das Jerewaner NII für Mathematische Maschinen – mit R-100 , während die R500 und R-2000 dem neugegründeten Wissenschaftlichen Forschungs-Zentrum für elektronische Rechentechnik (NIZEWT) übertragen wurden. Zwecks Aufbau des neuen Zentrum wurde aus dem KBPA das Team der Entwickler des Vorprojektes unter Leitung von V. L. Lewin, der  Stellvertreter des Direktors des NIZEWT für Forschungsarbeit  wurde, in das NIZEWT übergeleitet.

Anfangs 1968 begann die Projektierung der Maschinen in allen Organisationen, darunter auch im NIZEWT, obwohl Schwierigkeiten des Aufbaus bestanden. Anfang Dezember 1968 wurde das Institut für elektronische Rechner (NIEM) mit dem NIZEWT vereint, dessen Direktor S.A. Krutovskich Direktor des NIZEWT und Generalkonstrukteur des zu schaffenden EDVA- Systems wurde, V.K. Levin wurde sein Stellvertreter.  Das trug dazu bei, schnell die erforderliche Infrastruktur zu schaffen und die Leitung des Entwicklungsbereiches zu formieren.

Beginn der mehrseitigen Arbeiten

Seit Anfang 1968 begannen sich auch wissenschaftliche und industrielle Organisationen der Länder der sozialistischen Staaten Bulgarien, Ungarn, DDR, Polen und Tschechoslowakei für die Arbeiten an der unifizierten Rechnerreihe der UdSSR zu interessieren.  Es wurden Möglichkeiten und die Zweckmäßigkeit der Vereinigung der Kräfte bei der Entwicklung der RT geprüft. Besonderes Interesse zeigte der Stellvertreter des Vorsitzenden der Regierung der VRB Prof. I. Popow. Nach umfangreichen Konsultationen, Beratungen und Abstimmungen wurde Ende 1968 [siehe hierzu  GJ2 ] die mehrseitige Vereinbarung über Zusammenarbeit bei der Schaffung, Produktion und Anwendung von Mitteln der RT unterzeichnet.  In einer Mehrseitigen Regierungsvereinbarung wurde die Aufgabe formuliert, das Einheitssystem der EDVA der sozialistischen Länder (ESER bzw. ES EVM) zu schaffen. Mit der Regierungsvereinbarung wurde die Mehrseitige Regierungskommission Rechentechnik (MRK RT) auf der Ebene von Ministern unter ständigem Vorsitz eines  Stellvertreters des Vorsitzenden von GOSPLAN ( Staatl. Plankommission) der UdSSR beschlossen. Arbeitsorgane der Kommission  wurde der Ökonomische Rat und der Rat der Chefkontrukteure unter Leitung eines  Generalkonstrukteurs seitens der UdSSR. Die Arbeiten zur Schaffung eines inländischen Rechnersystems wurden in ein internationales Programm zur Schaffung des Einheitssystems der EDVA der sozialistischen Länder ESER transformiert. 

Ständige Vorsitzende der MRK RT waren die Stellvertreter von Gosplan der UdSSR M.E. Rakowski. Ja. P. Rjabow, Ju. D. Masljukow, Generalkonstrukteure des ESER waren S.A. Krutovskich (1968–1969), A.M. Larionow (970-1977) V.V.Prschijalkowskij (1977 – 1990) alle gleichzeitig auch Direktoren des NIZEWT.

In der zweiten Hälfte 1968 erfolgten intensive Konsultationen und Beratungen der Spezialisten der Länder zur Verteilung der Verantwortlichkeiten der Länder und zur Erarbeitung einer einheitlichen technischen Politik.  Jedes Land hatte bei Start des Projektes seine eigenen Vorarbeiten un seine strategischen Ziele. Der RCK suchte intensiv nach Wegen der Annäherung der technischen Positionen der Länder und erarbeitete eine allgemeine Konzeption der Entwicklung der RT. Die Zweckmäßigkeit der Nutzung der Architektur der IBM / 360 wurde von der Mehrheit der Länder akzeptiert. Differenzen bestanden darin , dass die ungarischen Vertreter vorschlugen , ihre Vorleistungen zu Rechnern mit einer Mitra 1- Architektur in das  ESER- Programm aufzunehmen, die Vertreter der CSSR bestanden auf der Aufnahme privilegierter Befehle aus System 4 und Siemens 4004. Im Ergebniss entstand der Kompromiss, dass in die ESER- Reihe die ungarische EC 1010 und die CSSR- Maschine EC 1020A aufgenommen wurden, die mit den anderen Modellen nicht kompatibel waren. Weiterhin erschienen im Plan der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten parallele Arbeitsrichtungen mehrerer Länder. 

In der Hoffnung auf große Importe der UdSSR machten einige Länder eine große Zahl Entwicklungsanträge im Entwicklungsplan. In Bulgarien wurden 14 Werke gebaut zur Produktion von externen Speichern, Datenaufbereitungsgeräten, Rechnern und Rechnerbaugruppen.

ESER-Reihe 1

Auf der ersten Tagung des Rates der Chefkonstrukteure vom 7.-9.Januar 1969 wurden alle grundlegenden Beschlüsse gefasst, die zuvor 1968 von Spezialisten vorbereitet worden waren, darunter zur Architektur des neuen Systems, wofür die Architektur IBM /360 bestätigt wurde. Weitere wichtige Beschlüsse waren der Beschluss über die Kontrolle der Entwicklungen durch die Militärabnahmeorgane des Ministeriums für Verteidigung der UdSSR und über eine mit dem Verteidigungsministerium abgestimmte Einheitsnomenklatur der Dokumentation für alle inländischen GJ3 Maschinen des ESER. Dagegen stimmten die Delegation der UVR, CSSR, sowie einige inländische Organisationen, z.B. des Minsker Werk. Dennoch wurde diese außerordentliche  Entscheidung beschlossen. Bis heute gibt es keine seriöse Analyse der Folgen daraus. Es entstanden sowohl positive Effekte ( Erhöhung der Zuverlässigkeit, vollständige Garantie der Kompatibilität der Militär- Modifikationen mit den Zivil- Modifikationen) aber die  negativen Folgen , wie  schwerere Konstruktionen, komplizierte Prüfungen, Verlängerung der Entwicklungszeit und wesentliche Erhöhung der Kosten überwogen nach Meinung des Autors . In der Folge wurde klar, dass Lieferungen an das Verteidigungsministerium nicht mehr als 20% ausmachten, was zu wesentlichen Kostenerhöhungen der übrigen 80% führte, die an zivile Nutzer gingen GJ4

Im April 1969 wurden auf der zweiten Tagung des RCK  die Technischen Forderungen an des ESER („Reihe 1“)  bestätigt, im Juli auf der dritten Tagung der „Zusammengefasste Zeitplan der Arbeiten zum ESER“. Der Plan sah die Schaffung einer Rechnerreihe und von 60 Typen von Peripherie nach einheitlichen Technischen Aufgabenstellungen (TA) und den ESER- Standards vor.

Der Vorsitzende der MRK M. E. Rakowskij stellte in einem Artikel fest, dass erstmals in der Geschichte der sozialistischen Länder ein einheitliches Projekt bearbeitet wird, an dem 20 Tausend Wissenschaftler und Techniker und  300 Tausend Arbeiter und Facharbeiter in 70 Betrieben teilnehmen. 

Auf der 4.Tagung des RCK im Dezember 1969 wurde das Technische Projekt (TP)  des ESER erörtert, welches Basis der weiteren Entwicklung wurde. Die Modelle R 20, R-100, R-500 und R-2000 wurden in diesem TP zu den Modellen  ЕС-1020 (R-20), ЕС-1030 (R-30), ЕС-1050 (R-50) und  ЕС 1060 (R-60). Im weiteren Verlauf wurde das UdSSR- Programm in ESER 1 wegen unzureichender materieller und personeller Ressourcen auf 3 Modelle eingeschränkt, die EC 1060 wurde nach ESER-Reihe 2 verschoben.  An der Vorbereitung des TP waren mit intensiver Arbeit neben dem Generalkosntrukteur  Krutskich und seiner Stellvertreter Lewin und Ramejew auch die Chefkonstrukteure der Länder A. Angelow (VRB), J. Narai (UVR), M. Günther (DDR) und V. Gregor (CSSR) beteiligt. In dieser Phase wurden die Standards des ESER-Reihe 1 für die technische Dokumentation , die konstruktiv- technologische Basis, Interfaces, Operationsprinzipien u.a. fixiert, was die Einheitlichkeit des ESER- Projektes bei Bearbeitung einzelner Teile in verschiedenen Ländern sicherte.

Gegner der IBM-Architektur machen noch einmal mobil

Im August /September 1969 wurde anlässlich der Abnahme des inländischen Teiles des Technischen Projektes des ESER durch eine Staatliche Kommission unter Vorsitz von A. A. Dorodnizyn faktisch die IBM/360 – Orientierung in Frage gestellt und eine Umorientierung diskutiert. Der stellv. Generalkonstrukteur für Software B. I. Ramejew stellte praktisch die Frage nach einer Umorientierung von IBM/360 auf „Spectra- 70“, dh. genauer auf „System -4“ und „Siemens 4004“, welche von den Firmen ICL und Siemens in Lizenz der amerikanischen Firma RCA produziert wurden. Als Argumente einer derartigen Umorientierung wurde die Existenz von Mustern in der UdSSR, besser realisierbare Fertigungs- Technologie sowie Versprechen der Firmen angeführt, der UdSSR bei ihrer Produktionseinführung auf jede erdenkliche Weise zu helfen. 

B. . Ramejew wurde vom Stellvertreter des Ministers für Radioindustrie Sulim unterstützt. Kategorisch dagegen sprachen sich das IPM der AdW der UdSSR ( M. P. Schura-Bura und V.S. Starkmann), das INEUM ( B. N. Naumow), als auch die Minsker Filiale ( V.V. Prschijalkowskij), das NIIScotmasch (V.B. Uschakow) und der Generalkonstrukteur Krutovskich aus.  Das Jerewaner NIIMM hatte keine Einwände gegen eine Umorientierung, informierte aber gleichzeitig über unausweichliche Verzögerungen der Entwicklung. Die Gegner der Umorientierung argumentierten ihre Position damit, dass bereits wesentliche Teile bearbeitet wurden, dass das System IBM/360 besser analysiert ist und weltweit eingeführt ist- dass es de-facto weltweiter Architektur- Standard ist und  weitaus bessere Software hat, darunter Anwendungssoftware und dass es selbst unter Embargo- Bedingungen  möglich ist, diese Software zu erhalten. 

