Personalcomputer EC1834 - EC1835
 
Team EC 1040
Beiträge zur DDR- Geschichte des EinheitsSystem der Elektronischen Rechentechnik (1968-1990)
Rechentechnik der DDR im ESER Der internationale Vertragsrahmen Arbeitsumfeld des ESER in der UdSSR Arbeitsumfeld des ESER in der DDR
Produkte und ROBOTRON-Teams Chancen nach 1990 Beiträge Zeitraum 2009-2013 Bücher und persönliche Notizen 
 
Produktentwicklung und Haupt- Teams
Zentraleinheiten
Grundsätze zur ESER- Basiskonstruktion
Betriebssysteme des ESER
Peripheriegeräte des ESER
Personalcomputer EC1834 - EC1835
Vorlaufarbeiten
Produktionsbetriebe und Kundendienst
Neues auf der  WEB- Site
  

PERSONALCOMPUTER des ESER

Die Bereitstellung der ersten leistungsfähigen 8-Bit Mikroprozessoren in der DDR führte schon Ende der 70-er Jahre zu einem wesentlichen technologischen Wandel bei Arbeitsplatztechnik, Kleinbuchungsmaschinen usw.. Die entsprechnden Peripheriegeräte, z.B. Datenerfassungsstationen oder das Bildschirmsystem EC7920 nutzten schritthaltend deren Vorteile in Entwicklung und Produktion.

Mit der Ankündigung von Personalcomputern (PC) auf Basis Intel 8080/8086 eröffneten sich neue Visionen von leistungsfähigen Arbeitsplätzen, die auch im ESER aufmerksam registriert und analysiert wurden. Nach verschiedenen Produkten führender Firmen stellte IBM 1984 sein zukunftsweisendes IBM/XT - Konzept vor. Kurze Zeit darauf intensivierten sich auch die Arbeiten im ESER deutlich.

In der DDR wurde in dieser Phase gemäß "Mikroelektronik- Programm" das Tempo der Entwicklung von Mikroprozessor- typischen Technologien und Produktkonzepten generell stark beschleunigt. Nach verschiedenen Differenzen um die Auswahl von Vorbild- Architekturen wurde die INTEL Familie 8086 /286 als eine Hauptlinie der Entwicklungs- Strategie letztlich als Hauptlinie ausgewählt.(In der UdSSR liefen analoge µP-Entwicklungen (KR1810VM86) an , die sich aber später als nicht 100% kompatibel erwiesen.) Die Rechner- Industrie der DDR konnte damit eine ihrer Strategie- Forderungen durchsetzen und war im Ostblock damit an der Spitze der Entwicklung! Im Januar 1986 wurde in der UdSSR ein PC- Programm beschlossen, welches jährlich 1 Mio PC für den UdSSR- Bedarf forderte >> PC- Bedarf UdSSR. Das aktivierte die PC- Arbeit im ESER- RCK zusätzlich.

 

Das Fachgebiet Geräte E2 und die beiden großen Fertigungsbetriebe VEB Robotron- Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt und der VEB Robotron-Büromaschinenwerk „Ernst Thälmann" Sömmerda wurden gemeinsame Träger der Personalcomputer-Linie EC1834, EC 1834.01, EC 1835, beginnend mit enger Entwicklungskooperation bis zur abgestimmten Parallelproduktion gleicher Konstruktion. Der DDR-Start mit EC1834 erfolgte gemäß den Traditionen des Fachgebietes Geräte bei ESER- Entwicklungen und entsprechend ihrem internationalen Gewicht die Original- IBM-Konzeption, jedoch sofort mit den Analogtyypen für 8086 als CPU, 8087 als FPU und 8089 als IO-Prozessor, dh. mit 16 Bit Datenbus und erhielt enormen Zuspruch. Diese Lösung ermöglichte eine hochgradige Flexibilität und Parallelität der Nutzung eigener und importierter Produkte und Anwendungen und deren Anwendungsvorbereitung, war technologisch-konstruktiv bzgl. Fertigungsaufwand und Service sehr effektiv und modern.

