Organisation der internationalen Kooperation
Plenum
Beiträge zur DDR- Geschichte des EinheitsSystem der Elektronischen Rechentechnik (1968-1990)
Rechentechnik der DDR im ESER Der internationale Vertragsrahmen Arbeitsumfeld des ESER in der UdSSR Arbeitsumfeld des ESER in der DDR
Produkte und ROBOTRON-Teams Chancen nach 1990 Beiträge Zeitraum 2009-2013 Bücher und persönliche Notizen 
 
 

Organisation der Internationalen Zusammenarbeit in der MRK

Führungsstruktur der MRK RT und ihr "Nationaler Teil "

Zur Führung der Arbeiten der Mehrseitigen Regierungskomission Rechentechnik (MRK RT) (s.u. Stand 1975) ist besonders festzustellen:

  • Beschlüsse der mehrseitigen Gremien ( von der Regierungskomission bis zu den Spezialistenräten ) waren verbindlich und in der nationalen Arbeit umzusetzen

  • in der DDR- Regierung erfolgte die Umsetzung der mehrseitigen Arbeitsergebnisse (zumindestens bis Mitte der 80er Jahre) über den "Plan für Wissenschaft und Technik" (Teil Staatsplan) .

Die MRK- Arbeit war von Anfang an komplex auf die Erzielung hoher Nutzeffekte aus der Anwendung der einheitlichen Technik in den Vokswirtschaften der Länder ausgerichtet. Daher waren die Räte für komplexe technische Services (technischer Kundendienst ) und die Anwendung der RT ( verantwortlich für Entwicklung standardisierter Anwendungssoftware- den Vorgängern von SAP, ERP-Systemen u.a. ) anfangs stark vertreten, konnten aber aus der mehrseitigen Kooperation keine wesentlichen Vorteile ableiten, da jedes Land diese Bereiche weitgehend national organisierte. Vielmehr entstanden bei den Haupt- Partnerschaften im Handel ( z.B. bei Plattenspeicher -Subsystemen) zweiseitige Beziehungen bei Service und Modellarbeit.

Der "Nationale Teil der MRK RT" wurde in der DDR mit Gründung der MRK aus dem Staatssekretariat für Datenverarbeitung, danach aus dem Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik geleitet. Erster Chef des DDR-Teiles war Günter Kleiber, damals Staatssekretär für Datenverarbeitung und Kandidat des Politbüros der SED. Nach Auflösung des Staatsekretariats übernahm der Minister für Elektrotechnik und Elektronik Otfried Steeger und später Minister Felix Meyer diese Aufgabe.

Der Vertreter im Ökonomischen Rat war anfangs Werner Russ, Abteilungsleiter der Staatlichen Plankommission, später lange Jahre Helmut Pieper.

Erster Chefkonstrukteur des ESER (und später auch des SKR) war der Sektorenleiter des Ministeriums Elektrotechnik/ Elektronik, Dr. Manfred Günther. Ab 01.08.1975 wurde diese Aufgabe für ESER und SKR an den Direktor des Zentrums für Forschung und Technik im Kombinat Robotron übertragen, Prof. Gerhard Merkel trat an die Stelle von Dr. Günther. Ab 1979 wurde Dr. Georg Jungnickel als ESER-Chefkonstrukteur berufen, der diese Aufgabe zunächst als Stellvertreter des Direktors Forschung und  Entwicklung des Kombinates Robotron und ab 1981 als Direktor des Fachgebietes Geräte Karl-Marx- Stadt verantwortete und diese Aufgabe bis zum Austritt der DDR aus dem MRK- Abkommen im Jahre 1990 ausübte .

Die Chefkonstrukteure der DDR im ESER bei einem Treffen im Mai 2008 :Dr. Manfred Guenther (Mitte ),Prof. Dr. Gerhard Merkel (rechts) und Dr. Georg Jungnickel

Beratung im Plenum der Mehrseitigen Regierungskomission

Der RCK ESER und die Chefkonstrukteure der Länder hatten die Verantwortung für

  • Ausarbeitung einer klaren System- Strategie und der technischen Politik
  • Ausarbeitung der Entwicklungspläne für alle Produkte und Systeme, die im Rahmen des ESER entwickelt werden sollten 
  • die zeit- und qualitätsgerechte Entwicklung aller technischen und programmtechnischen Mittel (im Rahmen des RCK ESER wurden auch alle Betriebssysteme und Diagnose- SW entwickelt) , entsprechend der jeweiligen nationalen Verantwortlichkeit
  • Festlegung allgemeingültiger Standards der Technik, i.d.R. unter Bezug auf die verbindlichen Standards der UdSSR (GOST)
  • Führung der ESER- Nomenklatur auf Basis internationaler Prüfungen von Funktionsmustern durch mindestens zwei Länder mit Angabe von Vergleichserzeugnissen (ESER - Prüfung)
  • Erarbeitung und Fixierung der technischen Basisunterlagen für nachfolgende Preisverhandlungen
  • zukunftsorientierte Entwicklungsarbeiten (MRK- Forschungsplan) 
  • u.a..

Ab 1970 bis zur Auflösung der MRK RT 1990 lag die fachliche Kompetenz für alle Arbeiten in den Spezialistenräten und mehreren Arbeitsgruppen der MRK RT beim Kombinat Robotron. Eine zentrale Rolle spielte dabei das Zentrum für Forschung und Technik (ZFT) des Kombinates Robotron. Zur intensiven Bearbeitung der vielschichtigen Sachthemen bestanden im ESER 12 Spezialistensektionen (siehe Arbeitsorgane des RCK ESER ), für temporäre Aufgaben wurden Arbeitsgruppen berufen. Die Aufgaben einer Spezialistensektion waren analog denen des RCK - für ihren spezifischen Verantwortungsbereich ( z.B. Betriebssysteme) definiert. Die Arbeit aller Spezialisten- Sektionen des DDR- Teiles des ESER, außer zur DFV und der Standardisierung, lag in den Händen hervorragender Fachleute des Fachgebietes Karl- Marx- Stadt (ZFT E2).

Die Fachleute des Fachgebietes nahmen neben der Erfüllung der internationalen Arbeits- Pläne in vielfältigen DDR- Arbeitsgremien und ständigen Arbeitskontakten Einfluß darauf, dass nationale und internationale Ziele, die ESER- Systempolitik und Interessen der Beteiligten in Einklang blieben und die technologische Basis weitgehend die Produktzielen absicherte. Die Gewährleistung der Kooperationsbeziehungen zur DDR- Bauelemente- Industrie war z.B. ständig ein Hauptgegenstand der Arbeit im ESER und des DDR- Chefkonstrukteurs.

Die groben international fixierten Etappen einer Erzeugnisentwicklung waren:

Bei Entwicklungsbeginn wurde vom Entwicklerland für jedes Produkt eine "Technische Aufgabenstellungen" und später "Technische Forderungen" erarbeitet und in der Sektion abgestimmt.

Zum Abschluß der Arbeiten wurden "Technische Prüfbedingungen" und "Technische Lieferbedingungen" aufgestellt. Die "Technischen Lieferbedingungen" waren das Dokument , auf dessen Grundlage Export- / Importverträge geschlossen wurden.

Einen Überblick zur Internationalen Kooperations- Arbeit im Detail bietet die Ausarbeitung von Peter Kny, einem langjährigen Verantwortlichen für "IZ", auf der Robotron- Seite der Techn. Sammlungen Dresden >>. http://robotron.foerderverein-tsd.de/151.html
 
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