Die dringende Notwendigkeit, die Lage mit der Software- Versorgung in der UdSSR kategorisch zu verbessern, unterstrich der Vorsitzender der Kommission für RT der AdW der UdSSR und des Staatlichen Komitees für Wissenschaft und Technik (GKNT) , AM A. A. Dorodnizyn in seinem Referat  im  Kollegium des GKNT im September 1969. Er erklärte, dass „ wir bei der Qualität  der Software- Versorgung auf dem Niveau des Jahre 1960 in den USA stehen. Bei uns wird organisiert an Betriebssystemen gearbeitet und an einem Minimum an Standard- Software, aber es werden  fast keine Arbeiten zu typisierter  Software für die komplexe Informationsverarbeitung für Betriebe , Einrichtungen und andere Organisationen durchgeführt“. Dieses Referat stand in deutlichem Gegensatz zu Erklärungen einiger Populisten aus der Wissenschaft, die ständig von der Überlegenheit der sowjetischen Programmierschule gegenüber den westlichen Schulen redeten.

Im Dezember 1969 erörterte der Minister für Radioindustrie V.D. Kalmykow in einer Beratung mit M. V. Keldysch, M. E. Rakowskij, A. A. Dorodnizyn, C. A. Lebedjew, M-B. Schura-Bura , S. A. Krutovckich u.a.  umfassend das Problem und entschied, die Arbeiten an der abgestimmten Konzeption zur Architektur IBM/360 weiterzuführen. Danach wurde B. I. Ramejew Mitarbeiter im GKNT und M. K. Sulim Direktor des NIIScjotmasch.

Im Jahre 1970 wurden die gemeinsamen ( zwischenstaatlichen) Prüfungen für die ersten 9 Geräte des ESER durchgeführt, 1971 bestand die erste inländische EDVA – die inländische EC 1020 , die vom Minsker NIIEVM entwickelt wurde , die gemeinsamen Prüfungen. Im gleichen Jahr erfolgten 20 gemeinsame Prüfungen von 20 Typen Peripherie, darunter den ersten Wechselplattenspeichern (VRB, UdSSR) und Magnetbandgeräten (VRB, UdSSR, DDR), die absolut mit westlichen Analogtypen kompatibel waren.

Die Datei- und Programmkompatibilität mit den am meisten weltweit genutzten EDVA, die de- facto Weltweiter Standard war , wurde unter schwierigen Bedingungen der Nichtverfügbarkeit von Dokumentation und IBM/360- Vergleichsmustern erreicht.

Modelle des ESER- Reihe 1

Unten sind Kurzcharakteristika der Maschinen der Reihe 1 des ESER, die kompatibel mit IBM/360 sind, aufgeführt. Sie sind nicht identisch mit den Modellen der /360 bzgl. ihrer techn. Hauptparameter und natuerlich auch nicht bzgl. ihrer konkreten Logik- Strukturen. Alle haben sie eine Vielzahl von Erfinder-Certifikaten und sind auch in führenden westlichen Ländern patentrein (eine Ausnahme sind die Logik-SK "Логика-2"). Das wurde durch den beginnenden Export der ESER- EDVA nicht nur in RGW-Länder, sondern auch in kapitalistische Länder bestätigt.

Модель /Modell

ЕС-1020

ЕС-1030

ЕС-1040

ЕС-1050

Год окончания разработки/ Entwicklungsabschluss

1971

1972

1973

1973

Разрядная сетка/ Verarbeitungsbreite

8

32

64

64

Производительность, тыс. операций/с /Leistung in TOPs

20

70

250

450

Емкость ОЗУ, Кб/ Hauptspeicher KByte

64–256

128–512

256–1024

128–1024

Цикл ОЗУ, мкс Hauptspeicherzykluszeit µs

2,0

1,15

1,35

1,0

Число селекторных каналов/Anzahl Selektorkanäle

2

3

6

6

Скорость селекторного канала, Кб/с / geschwindigkeit der Seketorkanäle /KByte/s

300

800

1300

1300

Тип интегральных схем/ SK- Basis

ТТL

TTL

TTL

ECL

Операционная система/ Betriebssystem

ДОС

ДОС
ОС ЕС

ДОС
ОС ЕС

ОС ЕС

Die Modelle ЕС-1020, ЕС-1030 und  ЕС-1050 wurden entsprechend von der Minsker Filiale des NIZEWT  (V.V. Prschijalkowskij), dem NIIMM Jerewan (Chefkonstrukteur M.A. Semerdschan) und dem NIZEWT  (Chefkonstrukteur V.S. Antonow) entwickelt.

Das Modell ЕС-1040 wurde in der DDR , Karl- Marx- Stadt (heute Chemnitz ) entwickelt (Chefkonstrukteur M. Günther). 

1972 begann die Lieferung von EC 1020 mit dem Betriebssystem DOS.EС, welches im Time sharing 3 Tasks ausführen konnte und FORTRAN 4,- COBOL PL-1 RPG- Übersetzer und Assembler  hatte.

Seit 1973 begannen die Lieferungen mit dem Operationssystem OC/EC, welches Multiprogrammbetrieb mit fixierter Zahl von Aufgaben  (bis 15 Jobs ) unterstützt, bald danach auch mit flexibler Zahl von Jobs , und welches die Übersetzer für FORTRAN-4, Algol-60, Cobol-65, PL-1, RPG und Assembler enthält. Für inländische Rechner war das eine nie vorher bekannte  reiche Ausstattung, die ein Hersteller auslieferte.

Bis Ende 1973 durchliefen 6 Modelle der ESER- Nomenklatur die Prüfungen und 99 Typen externer Speicher, E/A- Geräte  und Geräte der DFV. Parallel dazu wurden 2 Versionen DOS /ES und 2 Versionen OC/EC im Gesamtumfang von 4 über Millionen lines of code. Das Programm ESER Reihe 1 war praktisch erfüllt. 

Die Ausstellung „ESER-73“, die im Juni 1973 eröffnet wurde, zog Bilanz zu den erreichten Ergebnissen und zeigte die Möglichkeiten der sozialistischen Länder  bei der Vereinigung ihrer Kräfte. Es war auch eine erhöhte Aufmerksamkeit seitens GOSPLAN und der Militär- Industrie- Kommission der Regierung, des GKNT und des MRP zu verzeichnen.  Diese Aufmerksamkeit drückte sich auch in ernsthaften Investitionen aus- es begann der  Bau von 4 Betrieben in der Ukraine, die Werke in Minsk  und Kasan wurden erweitert. Das Gebäude des NIZEWT wurde intensiv gebaut, Ausrüstungen beschafft. Dieses umfangreiche Programm  wurde geleitet durch die 8. Hauptverwaltung des Ministeriums  unter Leitung von N.V.Gorschkow.

 

 

 

Bau des Laborgebäudes des NIZEWT 1972.

 

Gründe und Ergebnisse Modernisierung ESER-Reihe 1

Es ist auch festzustellen, dass sich seit Beginn der Produktion der ESER- EDVA ernsthafte Schwierigkeiten zeigten, die die Produktion der inländischen ESER- EDVA die ganzen nächsten Jahre begleiteten. 

Erstens wurde die Mikroelektronik- Basis, auf der das ESER aufbaute, parallel zur Entwicklung der Rechner geschaffen. Weil der Entwicklungszeitraum (-Zyklus) mindestens 3 Jahre betrug, war die Maschine hinsichtlich ihrer Bauelemente- Basis bei Lieferbeginn bereits veraltet. Bis Anfang der 80-er Jahre erhöhten die inländischen integrierten Schaltkreise kontinuierlich den Integrationsgrad. So nutzte die EC 1020 nur 8 Typen SK der Serie 155 , aber zu Serienbeginn waren noch weitere zwei Dutzend SK, sogar mittleren Integrationsgrades verfügbar. 

Zweitens, die Chemieindustrie konnte oder wollte keine stabile Qualität der Kunststoffgehäuse für DIP-SK liefern, die die Hermetisierung der Kristalle sicherten.

Drittens gelang es  gleichfalls nicht, in der erforderlichen Qualität und Menge Ferrolacke für Wechselplattenstapel, Präzisions-Lager, qualitätsgerechtes Walzmaterial für Magnetplatten, Magnetbänder mit hoher Aufzeichnungsdichte, hochpräzise Schrittschaltmotore für externe Speicher und Geräte zu liefern.   

Negativ wirkte sich (nach Meinung des Autors) auch die kategorische Forderung des Ministeriums für Verteidigungsindustrie aus, dass alle Technik des ESER für eine Schlagbeschleunigung von 15g in 3 Achsen gebaut werden musste.  Die Erfüllung dieser Forderung führte zu unvertretbarer Erhöhung des Gewichtes der Erzeugnisse und ihrer Kosten.

Das Zusatz- Sortiment an integr. SK, welches zum Ende der  Entwicklung der Maschinen der Reihe 1 verfügbar war, die Produktion schnellerer externer Speicher und die gestiegene Qualifikation der Entwickler schufen die Voraussetzung für eine seriöse Modernisierung der Maschinen der Reihe 1. Das wurde den SKB der Fertigungsbetriebe bei geringsmöglicher Belastung der Entwicklungs-Institute übertragen. Die modernisierten Maschinen erhielten die Chiffre ЕС-1022, ЕС-1033 und  ЕС-1052. Bzgl. ihrer Architektur waren das Rechner der Reihe 1, dh. modernisiert wurden nur die technische Struktur und ihre Konstruktion. Die Modernisierung der EC 1022 leitete der Chefingenieur des Minsker Werkes Ordshonikidse I.K. Rostowzew, Chefkonstrukteur der EC 1033 war der der Chef des SKB des Werkes Kasan V. F. Gusjew.  Die EC 1052 entwickelte ein Kollektiv des SKB des Werkes WEM Pensa gemeinsam mit dem NIZEWT unter Leitung von V. S. Antonow. Den Beginn der Modernisierung der Maschinen der Reihe 1 löste das Modell EC 1034 des SKB des Werkes ELWRO in Wroclav unter Leitung von B. Piwowar aus.