 

1988 wurden der ESER- Personalcomputer EC1834 und der SKR-Typ A 7100 (bei Robotron RED Dresden) in die Serienproduktion übergeleitet, es begann die massenhafte Produktion . Die Produktion von PC EC 1834 und A 71X0 führte auch zu einer großen Verbreitung des Betriebssystems DCP. Obwohl vom Architekturkonzept stark verwandt, hatte die A71XX- LInie keine IBM- kompatible Basiskonstruktion und logische Besonderheiten und reihte sich nicht in eine "Familie" ein. Bei Robotron spalteten sich die Entwicklungs- Strategien auch hier.

 

Der PC EC1834 schuf für die Mehrzahl der Anwender solide Arbeitsgrundlagen. Er war jedoch eine typische "NSW-Import- minimierte" Lösung (dh. zu jeder technischen Lösung, die Valultaimporte nach sich zog, wurden Alternativen gesucht, so wurden z.B. indirekte Steckverbinder des VEB Kontaktbauelemente Gornsdorf eingesetzt, was aber Einschränkungen der Konfigurations- Flexibilität mit sich brachte.) Auf ROM- BIOS- Ebene wurden die Programm-Kompatibilität maximal gesichert, spezifische Besonderheiten der Software bei logischen Zugriffen liesen jedoch in der Anwendung hardwarebedingt Probleme dieses Konzepes beim Einsatz international weitverbreiteter Standardsoftware (DMA, Hard-Disk, ASK-Adapter, Floppy-Adapter, Grafik) erkennen. EC 1834.01 diente daher dazu, entsprechende Nutzerschnittstellen exakt zu gewährleisten und erreichet die direkte XT-Kompatibilität. Auf dem Motherboard waren auch 2 direkte (dh.Original-) Steckerleisten, was die Flexibilität bei Konfigurationen mit Import- Slots den realen Forderungen anpasste. (Bild: EC 1834 mit gemischten slots)

 

Der EC1835 , kompatibel zu IBM /AT , stellte im ESER eine echte Spitzenleistung dar. Aufbauend auf den Basisschaltkreisen der U80286 (Intel / 80286)- Familie aus dem Entwicklungsprogramm des Kombinates Mikrolekektronik wurde eine Vielzahl von Funktionen, die beim IBM/AT MSI- Logik nutzten, durch 3 Typen (1 Grundtyp) LSI- CMOS- Gate- Arrays ersetzt. Diese wurden bei E2 entworfen und bei VEB Zentrum für Mikroelektronik Dresden produziert ( siehe auch >>Vorlaufarbeiten). Auch der Wikipedia- Eintrag zum EC 1835 sei  hier erwähnt.ec1834

 

Eine sehr ausführliche Ausarbeitung mit vielen hochinteressanten Details zum Gesamtkomplex ESER- PC der DDR hat Herr Horst Niepel , ehemals Komplexthemenleiter ESER- PC bei E2 /WTZ gemeinsam mit Herrn K.D. Weise (Dresden ) erarbeitet >siehe Erzeugnislinie ESER PC EC 1834 /EC 1835 (html) . ( Als pdf -Format in Artikelsammlungundsitemap)

 

 

Trotzdem aller politischer Losungen und Anstrengungen der Entwickler blieben große Importabhängigkeiten, die allerdings 1989 in der DDR schon "state of the art" waren. Obwohl die Mitarbeiter des "Kombinat Mikroelektronik" hervorragende Leistungen erbrachten, waren sie wegen des sehr stark zersplitterten Produkt- und Technologie- Programmes und gravierender technologischer Engpässe nicht in der Lage (nicht 1989 und nicht vom Prinzip her ) , alle Bedürfnisse zu decken.

Ein Blick auf diese Situation sei mit einem Archiv- Auszug Jahrgang 1989 gestattet- die Valuta-Ablösekonzeption zum EC 1835. Die Betriebe der Mikroelektronik der DDR trugen beinahe die Gesamtlast der Entwicklung der erforderlichen LSI- SK. Bitter war damals, dass die UdSSR ein großes LSI- Programm realisierte, aber keine Exportzusagen machte und keine Kompatibilitätssicherheit vorhanden war. Der EC 1835 sollte nach den Plänen trotzdem 1991 " valutafrei" produzierbar sein >> Einsatzkonzeption.

 

Konzepte zu einem PC AT/386 waren bei den Entwicklern von Robotron E2 und Mikroelektronik Erfurt schon auf dem Schreibtisch....

 

Unterlagen- Zusammenstellung , die  weitgehend den DDR- Stand des Jahres 1989 zum Thema ESER- PC vermittelt.