Chancen nach 1990
Team EC 1040
Beiträge zur DDR- Geschichte des EinheitsSystem der Elektronischen Rechentechnik (1968-1990)
Rechentechnik der DDR im ESER Der internationale Vertragsrahmen Arbeitsumfeld des ESER in der UdSSR Arbeitsumfeld des ESER in der DDR
Produkte und ROBOTRON-Teams Chancen nach 1990 Beiträge Zeitraum 2009-2013 Bücher und persönliche Notizen 
  

Chancen und Sorgen nach 1990

Hier soll kurz das subjektiv Wesentliche zusammengestellt werden, was zum Wege von Kollegen und Unternehmen ab und nach 1990 aus Ascota , vornehmlich aus dem Hause E2 , bekannt ist.

Allem voran sei gesagt- 1990 war für viele Mitarbeiter ein besonderes Jahr der Neuorientierung, oft des Starts in eine zweite berufliche Laufbahn. Der Vorstand des Ascota WTZ , besonders der Bereich "Entwicklung und Technologie", förderte neue aussichtsreiche Unternehmenskonzepte und gestaltete die Zusammenarbeit mit etablierten deutschen Firmen. Die verschiedenen eilig herbeigeeilten "Beraterfirmen", wie z.B. At Kernay, gaben ( außer sechsstelligen Beratungsrechnungen) dafür leider keinerlei verwertbare Impulse .

Um so mehr ist ein kostenloses persönliches Engagement zu würdigen: Die Phase der Gestaltung des Weges vom (nicht mehr lebensfähigen ) Großbetrieb "ASCOTA" zu neuen Unternehmen mit eigenen Kopffunktionen - wie Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb, Produktion und Finanzmanagement- wurde 1990 äußerst wirkungsvoll und professionell durch Herrn Helmut Schwab (Senior Berater, Princeton, USA) mitgestaltet und auf bewundernswerte und wirksame Weise unterstützt.

ESER- know-how bietet Chancen

1990 war für viele Mitarbeiter des ESER- Kernteams ein Jahr der Neuorientierung, aber wenigstens in ihrem bewährten beruflichen Umfeld, was durchaus eine Besonderheit war. Der Ascota- Vorstand sondierte und förderte die Zusammenarbeit mit etablierten deutschen Firmen ebenso, wie mit einer Vielzahl mittelständischer Interessenten. Es wurden im 1.Halbjahr 1990 sicher ca. 300-400 Kontakt- und Sondierungsmeetings organisiert.

In der IT- Branche gestaltete die IBM Deutschland GmbH, führend vertreten durch die Herren Esslinger und Pierlo, anfangs in einem Joint- Venture mit Ascota, mit ca. 220 der besten ESER- Mitarbeiter den Start in "Professional IT- Services". Kopf und Motivation der Robotron-E2- Leute waren schnell auf "Westniveau" und Aufträge gab es seitens der IBM . Was sich aus diesem Startguthaben entwickelte, kann auf der Site der "IT-Solutions and Services GmbH" unter>> http://www.itsas.de/ nachvollzogen werden.

Die IBM Deutschland war auch m.E. fair und kompetent um produktionsorientierte Kooperationsaufträge bemüht. Die Bedingungen eines Neustartes im Produktions- Bereich waren aber schon 1990 für eine stabile Entwicklung unreal- es ging i.A. potentiell um "Auslauffertigung" oder um Konkurrenzstandorte zu Fernost oder später Polen oder Slowakei.. Der Begriff "Offshoring" war zwar noch nicht geläufig, aber schon 1990 wurde dieser Prozess in der Produktion bei führenden deutschen Firmen auf Hochtouren vorbereitet.

andere Opportunities

Ascota- Teams hatten Chancen, vor allem im Bereich hochqualifizierter IT- und Software- Arbeiten, 1990 einen Arbeitsplatz zu finden oder einen selbst zu gestalten. Es gab viele gute Leute und in verschiedenen Abteilungen eine gute technologische Basis bzw. durchaus moderne Ausrüstungen. Nicht nur im unmittelbaren Umfeld der ESER- Mainframe- Architektur gab es "Opportunities", auch das große Feld der Solutions gab viele Impulse, vor allem bei PCs. In einem 1993 erschienenen Artikel wird diese Situation u. E. treffend beschrieben.

Eine knappe, unvollständige Übersicht solcher Unternehmungen, die ab 1990 im Wesentlichen durch sehr spezifische "Management Buy outs"(MBO) aus eigener Kraft leitender Spitzen-Mitarbeiter entstanden, vermittelt die Zusammenfassung Nachfolge nach 1990_E2.

Teams mit produktionsnahen skills hatten nur Chancen für neue Arbeitsplätze, wo ein erfolgreiches "Mutterunternehmen" mit Marktpräsenz an Kooperation oder Personalwachstum interessiert war, verbunden mit einer guten technologischen Basis und einer vorteilhaften materiellen Basis ( Immobilien , gute Ausrüstungen u.a. ). Der Begriff "Offshoring" war zwar 1990 noch nicht gebräuchlich, aber schon 1990 lief dieser Prozess in der Produktion bei führenden deutschen Firmen. Im Produktionsbereich starteten auf diesem Wege einige kleinere und wenig größerer Teams an Ascota- Standorten im Verbund mit etablierten Unternehmen . Die wichtigsten konnten sich im Chemnitzer Raum gut entwickeln und haben heute teilweise wieder dreistellige Beschäftigungszahlen.

Ein Detail: Bei Bosch wurden Anfang 1990 Musterkabel eines Ascota- Teams geprüft und auf Anhieb nach Bosch- Qualität zertifiziert (!). Ein fairer Einkaufsmanager gab uns den gutgemeinten Rat: ".. befasst euch nur mit hochwertigen Kabeln, wo eure Kabelautomaten und Crimptechnologie beste Effektivität bringen. Bei Handarbeit habt ihr keine Chance, das machen Polen und Tschechen schon heute billiger.. ". Heute produziert ein selbständiger Betriebsteil eines Automatenproduzenten in Oelsnitz Kabel und auch wieder Geräte und beschäftigt ca. 150 Mitarbeiter, .