Die Hauptparameter der Modernisierung zeigt folgende Tabelle:

Модель

ЕС-1022

ЕС-1034

ЕС-1033

ЕС-1052

Год окончания разработки/Entwicklungsabschluß

1975

1974

1976

1978

Разрядная сетка, двойных разрядов/verarbeitungsbreite

16

32

32

64

Производительность, тыс. операций/с)/TOPs

80

180

200

700

Емкость ОЗУ, Кб/ HS- Größe KByte

128–256

128–1024

256–512

1024

Цикл ОЗУ, мкс/ Zykluszeit µs

2

1,2

1,2

1,25

Число селекторных каналов / selektorkanäle

2

3

3

4

Скорость селекторных каналов, Кб/сÜbertragungsgeschwindigkeit Selektorkanäle

500

1100

800

1300

Тип интегральных схем

Серия 155 (ТТЛ)

SN-74

Серия 155, спец. схемы

Серия 137, 138

Операционная система

ДОС, ОС

ДОС, ОС

ДОС, ОС

ОС

Потребляемая мощность, кВА/ Leistungsbedarf, kVA (!)

25

23

40

60

Занимаемая площадь, кв. м/ Fläche m2

108

80

120

230

Unter diesen Maschinen hob sich die EC 1034 bzgl. ihrer technisch/ökonomischen Parameter deutlich ab. Bei gleicher Architektur lag die Ursache dieser, für damalige Zeiten hervorragenden Parameter ausschließlich in der technologischen Basis. Daher soll hier etwas ausführlicher darauf eingegangen werden und die Debatten erwähnt werden, die an höchster Stelle der UdSSR  (in der Militär-Industrie Kommission (MIK), im GKNT, GOSPLAN, MRP), als 1974 die polnische EC 1034 angekündigt wurde. Die Prozessoreinheit zusammen mit den Kanälen und dem Hauptspeicher befanden sich in einem Schrank, während inländische Rechner  ЕС-1022 und  ЕС-1033 drei Schränke brauchten. Die Entwicklung erfolgte in Wroclav außerhalb des RCK- ESER- Entwicklungsplanes. Als die Entwicklung abgeschlossen war stand die Frage nach Aufnahme in die ESER- Nomenklatur und der Zuordnung einer Chiffre. Beim Dokumentations- Studium wurde klar, dass  bei der Entwicklung grundlegende Dokumente und ESER- Standards verletzt wurden. Hauptverletzung war der Einsatz der kompletten Serie Texas SN-74, während der UdSSR- Analog Serie 155 (Logika-2) doppelt so schlechte Schaltzeiten hatte und auch keine MSI- SK.  Unter Druck höchststehender Staatsorgane (in erster Linie der MIK und des Min. für Verteidigung (MO) war durch Dokumente des ESER der Einsatz ausländischer Bauelemente kategorisch verboten, wenn sie keine inländischen Analoga hatten. Eine analoge Situation bestand bei den Stromversorgungsblöcken. Eine Verletzung der ESER- Materialien war auch der Einsatz einer Doppel- Steckkarte (Typ-Austausch-Element = TES) der Größe 280(300) x 150 mm.  Alles das, sowie der Einsatz einer Mehrlagen- Leiterplatte und der Einsatz eines Halbleiterspeichers (in der UdSSR gab es noch keine Serienproduktion für Speicher- SK) anstelle der Ferritkernsspeichers ergab eine mehrfache Erhöhung der Packungsdichte der Elektronik- Steckkarte (TES)  und führte folglich zur Verringerung der Maße und des Energiebedarfs. 

 

 

 

Zentraleinheit ЕС-1034

 

Im Ergebnis heißer Debatten an  höchster Stelle wurde die EC 1034 ins ESER aufgenommen, viele Dokumente des ESER wurden korrigiert. Aber der Rückstand der sowjetischen Mikroelektronik wuchs weiter. Die Maschine  EC 1034 wurden nicht in die UdSSR importiert, aber ihre Rolle bei der Schaffung der EC 1022 und EC 1033 ( dh. der Maschinen in Massenproduktion) war äußerst positiv, sie zeigte offensichtlich, wie groß der Einfluss der technologischen Basis auf die Betriebsparameter ist. Leider wurde diese Lektion bei weitem nicht überall in der UdSSR verstanden und man liebte weiterhin weit mehr über Architekturen von Rechnern zu reden, als über technologische Fragen der Mikroelektronik- Basis, die ja für alle Architekturen gleich sind! GJ5

 Die Modernisierung der Maschinen der Reihe 1 und die Debatten zur EC 1034 wurden 1973-74 geführt, parallel zu den Arbeiten an der Reihe 2.

ESER-Reihe 2

Erstmals wurde die neue Reihe von EDVA, die die Bezeichnung ESER-2 (Reihe 2) erhielt, auf der Tagung des RCK am 27.Juli 1972, die von Generalkonstrukteur A.M. Larionow geleitet wurde, erörtert.  Der RCK erweiterte dieses Programm. 1973 wurde es in der UdSSR- Regierung( bzgl. der UdSSR- Modelle und Geräte) sowie im April 1974 auf der 14. Tagung des RCK ESER gemeinsam mit dem Programm der Modernisierung der Reihe 1 beschlossen. Zu dieser Zeit nahmen  auch Rumänien(1974)  und Kuba(1973)  an der RCK ESER- Arbeit teil.

Das Programm ESER Reihe 2 konnte bereits vollständig auf Basis der ESER- Standards beschlossen werden, ohne die Besonderheiten der technischen Orientierungen einiger Länder aus Reihe 1.

Die Aufgabenstellungen des RCK gegenüber den Spezialisten der Länder bei der Entwicklung der Reihe 2 des ESER waren folgende:

  • Verbesserung des Leistungs- Kostenverhältnisses für jeder Klasse der Maschinen ;

  • Weiterentwicklung der logischen Struktur bei Einhaltung der vollen Befehlskompatibilität mit IBM /370;

  • Erhöhung der Hauptspeicherkapazität aller Modelle und Einführung der virtuellen Adressierung;

  • Erweiterung des Befehlsumfanges, Erhöhung der Rechengenauigkeit (Gleitkomma… ) 

  • Entwicklung eines neuen Komplexes externer Geräte und Speicher;

  • Wesentliche Erhöhung der Effektivität der Prüf- und Diagnostikmittel;

  • Schaffung der Voraussetzung zum Aufbau von Doppelprozessor- und Mehrmaschinenkomplexen.

Das Entwicklungsprogramm der Reihe 2 des ESER sah die Schaffung von / Modellen und ca. 150 Peripheriegeräten vor. 4 Modelle und ca. 30 Geräte wurden in der UdSSR entwickelt.

Im Zeitraum 1975-76 fanden Gespräche zwischen der Leitung des MRP der UdSSR und dem NIZEWT  mit Vertretern der Firma IBM statt. Anfangs wurde das Interesse seitens IBM an einer Zusammenarbeit mit dem MRP bekundet.  IBM hatte zu dieser Zeit keine Absicht zur Vergrößerung ihrer Verkäufe in die UdSSR, aber die Entwicklung eines Marktes IBM- kompatibler ESER- Maschinen wurde positiv betrachtet.  Gerade zu dieser Zeit begann die Fertigung von IBM/370- kompatiblen Maschinen durch Firmen, wie Amdahl, Fujitsu und  Hitachi, die alle eine analoge Entscheidung getroffen hatten, wie das MRP in den Jahren 1967-68.   Die Firma IBM konnte allerdings keine Genehmigung der USA- Regierung bzgl. einer Zusammenarbeit mit dem MRP erhalten, sodass die Verhandlungen langsam einschliefen und 1979 nach Einmarsch der Truppen nach Afghanistan abgebrochen wurden.

Das Embargo auf Lieferungen von Rechnern in die UdSSR erschwerte enorm die Aufgabe, IBM- kompatible ESER-Rechner zu entwickeln. Trotzdem wurde das Entwicklungsprogramm ESER-Reihe 2 Ende 1978 praktisch abgeschlossen.  

Im Verlaufe der Jahre 1976-78 bestanden die Modelle ЕС-1025 (VRB), ЕС-1035 (UdSSR), ЕС-1045 (UdSSR), ЕС-1055 (DDR) и ЕС-1060 (UdSSR) sowohl staatliche , als auch gemeinsame Prüfungen . Die Entwicklung der Rechner ЕС-1015 (UVR) und ЕС-1065 (UdSSR) verzögerte sich.

Parameter der Rechner , die bis  Ende 1978 gemeinsame Prüfungen absolvierten:.

Модель

ЕС-1025

ЕС-1035

ЕС1045

ЕС-1055

ЕС-1060

Год окончания разработки/ Entw.-Abschluß

1978

1977

1978

1978

1977

Разрядная сетка, двоичных разрядов

16

32

32

64

64

Производительность (тыс. операций/с по Gibson-3 / in TOPs

33

160

660

425

1050

Емкость ОЗУ, Мб/ HS in MByte

0,256

0,256–1,0

1–4

1–2

1–8

Цикл ОЗУ, мкс HS- Zyklus /µs

 

1,2

1,2

1,14

1,2

Число блокмультиплексных каналов /Anzahl Blockmultiplexkanäle

-

2

5

4

до 6

Общая пропускная способность каналов, Мб/с/ Gesamtdatenrate der Kanäle

0,4

1,2

5

5

9

Тип интегральных схем/SR- Basis

TTL-S

ИС-500

ИС-500

TTL-S

ИС-500

Операционная система

ДОС-3.1

ДОС-2, ОС-6.1

ОС-6.1

ОС-6.1

ОС-6.1

Потребляемая мощность, кВА/ Leistungsbedarf kVA

10

40

35

35

80

Занимаемая площадь, кв. м/ Flächenbedarf m2

75

110

120

150

200

Die inländischen Modelle  ЕС-1035 (CK G.D. Smirnow), ЕС-1045 (CK A.T. Kuchukian) und ЕС-1060 (CK  V.S.Antonow) nahmen schnell den Hauptplatz in der Produktion der Produktionsvereinigung in Minsk und des Rechnerwerkes in Kasan ein.

Für die EDVA ESER-Reihe 2 wurden zwei neue Original- Betriebssysteme entwickelt: DOS/3.1 EC und OS/6.1. EC. Das Betriebssystem DOS/3.1 EC, welches von Spezialisten der UVR und CSSR entwickelt wurde, war eine vollständig Eigenentwicklung und gewährleistete die virtuelle Adressierung bei Erhalt einer File- Kompatibilität mit den Systemen DOS 2 und OS/ES (OC/EC).  Das BS  ОС-6.1 EC hatte im Vergleich zur Vorgängerversion folgende Ergänzungen: Unterstützung des virtuellen Adressraumes, Arbeit mit 100 MB- Plattensystemen, Unterstützung des Displaysystems EC 7920, Mittel des Wiederanlaufes und Diagnosemittel, Konfigurierungshilfen für Rechnerkomplexe, time sharing (  TSO ) incl. Dialogsystem für für Programmierung optimierter Compiler (Translator) für PL-1 und ein dynamischer Inbetriebnahme-Monitor. Anwender erhielten außerdem ein Paket Anwenderprogramme unter Steuerung von ОС-6.1 EC.

Im Juni 1079 fand auf der WDNCh der UdSSR die Ausstellung „Mittel des ESER und SKR und deren Anwendung“ statt. , welche Bilanz zur Arbeit am Programm ESER- Reihe 2. Auf der Ausstellung wurden 6 ESER- EDVA und  mehr als 70 Typen externer Speicher und Geräte gezeigt, die im Rahmen ESER-2 entwickelt wurden.  Erstmals wurden die Plattenspeicher ЕС-5066 (100 MB, UdSSR ) und ЕС-5067 (200 MB, VRB ) aus Serienproduktion gezeigt, die Magnetbandspeicher  ЕС-5025 (UdSSR), 5612 (VRB), и 5002 (DDR) mit Aufzeichnungsdichte  von 126 und  192 Zeichen/mm

Unter den neuen Geräten, die ausgestellt wurden, machten besonders auf sich aufmerksam ein Matrixprozessor (VRB), zwei Typen von Datenfernverarbeitungsprozessoren (DFV-Pr.) und DFV-Multiplexer , das Display- System EC7920 (UdSSR)  und EC 7910 (VRP) , sowie eine Vielzahl von Terminal- Arbeitsplätzen (sog. Abbonentenpunkte). Viele regionale Service- Zentren für Technischen Kundendienst der Allunionsvereinigung Sojus-EVM-Komplex, die in den letzten 4-5 Jahren entstanden waren,  zeigten ihre Technik.

 

 

 

Labor für Software- Inbetriebnahme.

 

Die EDVA des ESER Reihe 2 hoben das technologische Niveau der Produktionsbetrieb deutlich an. In Minsk wurde das größte europäische Leiterplattenwerk mit einer Jahres- Kapazität von 1Mio 8-lagiger MLP für Steckkarten (TES) sowie für 100.000 Rückpaneele 500x500 mm. Das Werk, was gemeinsam mit der französichen Firma SII  für 55 Mio$ gebaut wurde, versorgte alle Werke des ESER- Programms mit Leiterplatten. Die Werke in Minsk, Brest, Kasan, Pensa, Volschkij, Astrachan, Bojarka, Kanev, Viniza und Kamenez-Podolsk wuchsen und wurden besser ausgerüstet.

Unter Leitung des Stellvertreters des Ministers für Radioindustrie N.V. Gorschkow entstand und wuchs ein leistungsfähiger Industriezweig der Volkswirtschaft, der neben ESER- EDVA auch die Rechner BESM-6, stationäre EDVA- Komplexe für Verteidigungsaufgaben, Bordrechner für den Kosmos, die Luftstreitkräfte, die Luftverteidigung und die Landstreitkräfte produzierten.

Die Ausstellung 1979 zeigte den Maßstab des Einsatzes der Rechner des ESER in der Volkswirtschaft. Zu diesem Zeitpunkt  bestanden  72 % des Rechnerparkes des Landes aus ESER- Anlagen. Im Lande wurden 6 Modelle und 42 Typen von Peripherie gefertigt. Allein im Zeitraum von 1975 bis 1979 wurden mehr als 700 Automatisierungssysteme verschiedenen Niveaus eingesetzt, die vollständig aus ESER- Technik bestanden. Die größten Systeme arbeiteten bei GOSPlan, GOSSnab (Komitee für staatl. Versorgung), ZSU ( staatl. Zentralverwaltung f. Statistik) , im GKNT ( staat. Komitee für Wissenschaft und Technik ), bei GOS- Standard und vielen anderen Behörden. ESER- Rechner waren in den größten Instituten der AdW der UdSSR und Hochschulen im Einsatz.

 

 

 

Mitglieder des ZK der KPdSU auf der Ausstellung "ЕС ЭВМ и СМ ЭВМ". 1979 .

 

Diese große Verbreitung erlangten die ESER- EDVA nach Meinung des Autors dank folgender Fakten: 

  • ESER stellte seinen Anwendern technische Mittel und  Software bereit , auf deren Basis der Aufbau von Automatisierungssystemen verschiedener Größe möglich war: von sehr klein bis zu Systemen mit strategischer Bedeutung ;

  • ESER stellte von Anbeginn seiner Anwendern eine für damalige Verhältnisse einmalige Vielfalt  von Software bereit, sowohl mengenmäßig , als auch bzgl Nutzereigenschaften: ein leistungsfähiges Softwarepaket ( 6 Programmiersprachen) und Betriebssysteme, die mit den weltweit am stärksten verbreiteten Systemen kompatibel waren ( die IBM Architektur wurde zu dieser Zeit von ca. 85% aller Universal- Anwender  des Westens  genutzt ( siehe Artikel „Betriebssysteme des ESER

  • Bei der Schaffung des ESER wurde im Lande ein System des komplexen zentralisierten technischen Kundendienstes für ESER- Technik geschaffen, welches auch Ausbildung von Kundenpersonal, Installations- und Inbetriebnahmearbeiten sowie Garantie- und Nachgarantieservices durchführte. 

Modernisierung ESER-Reihe 2 und einige Aspekte

Die Hauptrichtung der Modernisierung der Rechner ЕС-1035, ЕС-1045 und  ЕС-1060 im Verlaufe der Jahre  1978–1981  war der Übergang auf Halbleiterspeicher anstelle Ferritkernspeicher. In Zeitraster d  Beherrschung der Produktion von dynamischen Halbleiter-Speichern ( 4 kBit, 16 KBit, und 64KBit/ Gehäuse) wurden umgehend entsprechende Hauptspeicher für die Produktion  konstruiert. 

Einen besonderen Platz in der Modernisierung ESER-Reihe 2 nimmt EC 1060 ein. Diese wurde gemeinsam von Kollektiven des SKB der Minsker Vereinigung (MPO VT) und dem NIZEWT unter Leitung des Chefingenieurs des MPO VT, Ju.V. Karpilovitsch durchgeführt. Es wurde nicht nur der Hauptspeicher, sondern auch Zentralprozessor und Kanäle modernisiert. Im Ergebnis entstand die EC 1061, die doppelte Leistung hatte und dreifach bessere Zuverlässigkeit, sondern auch kleiner war,  weniger Energie brauchte und billiger war. Besondere Beachtung verdient die lange, zielstrebige und hartnäckige Arbeit des Chefs des SKB V. P. Scherschna zur Verbesserung der Zuverlässigkeit der Schaltkreisbasis, die von Betrieben der Mikroelektronik geliefert wurden. Genau das führte zur Verbesserung der Zuverlässigkeit. Die ЕС-1061 war am Markt erfolgreich. Von 1983 bis 1988 wurden 566 Maschinen verkauft. Zum Vergleich BESM-6: von 1967 bis 1983 wurden vom Moskauer Werk SAM nur  454 BESM-6 gefertigt.

Eine weitere Richtung der Entwicklung des ESER- Reihe 2 war die Schaffung von Matrix- Prozessoren, sowohl der in die Rechner  ЕС-1045 und  ЕС-1055 integrierten, als auch autonomer, die mit allen ESER- Rechnern funktionierten.

Zu Beginn der 80er Jahre befriedigte das ESER praktisch den Bedarf der Länder des RGW an Universal- Rechnern.  Nicht gedeckt wurde der Bedarf an Kleinrechnern, deren Leistung unterhalb der kleinen ESER- EDVA lag, sowie auf dem Gebiet der Super- Rechner, die niemals zum Arbeitsgebiet des ESER gehörten.

Im Jahre 1974 erweiterte die MRK RT ihre Tätigkeit auf das Gebiet der Kleinrechner und bildete einen eigenständigen Rat der Chefkonstrukteure zur Schaffung eines Systems der Kleinrechner( SKR). Der RCK SKR nahm Kurs auf die Architektur der Klasse PDP-11  der Firma DEC. Die Motivation dafür war die gleiche, wie seinerzeit für die Auswahl der Architektur ÍBM/360 für das ESER. Zum Generalkonstrukteur des RCK SKR wurde der Direktor des INEUM, korr. Mitglied der  AdW der UdSSR , B. N. Naumow berufen. Mit der Entwicklung von Superrechnern befasste sich wie schon zuvor das ITM&RT (korr. Mitglied der  AdW der UdSSR V. S. Burzew), welcher an Rechnern des Typs Elbrus arbeitete. 

Die Arbeit der Spezialisten der Teilnehmerländer am Programm ESER-Reihe 2 hatte eine Reihe zusätzlicher ungelöster Fragen und Mängel herausgestellt, welche bis zum Ende der Zusammenarbeit praktisch ungelöst blieben.

Eine klare Spezialisierung der Länder konnte nicht erreicht werden, obwohl eine schrittweise Ordnung der Nomenklatur der technischen und Programm- Mittel entstand.

Das Thema der Organisation gemeinsamer Entwicklungen war nicht gelöst.GJ6 : Wenn sich ein Projekt nicht in unabhängige selbständige Teile zerlegen lies, war es unmöglich, gemeinsame Arbeiten von Spezialisten verschiedener Länder zu organisieren.

 

 

 

MB-Geräte ЕС 5017

 

Wegen nicht abgestimmter Valutakurse wurden Preise und Liefervolumina meist erst nach langen Debatten, und manchmal auch  mit Druck der UdSSR- Stellen festgelegt. Im Ergebnis begann das Interesse einiger Länder an der Zusammenarbeit bis 1980 nachzulassen. Ungeachtet dessen wuchs das Volumen gegenseitiger Lieferungen von Mitteln der RT von Jahr zu Jahr. Bulgarien lieferte in die Teilnehmerländer ЕС-1020 und  ЕС-1022, Plattenspeicher und MB- Geräte, etwas später auch Matrix- Prozessoren. Ungarn lieferte die Rechner ЕС-1010, 1012, 1015 und Mittel der DFV, die DDR die  ЕС-1040 und EC-1055, sowie MB- Geräte  ЕС-5017. Die VRP lieferte Großserien von Paralleldruckern  ЕС-7033, CSSR Scanner und Schreibmaschinen.

Die Rechnerlieferungen des MRP der UdSSR im Zeitraum  1971 - 1979 sind nachfolgend angegeben:

Тип ЭВМ

1971–1975

1976–1979

1971–1979

"Минск-32"

39

39

39

БЭСМ-6

2

-

2

ЕС-1020

118

-

118

ЕС-1022

-

154

154

ЕС-1030

79

23

102

ЕС-1033

-

53

53

ЕС-1050

-

1

1

ИТОГО

238

231

469

In relativ großen Stueckzahlen erfolgte die Export- Lieferung von Lochkartenlesern ЕС-6019 und MB Steuergeräten ЕС-5517.

ESER-Reihe 3

Ende der 70er Jahre begannen  im RCK Arbeiten zur Formierung der Arbeitsrichtungen am ESER- Reihe 3 für den Zeitraum  1980 -1985. (11. Fünfjahrplan). Dabei wurden die wissenschaftlich – technischen Entwicklungstendenzen und die Entwicklung der Produktionsmöglichkeiten, die Tendenzen der Marktentwicklung für universelle EDVA und die Entwicklung der Mikroelektronik analysiert. Es wurde konstatiert, dass 1985 die 10- jährige Betriebsdauer von ca. 5500 universellen EDVA erreicht sein wird, darunter alle Maschinen "Урал"-11, 14, 16 (325 Stck.), БЭСМ-4 и БЭСМ-4м (441 Stck. .), М-220 и М-222 (502 Stck. ) Es wurde das Betriebsende von 195 EDVA BESM6  von insgesamt hergestellten 325 erwartet. Und wichtig war, dass 2889 EDVA "Минск-32" abgeschaltet werden würden.

Damit würden die ESER- Rechner praktisch 100% des Universal- Rechnerparkes ausmachen. Der Wert dieses Parkes wurde mit 13 Mrd. Rubel eingeschätzt. Der Wert der Anwendersoftware bei den Nutzern stellte nach durchgeführten Bewertungen die Summe von 8-10 Mrd. Rubel dar. Daraus wurde abgeleitet, dass die Rechner des ESER- Reihe 3 auf Anwender- Software- Niveau kompatibel zu ESER- Reihe 1 und Reihe 2 zu sein hatten.

 

 

 

PD  ЕС 7038

 

Es wurde auch untersucht, es möglich und notwendig ist, die Kompatibilität mit IBM /370 zu sichern. Nach westlichen Angaben hatte diese Architektur, die sich ständig weiterentwickelte, einen Anteil von 85%an den eingesetzten Universalrechnern und der Wert der Anwendersoftware betrug ca. 200 Mrd.$. ES wurde anerkannt, dass der Erhalt einer derartigen  Kompatibilität möglich ist und trotz erheblicher Mehrkosten und Anstrengungen auch sinnvoll ist.

Die Kompatibilität mit IBM/370 auf Anwenderprogramm- Niveau und großer Anwenderprogramm- Pakete des OSS/ES (IMS,IDMS,CICS, ADABAS usw. )war möglich einzuhalten, wenn man die im ESER erreichten Rechnerstrukturen und Logik- Strukturen erhielt.

Es wurde vorgeschlagen, die Problemorientierung dabei mittels spezialisierter Prozessoren zu erreichen, die im Unterschied zu den Matrix- Prozessoren des ESER 2 an das E/A- Interface angeschlossen werden und einen eigenen Operativspeicher haben. 

Die längsten Diskussionen wurden im RCK und im NIZEWT zur Auswahl der LSI- Schaltkreisbasis geführt. Während der Einsatz großer LSI /VLSI- Speicher offensichtlich war, so führte die Umsetzung der logischen Strukturen der Prozessoren zu einer gewissen  Spaltung der Meinungen.  Lange Zeit trat die Mikroelektonik- Industrie gegen die Produktion von Master-Slice-SK („Matrix- SK“;  MS-SK) auf. Unter den Bedingungen des Wirtschaftsmechanismus war es für sie äußerst uneffektiv, mehrere hundert Typen von LSI SK in die Produktion überzuleiten, wobei jeder Typ geringste Stueckzahlen hatte. Als Alternative wurde die Schaffung einer EDVA auf Basis eines Typs Mikroprozessor oder weniger Typen erörtert, wobei die Mikroprozessoren mit Mikroprogramm auf die Realisierung der Funktionen der Schaltungskomplexe bzw. der Baugruppen eingestellt werden sollten. Ende der 70er Jahre fand die Variante des Einsatzes von Master-Slice- SK ihre praktische Anwendung in Maschinen von Amdahl und Fujitsu. Diese Firmen produzierten ab 1976 Hochleistungsrechner, welche mit MS-SK aufgebaut waren, die 100 Gatter pro Kristall hatten. IBM hatte zwar noch keine Rechner mit MS-SK, aber es wurde erwartet, dass das in Kürze angekündigt werden würde.

In dieser Situation – bei Widerstand der Mikroelektronik- Industrie, MS-SK zu fertigen, war es unmöglich, weder  die IBM- Kompatibilität, noch die ESER-Reihe 2 - Kompatibilität mit Mikroprozessoren zu erhalten, sogar bei tiefgreifenden Eingriffen in die erprobten Logikkomplexe . Daher wurde zwangsweise eine  Entscheidung notwendig,  die Reihe 3  in zwei Etappen zu splitten. Die erste Etappe der inländischen Rechner – ЕС-1036, 1046 und  1066 – sollte auf den modernsten MSI –SK der Serie IS 500 gebaut werden, die zweite Etappe ЕС-1037,1047 и 1067 auf Basis von MS_SK, deren Erscheinen zum Beginn der Entwicklungsarbeiten geplant war. Natürlich wurde damit ein technologischer Rückstand hinter den westlichen Rechnern in Kauf genommen, was aber den Erhalt der Architektur sicherte. Einen anderen Ausweg gab es 1977-1978 nicht.

ESER- Reihe 3/  1.Etappe

Die ersten Maschinen der 1. Etappe der Reihe 3 erschienen Mitte 1984. Die inländischen Rechner ЕС-1036, 1046 und  1066 wurden entsprechend im NIIEVM (CK KTN P.M. Aszaturian, im Jerewaner NIIMM (CK A.T. Kuchugjan) und im NIZEWT (CK, Dr. d. techn. Wissenschaften Ju. S. Lomow) entwickelt. Die ungarische EC 1016 und die CSSR- Maschine EC 1026 wurden nicht importiert GJ7. In der UdSSR gab es als kleinste Maschine des ESER die EC 1036. Der Markt für kleinere Rechner wurde vom SKR bedient, für Super- Rechner war weiterhin das ITM&VT zuständig.

Das Programm, welches durch die Kommission des Präsidiums des MR der UdSSR beschlossen war, sah ebenfalls die Erweiterung der Produktion von Peripherie und Verbesserung deren Parameter vor.  Im Lande existierte ein ernsthafter Rückstand bei der Fertigung von Plattenspeichern und MB- Speichern, Terminals und Mitteln der DFV. Die Betriebsparameter und technischen Parameter waren schlechter als die der ausländischen. Im Ergebnis des Programme ESER- Reihe 3  kamen Plattenspeicher mit 200 MByte und 317 MByte auf den Markt, letztere in Winchester- Technologie.  Es erschienen MB- Speicher mit Speicherdichte von 127 Zeichen/mm. Es wurden Matrix. Prozessoren entwickelt und 3 Typen programmierbarer DFV – Prozessoren, neue Terminals und E/A- Geräte.

Hauptparameter der ESER- EDVA der Reihe 3GJ7 :

Модель

ЕС-1016

ЕС-1026

ЕС-1036

ЕС-1046

EC 1056*) 

ЕС-1066

Год окончания разработки

1984

1984

1983

1984

1984

1984

Разрядная сетка, бит

16

16

32

32

32

64

Производительность, операций/с

18-22 тыс.

50-100 тыс

400 тыс.

1,3 млн.

540 TOps

5,5 млн.

Объем оперативного ЗУ, Мб

0,512

0.256–0,512

2–4

4–8

2-4

8–16

Цикл оперативного ЗУ, мкс

1,1

1,0

1,1

1,0

0,6

0,64

Число блокмультиплексных каналов

Интегральный адаптер

Встроенный интегральный адаптер

2–4

4

max.5

10

Общая пропускная способность каналов, МByte/sс

0,160

0,8

4,5

9

7

18

Тип интегральных схем

TTL

ТТL

ИС-500

ИС-500

TTL /TTL/S

ИС-500

Операционная система

ДОС-3

ДОС-3

ОС-7

ОС-7

OC-7, SVM

ОС-7

Занимаемая площадь, кв. м

35

50

60

80

ca. 50

120

Потребляемая мощность, кВА

7

10

35

40

ca. 30

50

 *)  EC 1056 wurde vom Übersetzer  eingefügt.

Die Rechner des ESER Reihe 3 wurden mit einem „originären“ Betriebssystem OC7. EC ausgeliefert, welches aus einem System virtueller Maschinen (SVM) und dem sog. Basis- Operationssystem (BOS) bestand. Die erste Variante des SVM war 1981 im NII EVM (Minsk) entwickelt worden. Das System stellte jedem Nutzer Ressourcen einer virtuellen Maschine mit einem virtuellen Hauptspeicher von 16 MByte zur Verfügung. Dabei konnten die Nutzer verschiedene Betriebssysteme als Gastsysteme nutzen. Das BOS war sehr sparsam und gewährleistete effektiv die Kompatibilität mit den vorangegangenen Betriebssystemen des ESER. Das OC 7 hatte bis Anfang der 90er Jahre Erfolg auf dem Markt.

Übrigens , viele Anwender des ESER, in erster Linie solche Großanwender wie das ZK der KPdSU, der Ministerrat, der KGB der UdSSR  und einige Ministerien setzten Original- IBM-Systeme VM und MVS ein.

Es ist zu erwähnen, dass die Schaffung der ESER- Betriebssysteme 1978 staatlich geehrt wurde, als für die Entwicklung der Systeme DOS und OS einem Entwicklerkollektiv der Staatspreis zuerkannt wurde. Ihn erhielten: der wissenschaftliche Leiter M.P. Schura-Bura, sowie L.D. Raikow, K.A. Larionow, Ja.S. Schegedevitch, G.V. Peledov, (NIZEWT) A.Ch. Abdurachmanow ( Kasaner Werk RM), K.A. Kowalevitch,  L.T. Schuprygina(NII ECM) und A.I. Garo ( MPO VT) 

Das ESER erreichte seinen Kulminationspunkt bei der Schaffung der Reihe 3. Die Kollektive der Entwickler hatten sich gefestigt, Dutzende von qualifizierten und gut ausgerüsteten Betrieben produzierten eine breite Nomenklatur an ESER- Technik.  Das war ein gewaltiger Industriezweig, dessen Gesamtproduktion als Geldbetrag  mehrere Milliarden Rubel betrug. Geleitetet wurde er vom stv. Minister des MRP N.V. Gorschkow, der diesen Industriekomplex ab 1967 aufgebaut hatte. Der Bedarf an Universalrechnern wurde  gedeckt. Jährlich wurden ca. 800- 1200 EDVA in verschiedenster Konfiguration gefertigt. Etwa 20 % der Produktion ging in das Verteidigungsministerium, es liefen stabile Exporte an die Mitgliedsländer, sowie in die dritte Welt: Indien, Vietnam, China, Kuba, Länder des Nahen Ostens.

Im April 1983 erschien der Beschluss des ZK der KPdSU und des Ministerrates (MR), abgestimmt mit der Militär-Industriekommission des Präsidiums des MR, dem Präsidium der AdW der UdSSR , GOSPLAN, GKNT , MRP und MEP ( Ministerium für Elektronische Industrie) über die Auszeichnung von Betrieben, Organisationen, Wissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern, Arbeitern und Angestellten für „die Entwicklung und Organisation der Serienproduktion, sowie Einführung in der Volkswirtschaft und im Verteidigungswesen der UdSSR einer Reihe kleiner (ЕС-1020,ЕС-1022,ЕС-1035) , mittlerer (ЕС-1030, ЕС-1033, ЕС-1045)  und hochproduktiver (ЕС-1050,ЕС-1052, ЕС-1060) EDVA“. Der Stellvertreter des Ministers für Radioindustrie N.V. Gorschkow, der Generalkonstrukteur des ESER V.V. Prschijalkovski  und die  Montiererin im Minsker Werk für RT wurden mit dem Titel „Held der Arbeit“ geehrt. Leninpreisträger wurden AM A. A. Dorodnizyn, der Minister für Elektronische Industrie A. I. Schokin, die CK der Rechner V.S. Antonow, A.T. Kuchugian, G. D. Smirnow, Ju. V. Karpilovitsch. 36 Personen wurden mit dem Nationalpreis (Staatspreis) ausgezeichnet, 2000 erhielten Orden und Medaillien der UdSSR.

Bedauerlicherweise begann danach eine schrittweise Verringerung der Aufmerksamkeit des Ministeriums zur Weiterentwicklung des ESER und eine Verringerung der ohnehin unzureichenden Investitionen. 

ESER-Reihe 3- Probleme der 2.Etappe

Zum Zeitpunkt  des Entwicklungsabschlusses des ESER- Reihe 3 waren die LSI MS-SK in der UdSSR nicht verfügbar, obwohl sich bei der Leitung des Ministeriums für Elektronikindustrie der UdSSR die Meinung der Unzweckmäßigkeit deren Entwicklung gewandelt hatte in Pläne, immerhin die Schaffung einer eingeschränkten Nomenklatur von MS- Basistypen  zu starten.  1984 wurden die großen IBM – Rechner mit Master- Slice –SK gefertigt und die Rechner der Firmen Amdahl, Fujitsu, Hitachi.  Die Architektur der IBM /370 erhielt eine wichtige Erweiterung bzgl. der 24 bit Adresse und bzgl. des Stoßbetriebes der Kanäle. Eine derartige Architektur mit MSI- SK  zu bauen war völlig gegenstandslos vom Standpunkt der Größe, Zuverlässigkeit, und Leistungsaufnahme. Daher war für die zweite Etappe der Reihe 3 des ESER-  EC 1037, 1047, 1067 keine Bauelemente- Basis vorhanden und dieser Teil des Programms  blieb praktisch unrealisiert.

Der Abstand der Architekturentwicklung des ESER von den IBM- Maschinen wuchs weiter an.

Die Leitung des NIZEWT versuchte 1983 , das Problem der Entwicklung und Fertigung der LSI- SK mittels einer Arbeitsteilung zu lösen und die zwei  Verdrahtungsebenen des MS-SK  , die die individuelle Funktionalität des Chips bestimmen, unmittelbar im NIZEWT zu produzieren, wobei das Basiskristall vom Werk „ Mikron“ geliefert werden sollte. Zu diesem Zwecke wurde mit Hilfe des MRP ein spezialisierter Komplexbereich gebildet und ausgerüstet wurde.   Leider wurde im Mai 1985 , kurz nach der Erklärung M.S. Gorbatschows zur „ Beschleunigung und Perestroika“ durch den Minister für Radioindustrie dies komplexe Einheit aus dem Bestand des NIZEWT herausgelöst und unter selbständige Bilanzverantwortung gestellt. Das Ministerium hatte die Befürchtung, dass die Reorganisation des Systems der Ministerien zur Überleitung des NIZEWT an ein anderes Ministerium führen würde.  Das verkomplizierte die Zusammenarbeit der Entwickler und der MS-SK derart, dass es erst 1988 gelang, das erste Muster der EDVA mit Versuchsmuster- Schaltkreisen zu komplettieren. Die Maschine erhielt die Chiffre EC 1087.

Um die Aufmerksamkeit der Entwickler absolut auf die Entwicklung der LSI MS-SK zu focusieren, wurde beschlossen, jede Elektronik- Steckkarte (TES) der Maschine EC 1066 als einen MS-SK zu  realisieren und diesen auf das TES zu montieren, um damit die EC 1066 in eine EC 1087 zu transformieren. Das ist in der Tat die ökonomischste Methode, einen Rechner auf LSI- SK umzusetzen, weil damit die Logik und die Tests verifiziert existieren, obwohl natürlich damit nicht alle Vorteile von LSI- Entwürfen genutzt werden ( Leistungszuwachs, Minimierung des Volumens (+Laufzeiten), Energiebedarf, Erhöhung der Zuverlässigkeit).

 

 

 

Plattenspeicher  ЕС 5061

 

Die Doppelprozessor- EDVA  ЕС-1087.20 hatte eine Leistung von 15 MIPS nach Gibson-3 und  4,5 MIPS nach GPO-WU Mix. Der Rechner hatte eine außerordentlich hohe Datenrate für E/A- Operationen von  ca.  36 MByte/s. Die elektrische Leistungsaufnahme  wurde um 40% gegenüber EC 1066 gesenkt.  1988 durchlief der Rechner die staatlichen Prüfungen, aber das Werk in Pensa lehnte dessen Serienfertigung ab, indem es sich auf hohe Auslastung, fehlende Investitionen und hohe Bestellungen berief. Das waren die ersten Ergebnisse der Veränderungen  der Wirtschaftsmechanismen in der UdSSR und der Beginn der Demontage der staatlichen Planung in der UdSSR. Ausgehend von der Mitte der 80er Jahre entstandenen Situation bzgl. der Fertigung von Matrix- LSI- SK (MS-SK) und VLSI- Speicherschaltkreisen schlug der RCK ESER  eine neue Konzeption und ein neues Programm der Entwicklung des ESER vor. Es wurde vorgeschlagen, zwei große Programme zu realisieren: das Programm der Schaffung des ESER - Reihe 4 und das Programm zur Schaffung und zur Entwicklung der Produktion von Personalcomputern des ESER.

ESER- Reihe 4

Die Konzeption zur Schaffung des ESER-„Reihe 4“ wurde auf der 27. Tagung der MRK RT im Mai 1987 befürwortet. Mit Beschluss № 645-155 vom  16 .6.1987 bestätigte der Ministerrat  der UdSSR  den inländischen Teil des Programms zur Schaffung technischer und programmtechnischer Mittel des ESER-4 („ Reihe -4“), welche vorgesehen sind für „ die Lösung eines breiten Spektrums von Aufgaben in Rechnernetzen und  Zentren kollektiver Nutzung , verschiedenen Automatisierungssystemen und Automatisierten Projektierungssystemen , mit technisch-ökonomischen Parametern auf den Niveau des Weltstandes und mit einem um  2-3 mal verbesserten Leistungs/ Kostenverhältnis gegenüber den Maschinen der „Reihe 3“, mit erhöhter Zuverlässigkeit auf Basis von LSI und VLSI – SK , mit breiter Nomenklatur von Peripheriegeräten , darunter auch zur Nutzung von Systemen mit Bildverarbeitung und grafischen Daten , geräte- und programmtechnischen Mitteln zur Steuerung von Daten- und Wissensbanken und mit verbesserter Programmausstattung“

Das ESER-4- Programm der UdSSR

Das (inländische) Programm ESER-4 sah die Entwicklung von 3 Basis-Maschinen ЕС–1130, EC1170 und  EC 1181 mit einer Leistung von entsprechend 2, 5–8 und  30 MIPs vor. Außerdem wurde entsprechend Forderung von Anwendern bei der Formierung des Programms auch die Schaffung eines Terminal- Rechners EC 1107 mit integrierten Mitteln der Netzverarbeitung und eine Super- EDVA 1191 mit 1 Mrd MIPs aufgenommen. Das Erscheinen einer Super –EDVA im ESER- Programm war die Reaktion auf den Verzug der Rechner „Elbrus-2“ und  „Elbrus-3“ und entstand auf Forderung einiger Großbetriebe, wie das ZAGI ( geolog. Erkundungen) , IPM( Institut f. angewandte Mathematik) , Arsamas-16( Uranverarbeitung)  die ihre Unterschrift unter die Technische Aufgabenstellung setzten. Außerdem war die Schaffung einiger Rechnerkomplexe auf Basis der großen Maschinen zusammen mit spezialisierten Prozessoren vorgesehen (Matrix- Prozessor- NIIMM, Jerewan; Prozessor mit makro- Pipeline- Architektur- IK der ADW der Ukraine; Prozessor mit dynamischer Architektur –LIIA der AdW der UdSSR und Prozessor mit programmierbarer Architektur- TPTI).

 

Wesentliche Besonderheiten der zu entwickelnden Rechner und der Software sollten sein:

  • Erweiterung des Adressraumes des realen unvirtuellen Hauptspeichers auf 32 MByte und entsprechende Erweiterung des Adressformates;

  • Neue E/A- Systemarchitektur , welche Funktionen für die Auswahl des E/A- Kanal-Pfades vorsehen, Einführung von Warteschlangen für E/A und andere Funktionen der Datensteuerung innerhalb von Subsystemen;  

  • Universelle Unterstützung von virtuellen Maschinen durch Mittel der interpretativen Ausführung;  

  • Geräte- und programmtechnische Unterstützung von intelligenten Funktionen ;

  • Analyse und Synthese von Texten in natürlicher Sprache; 

  • Eingabe und Erkennung von Sprache ,

  • Synthese natürlicher Sprache

  • Arbeit mit Wissens-Basen ,

  • Grafik- Synthese

  • Bearbeitung von Halbton- Darstellungen

  • Erhöhung der Systemverfügbarkeit um eine Größenordnung. (Faktor 10)

  • Verbesserung des Leistungs- Kosten-Koeffizienten um Faktor 2-3 gegenüber ESER Reihe 3.

  •  

Zur Erfüllung der o.g. Funktionen war die Entwicklung einer ganzen Reihe von neuen Peripheriegeräten geplant, die Produktionswirksamkeit von etwa 50 neuen technologischen Prozessen, die Verbesserung von 40 Positionen aus der Serienproduktion, die Organisation von ca. 20 Positionen neuer Materialien, die Entwicklung und Produktionsüberleitung von 100 Einheiten hochautomatisierter Spezialausrüstungen  und die Umrüstung vorhandener Produktionsbetriebe. Hinzuzufügen ist, dass nach einem früher gefassten Beschluss des ZK der KPdSU und des MR der UdSSR in Pensa das größte Werk Europas für die Herstellung von 317 MByte- und 635 MByte- Plattenspeichern gebaut wurde, dafür waren 120 Mio- Valutarubel bereitgestellt. GJ8 

Zusatzprogramm ESER-PC

Der Beschluss des ZK der KPdSU und des MR der UdSSR zur Organisation der Produktion von  Personalcomputern (PC) erschien im Januar 1986 nach langwierigen Diskussionen zwischen dem Ministerium für Elektronik- Industrie (MEP) und dem MRP hinsichtlich der Auswahl der Architektur (die Leitung des MEP schlug vor, ihre Analoga der Architektur von PDP-11 oder präziser von „Elektronika-60“ zu bauen, die Leitung des MRP auf Basis der IBM- Architektur). Danach folgten Diskussionen  zwischen GOSPLAN und dem MRP hinsichtlich der Investitionsmittel.   Der Beschluss beauftragte das MRP, das MEP und das Ministerium f. Gerätebau in kürzester Zeit die Fertigung von IBM- kompatiblen PC zu organisieren im Umfange von 1 Mio Stück / a.. Die Entwicklung von PC im MRP wurde dem Minsker NIIEVM  übertragen. Zwecks deren Produktion beschloss das MRP den Bau des größten PC- Werkes Europas in Kischinjow und ein Werk zur Herstellung von Winchester Plattenlaufwerken in Kostroma. Während des Baues des Kischinjower Werkes produzierte das Minsker Werk die PC.

In kurzer Zeit entwickelte das NIIEVM  (CK V.Ja. Pychtin , АP. Sapolskij und V,V. Viter)  12 Typen von  ESER- PC, die mit IBM PC/XT, IBM PC/AT, IBM XT/370 kompatibel waren. Das letztere Modell gewährleistete die Programmkompatibilität mit ESER- EDVA und IBM/370. Drei Typen PC, kompatibel zu IBM PC/XT, IBM PC/AT und IBM XT/370 wurden für den Einsatz im Verteidigungsministerium entwickelt. Die militärischen Varianten wurden im elektromechanischen Werk Brest produziert. Nach Zerfall der UdSSR hat das NIZWET die Produktion und Weiterentwicklung des EC 1888-( der militärischen Variante, IBM /AT- kompatibel ) übernommen.  Die inländische Elektronik- Industrie konnte nur die 8-Bit- Intel-Prozessoren nachentwickeln, sodass die 16,- und 32-bit Varianten erst nach 1990 produziert wurden, nachdem es durch Veränderungen im Wirtschaftsmechanismus möglich wurde, Intel- Prozessoren zu importieren.

Die Zahl der ESER- PC aus der Fertigung des Minsker Werkes zeigt nachfolgende Tabelle: 

ПЭВМ

Год начала выпуска

Год окончания выпуска

Выпущено, шт.

ЕС-1840

1986

1989

7 461

ЕС-1841

1987

1995

83 937

ЕС-1842

1988

1996

10 193

ЕС-1843

1990

1993

3 012

ЕС-1849

1990

1997

4 966

ЕС-1851

1991

1997

3 142

ЕС-1863

1991

1997

3 069

ИТОГО

 

 

115 780

Der Hauptgrund der Senkung  der Produktion von PC nach 1991 und ihrer vollständigen Einstellung 1997 war der Zerfall der UdSSR, die Orientierung des russischen Marktes auf westliche PC, die bessere Parameter, vor allem bzgl. ihrer Zuverlässigkeit hatten, sowie die Inflation, die die Umlaufmittel der Betrieb auffraß. Weil die Staatsbetriebe vom allerersten Beginn der ökonomischen Reformen  immer unter  ungleichen Bedingungen existierten im Vergleich zu den entstehenden „Kooperativen“ (Genossenschaften) z.B. wegen der Preisbildung , haben die neuen kommerziellen Strukturen den Import von PPC, später auch deren Montage- Produktion an sich gezogen . Trotzdem konnten die ESER- PC  auf dem Markt Russlands und Weißrusslands eine positive Rolle spielen.

Beginn von Zerfall und Niedergang

Das Programm der Schaffung technischer und programmtechnischer Mittel des ESER-4 – das letzte noch ernstzunehmende Programm der Entwicklung der Rechentechnik universellen Charakters in der UdSSR erwartete ebenso, wie das PC- Programm,  Zerfall und Degradierung.

Schon 1988 wurden auf der Basis von zwei Hauptverwaltungen im MRP, die Rechentechnik produzierten, drei Wissenschaftliche Produktionsvereinigungen  mit entsprechenden Forschungs- und Entwicklungsinstituten an ihrer Spitze gebildet. Insgesamt war das eine progressive Idee, die auf die Erhöhung der Unabhängigkeit  der Industriebetrieb vom bürokratischen Apparat des Ministeriums  gerichtet war. Im konkreten Falle waren die Werke, die Rechner aus der NIZEWT- Entwicklung produzierten, anderen Vereinigungen zugeordnet. Die Kommunikation zwischen Entwicklern und Produzenten der oberen Modelle verkomplizierte sich deutlich. Mit jedem Jahr verringerte sich die (Staatshaushalt- basierte)  Finanzierung. Im Jahre 1988  wurde für Entwicklungsarbeiten für Hardware und Software lediglich 100 Mio Rubel bereitgestellt. IBM hatte in diesem Jahre für Hard- und Softwarentwicklungen 4,5 Mrd $  zur Verfügung. Die Kompliziertheit und die Kosten der Entwicklungen wuchsen ständig, besonders auf dem Gebiet der Mikroelektronik, das Land konnte dieses Anwachsen nicht mehr durch Ressourcen decken.

Im zweiten Halbjahr 1989 wurde die Finanzierung der Arbeiten am NIIMM in Jerewan zur Maschine EC 1170 und des SKB des Kasaner Werkes zur EC 1107 eingestellt. Ab Anfang 1989 wurde die Finanzierung der Entwicklung von Hardware und Software der DFV  eingestellt. Die Produktion der MS-SK der Serie I-300 (И-300)  durch das Werk Mikron erfolgte nur für die Prozessoren des Elbrus 3.1 , daher verzögerte sich die Entwicklung der ESER- EDVA EC-1181.

EC 1130- einzige Serienmaschine des ESER-Reihe 4

Mit normalem Tempo verlief nur die Projektierung der EDVA EC 1130. Sie wurde auf Basis von 11  Typen des Mikroprozessorsatzes K1800 entworfen, der in der Vereinigung „Venta“ in Vilnjus produziert wurde. Das waren Schaltkreise mittleren Integrationsgrades, aber unter den entstandenen Bedingungen waren sie für die EDVA EC 1130 vertretbar. Die Entwicklung wurde 1989 erfolgreich abgeschlossen. Bei 5 facher Steigerung der Leistung gegenüber EC 1036 brauchte sie nur das halbe Volumen, 2-mal geringere Fläche und 5-mal weniger Enenergie.  Wieder einmal war klar demonstriert, welche entscheidende Rolle die Mikroelektronik- Basis für die technisch- ökonomischen Parameter besitzt. Unter komplizierten wirtschaftlichen Bedingungen  wurden 230 Maschinen dieses Typs verkauft. Mit dem Zerfall der UdSSR begannen Lieferprobleme der Schaltkreise aus Litauen und Absatzprobleme in Russland. 1995 wurde die Fertigung der EC 1130 eingestellt.

EC 1181 wurde  1995 geprüft

Die Möglichkeit, die MS-SK (Matrix- Schaltkreise) I 300 B  ( ca. 1200 Gatter pro Kristall ) zu bekommen ergab sich für das NIZEWT erst im Jahre 1993-1994. Zu dieser Zeit war das Entwicklerteam bereits empfindlich geschwächt und es war nicht mehr möglich, in der EC 1181 die erweiterte Architektur IBM370 /XA vollständig zu realisieren. Es gelang, die 24 Bit Adresse zu erweitern, und die Kanalfunktionen etwas zu erweitern. Die Maschine wurde bei MPO VT produziert und 1995 geprüft. Bei einer Leistung vom 10 MIPS und einem Hauptspeicher von 32 MByte brauchte die Maschine nur einen Schrank kleinerer Höhe, als der 1066 Schrank. Hauptvorteil der EC 1181 war das Fehlen einer Zwangsbelüftung, was die Baumassnahmen in einem Rechenzentrum deutlich reduziert. Leider kam diese Maschine einige Jahre zu spät und erblickte das Licht erst, als in Russland der Markt für universelle EDVA zerstört war. 1995 beendete die MPO VT (Produktionsvereinigung RT) die Fertigung von universellen EDVA des ESER, und 1997 – von ESER- PC. Noch früher war im Rechnerwerk in Kasan  und im Werk VEM in Pensa die Produktion eingestellt worden, und folglich auch aller Peripheriegeräte, Speicher, Baugruppen und Teile für EDVA des ESER.  , die in 14 Betrieben produziert worden waren. Der einstmals mächtige Industriezweig, dessen Jahresproduktion mehr als  2 Mrd. Rubel betrug, hörte auf zu existieren

 

 

 

EDVA Reihe 4 - ЕС-1181

 

Gesamtübersicht der ESER- Produktion der UdSSR

Unten werden zusammengefasste Zahlen zur Produktion von ESER- EDVA (in der UdSSR) über die ganze Zeit der Realisierung des ESER-Programmes gezeigt. Zum Vergleich sei nochmals erinnert, dass gefertigt wurden:  "Урал-1" – 183 Stck, "Урал-2, 3,4" – 191Stck,  "Урал-11, 14,16" – 325 Stck. rechner vom Typ  М-220 / М-222 -  502 Stck. "БЭСМ-3" / "БЭСМ-4" – 441Stck,  "БЭСМ-6" – 454Stck. Die am meisten gebauten Rechner der 2.Generation "Минск-2/22", "Минск-23", "Минск-32"–3906  Stck. .

Es ist augenscheinlich, dass die sowjetische Rechnerindustrie ihre Blütezeit im Prozess der Erfüllung des Staatlichen Programmes zur Schaffung des ESER  unter Führung der Mehrseitigen Regierungskommission zur Zusammenarbeit der sozialistischen Länder auf dem Gebiet der Rechentechnik erlebte.

Unten sind nur die UdSSR- Entwicklungen aufgeführt, unter Beachtung der Lizenzfertigungen aus Bulgarien. Die DDR- Rechner EC 1040, EC 1055 …GJ9. sind nicht berücksichtigt und wurden jährlich ca. 100 Stueck importiert.

Тип ЭВМ

1970–1975

1976–1980

1980–1985

1986–1990

Всего за 1970–1997

ЕС-1020

595

160

-

-

755

ЕС-1030

310

126

-

-

436

ЕС-1050

20

67

-

-

87

ЕС-1022

100

3300

428

-

3828

ЕС-1033

-

1249

714

-

1963

ЕС-1052

-

35

39

-

74

ЕС-1035

-

105

1711

322

2138

ЕС-1045

-

30

1215

620

1865

ЕС-1060

-

103

212

-

315

ЕС-1061

-

-

186

380

566

ЕС-1065

-

-

2

3

5

ЕС-1036

-

-

94

1979

2073

ЕС-1046

-

-

12

271

800

ЕС-1066

-

-

14

408

422

ЕС-1068

-

-

-

16

18

ЕС-1130

-

-

-

37

230

ЕС-1181

-

-

-

-

1

ИТОГО

1025

5175

4627

4036

15576

Schlussbemerkungen

Mit dem Zerfall der UdSSR verblieb der größte Teil der funktionierenden Rechner des ESER in Russland. Die ökonomischen Reformen führten zum Zerfall des zentralisierten Systems des technischen Kundendienstes. Die Vereinigung VO Sojus EVM Komplex, die alle ESER- Rechner im Lande betreute, hörte auf zu bestehen. Daher existieren keine genauen Statistiken über die Zahl der gegenwärtig in Betrieb befindlichen Rechner. Nach einigen Schätzungen liegt die Zahl der Anfang 1999  in Russland in Betrieb befindlichen Anlagen bei etwa 5000. man muss annehmen , dass für deren Betreiber die Anwender-Programmsysteme sehr wertvoll sind und sie daher gezwungen sind, nach Wegen  zu suchen, deren Nutzung  für sich zu erhalten. Etwa 2000 Anwender  haben nach Einstellung der Produktion der ESER- Technik ihre verschlissenen Plattensspeicher des ESER gegen Winchester- Plattensysteme getauscht, die in PC eingesetzt werden und die entweder vom PC gesteuert werden, oder mit Hilfe spezieller Steuerungen. Annähernd 1500 Anwender haben ihre ESER- Rechner durch  günstige IBM 4381 ersetzt, die von verschiedenen Firmen nach Russland eingeführt werden, meist als second hand.  Über 100 Anwender kauften IBM ES 9000. Die Firmen „Restart“ ("Рестарт") und „EC-Leasing“ ("ЕС Лизинг"),  auf Basis von Mitarbeitern von NIZEWT entstanden, realisieren ein einfaches und schnelles Übertragen der Anwender- Software der ESER- Nutzer auf die moderneren IBM- Plattformen. Eine nächste Etappe eines Wechsels kommt auf die Anwender mit der Lösung des Jahr -2000- Problems zu.

Die Anwendungssoftware, die auf den ESER- Plattformen gewachsen ist, lebt also nach wie vor und es existieren Wege auch ihr weiteres Funktionieren zu sichern,  auch in der Situation der Beendigung der ESER- Produktion. Ihr weiterer Erhalt ist möglich dank der Kompatibilität der Architekturen und folglich der Software der IBM und der ESER-Rechner und dank der noch verfügbaren hochqualifizierten Spezialisten, die beide Plattformen gut kennen (!)  

Literatur

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  24. Лопато Г. П. Вычислительная техника в Белоруссии. ИТ и ВС, 1997, № 1, с. 82–94.

 


 

GeJu1  Unter "Architektur“ versteht man i.A. seit Ankündigung von /360 eine funktionelle Spezifikation einer logischen Struktur, an die sich alle Entwickler und Nutzer halten.  "Design" und "Implementierung" sind dagegen die konkrete technische Ausführung einer Architektur. Sie passen  sich der aktuellen Technologie und den technischen Forderungen an. Klare Trennung von logischer und physischer Struktur ist das Mittel, abgestufte Modelle zu schaffen.

- IBM nutzte bei der Schaffung der Modellreihe /360, darunter ihrer Architektur, bezeichnend den Codenamen "Spread". Das größte private Entwicklungsvorhaben der Industriegeschichte kostete am Ende doppelt soviel wie das Manhattan-Projekt zum Bau der Atombombe. Das Wirtschaftsmagazin Fortune bezeichnete das Projekt als "IBM's $5 000 000 000 gamble", denn fünf Milliarden Dollar, das war der Einsatz.

- Die (ersten Modelle der) Serie /360 waren noch nicht aus integrierten Bausteinen aufgebaut, sondern aus hybriden Schaltungen in Dickfilmtechnik verschaltet.

 

GJ2 : der Korrektheit wegen möchte der Übersetzer anmerken: das genaue Datum war der  23.12.1968;

 

GJ3 der russische Begriff “отечественная“– wörtlich „vaterländische“ wird hier und weiter mit „inländisch“ übersetzt.

 

GJ4 aus DDR- Sicht wäre allerdings anzumerken, dass die DDR- Modelle oftmals unter sehr schweren „zivilen“ Bedingungen in der Erdölindustrie,  im Ural,  in schlecht ausgestatteten Rechnerräumen von Metallurgiebetrieben usw. standen und dort dank ihrer hohen Qualität beste Noten erhielten. Die Einhaltung der ESER- Basiskonstruktion und die Prüfbedingungen haben das sicher unterstuetzt, entscheidend war aber  sicher ein hoher Qualitätsstandard ….. 

GJ5 wie war, man kann es besser nicht ausdrücken! leider hat man derartige Lektionen nicht nur in der UdSSR nicht gelernt, sondern auch in Berliner Instituten und Dresdner Management- Etagen!

 

GJ6 Hier bezieht sich der Autor offenbar auf eine grundsätzliche Vorgehensweise in der mehrseitigen Arbeit. Eine Reihe von  ESER- Entwicklungen erfolgten auf zweiseitiger Vertragsbasis ( z.B. die Betriebssystem- Entwicklungen, aber es gab auch enge Kooperationen zwischen Minsk und der VRB..., Ungarn und der CSSR usw.)

 

GJ7 der Vollständigkeit wegen möchte der Übersetzer hier anmerken: die DDR hatte aus den gleichen Zwängen und Gründen und mit gleicher Effektivität der Nutzung der SK- Basis die EC 1056 entwickelt, die  ein ausgebautes SVM- Support- Konzept hatte und die sich daher in der UdSSR dem SVM- Nutzungs-Trend anpasste und sich einer gewissen Beliebtheit erfreute.

GJ7 s.o.

GJ8 auch wenn der Übersetzer sich vorgenommen hatte, keine Kommentare mehr einzufügen- hier kann ich nicht anders: Anfang 1994 wurde ich  durch einen hochgestellten Regierungsvertreter durch  dieses Werk, besser gesagt diese  Investruine geführt. Wir befassten uns damals mit Technologie- Transferprojekten… Der Eindruck von einer totalen Fehlinvestition in eine tatsächlich riesige Fabrik für 14 Zoll- Plattentechnik war im Jahre 1994 für mich  erschütternd …

GJ9  Auch hier der Vollständigkeit wegen, -die größte Zahl der Exporte in die UdSSR erreichte die EC 1055M, aber auch EC 1056 und EC 1057 wurden in größeren Stückzahlen  in die UdSSR verkauft.